07. September 2015

Flüchtlinge Wie wird es in drei Wochen aussehen?

Keiner sagt öffentlich, was er unter vier Augen zugibt

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Bildquelle: shutterstock Jubelstimmung in Deutschland: Wie lange noch?

Flüchtlinge, zum ersten: „Auch auf mich – selbst Vater zweier kleiner Kinder – wirkt dieses Bild, auch mir zerknüllt es das Herz. Darum wird es auch auf allen Kanälen gesendet. Es ist Aufgabe des Betrachters, sich hiervon nicht auch das Hirn zerknüllen zu lassen“, schreibt, hier stellvertretend für andere zitiert, Leser B. zum ertrunkenen syrischen Flüchtlingsjungen. „Allerdings musste jedem nachdenklichen Beobachter klar sein, dass die tödliche Überfahrt der Familie weder eine Flucht vor politischer Verfolgung (einziger Grund für die Gewährung politischen Asyls in der Bundesrepublik) noch vor dem Krieg (Grund für Erteilung des Flüchtlingsstatus nach UN-Kriterien und damit Grundlage für die Aufenthaltsgewährung in der Bundesrepublik) war. In der Heimat mögen diese Gefahren zumindest zum Fluchtzeitpunkt wohl gedroht haben, an der türkischen Westküste mit Sicherheit nicht.“ Auch dass der Vater seine ertrunkene Familie schließlich in Kobane beerdigte, also in jenem Land, aus dem die Familie angeblich geflohen war, verwundert im nachhinein denn doch. Schwerlich lässt sich das Argument von der Hand weisen, dass die hierzulande gestifteten Einwanderungsverlockungen für den Tod des Jungen mitursächlich sind, sofern man sich nicht darauf beschränken will, das unverantwortliche Handeln des Vaters, der seinen Kindern nicht einmal billige Schwimmwesten verschaffte, anzuprangern.

Flüchtlinge, zum zweiten: Egal mit wem ich in den vergangenen Tagen sprach, ob Professor, Journalist, Künstler, Ministerialrat, Arzt, Minister a.D., Gastwirt oder Offizier (egal übrigens auch, ob Deutscher, Franzose, Italiener, Türke oder Israeli), alle sagten unter vier Augen recht unverblümt, dass Deutschland sich derzeit mehr Probleme auflade, als das Land womöglich je werde bewältigen können, ganz abgesehen davon, dass dies alles ja nur, wenn die Regierung nicht rasch entschlossene Maßnahmen treffe, das Präludium zu einer Völkerwanderung sondergleichen sei. Aber keiner sagt es öffentlich...

... denn dort, Flüchtlinge zum dritten, walten vielmehr die Jubelperser. „Egal wo die Menschen ankommen, die Bilder ähneln sich“, meldet die „Süddeutsche Zeitung“, „Bürger begrüßen erschöpfte Flüchtlinge mit Applaus und Geschenken.“ Das ist reizend, aber wie wird es in drei Wochen aussehen? Wo doch bereits eingeladene Gäste nach ein paar Tagen zu stinken anfangen...

Dieser Artikel erschien zuerst auf Acta diurna.


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