07. September 2015

Nachtrag zu „Wilkommen in Helldeutschland“ Das Gute und das Böse

Der Kreis schließt sich

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Bildquelle: shutterstock Müssen sich öffentlich anpöbeln lassen: Bedenkenträger deutscher Klima- und Flüchtlingspolitik

Liebe Leser,

da ich unmöglich alle Zuschriften beantworten kann, die mich zu diesem Beitrag erreichten, möchte ich hiermit allen danken, die mit zum Teil nachdenkenswerten Ergänzungen sich gemeldet haben.

Zum grundsätzlich Bösen gehört auch das Gegenteil, das Gegenstück: das grundsätzlich Gute. Da Deutschland dieses Böse schon hatte und schmerzlich erleben musste mit der diktatorischen Devise: Wir befrieden die Welt, indem wir sie überfallen, uns einverleiben und aus ihr das menschliche Ungeziefer entfernen, ist nach der Niederlage desselben, bis auf nachwachsende Restbestände und Deutschlandhasser auf der einen und anderen Seite des politischen Spektrums, nur das Gute übrig geblieben, das die Welt nun mit seinen Befriedungs-Aktionen überfällt.

Dass es ähnliche Ziele verfolgt wie das Böse, nur mit anderen Mitteln, wird erst jetzt allmählich klar, wo es sich als einhellig herrschende Meinung breitzumachen versucht. Das Gute will, genau wie das Böse, nur unser Bestes. Es speit Anweisungen in die Welt, verknüpft mit einem Katastrophen-Inszenario, falls diese nicht eingehalten würden, rügt oder lobt – je nach ihrem Hinhören oder Abwinken – die Staatslenker anderer Länder, und geizt nicht mit Beifall oder Häme.

Wer die Gefolgschaft zum Beispiel in der vermeintlich vorbildlichen Klima- oder Flüchtlingspolitik in Frage stellt, ein paar nützliche Hinweise sich zu sagen erdreistet oder die Gefolgschaft gar verweigert, wird mit Sanktionen bedroht. Wäre unsere Erde ansprechbar und ein klein wenig übersichtlicher, so dass man sie an die Hand nehmen könnte, müsste auch sie sich längst gegenüber den grundsätzlich guten Deutschen verantworten und hätte sicher einen von diesen Freisler-Nachkömmlingen auf dem Hals, die bei jedem Baumwuchs auf der Welt darauf achten, dass die Äste nur an der linken Seite wachsen.

Wer dem Dritten Reich im Wege stand, geriet ins KZ. Wer der ersten deutschen Meinungsdiktatur seine Bedenken entgegenhält, verschwindet in einem pausenlos imaginierten Meinungslager, dessen Insassen sich verspotten, verhöhnen und öffentlich anpöbeln lassen müssen. Hätte es die „vorbildhaften“ Konsequenzen des Dritten Reichs nicht schon gegeben, würden sie – ahnt man – von den grundsätzlich Guten erneut gern angewendet werden. In der DDR wurden noch bis über den Tag des Mauerfalls hinaus Listen mit aufmüpfigen, bei einem selbstdefinierten Ernstfall sofort an die Wand zu stellenden Bürgern mit Fleiß und gutem Gewissen erarbeitet. 

Nun kann ein Staat mit den eigenen Leuten nach Belieben verfahren, sie durch die Medien bis zum Berufsverbot reglementieren oder bei Neujahrsansprachen davor warnen, sich den Bedenkenden, Widersprechenden anzuschließen.

Anders sieht es mit den Ländern aus, von denen Deutschland umgeben ist. Da funktioniert das nicht. Man müsste mit der Kavallerie einrücken. Leider – so aus Sicht der Guten – haben wir das aber schon einmal probiert. Und hier schließt sich der Kreis.

Vera Lengsfeld, „Willkommen in Helldeutschland“

Dieser Artikel erschien zuerst auf der Achse des Guten.


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