03. September 2015

Migrationsdebatte Nutzen wir Flüchtlinge für unser Land!

Diese Menschen wollen Arbeit

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Bildquelle: shutterstock Vorbild: Australien

Über Flüchtlinge ist schon so viel geschrieben worden, und ich will nicht der Tausendste sein, der sagt, dass ihr sie willkommen heißen sollt – oder auch nicht. Tatsache ist: Diese Menschen sind hier, und es werden mehr. Ich habe manchmal den Eindruck, dass die heftigen Diskussionen über ihre Präsenz auch dafür genutzt werden, von den wahren, schwerwiegenden Problemen unseres Landes abzulenken. Denn Tatsache ist, und das wissen wir schon lange, dass wir vor enormen wirtschaftspolitischen Herausforderungen stehen. Die Wirtschaft stagniert, im zweiten Quartal 2015 gab es in Österreich ein mageres Plus von 0,3 Prozent, aktuell sind mehr als 420.000 Menschen arbeitslos, und der Konsum kriselt, weil wir schlichtweg immer weniger Geld haben.

Warum ich das schreibe? Weil ich finde, dass sich Flüchtlinge für unser geliebtes, aber derzeit nun einmal schwächelndes Land nützlich erweisen könnten, wir müssten es nur eingehend auf politischer Ebene besprechen und rasch entscheiden. Das Schlüsselwort ist „Arbeit“. Es gibt hierzulande trotz der hohen Arbeitslosenquote nun mal Jobs, für die sich leider, ganz nüchtern betrachtet, zu wenige Österreicher finden. Ich denke da zum Beispiel an den Technologie- oder an den IT-Sektor. Hier herrscht ein massiver Fachkräftemangel. Auch fehlen Handwerker, also Menschen, die auch körperlich anstrengende Arbeit verrichten. Natürlich verfügt nicht jeder Flüchtling über ausreichende Qualifikationen, das ist schon klar, aber mit Sicherheit gibt es einige unter ihnen, die ausgebildet sind und helfen könnten, unsere Probleme in den Griff zu bekommen. Denken wir daran: Schlepper kosten viel Geld. Die meisten Flüchtlinge, die sich das leisten konnten, gingen einer Arbeit nach, gehörten zur Mittelschicht ihres jeweiligen Landes und haben sich das Geld für diese „Reise“ erspart. Arme Flüchtlinge – also jene, die in ihrer Heimat von der Hand in den Mund lebten – schaffen es gar nicht hierher.

Ich blicke zum Beispiel nach Australien, wo das sehr gut funktioniert. Die Australier haben bekanntlich eine „targeted immigration“, sie lassen also vor allem Menschen in ihr Land, die für sie von Nutzen sind. Natürlich ist im Fall von politischen Flüchtlingen die Sachlage eine ganz andere, aber auch hier könnten wir Menschen einsetzen, die dem Land helfen. Und diese Menschen wollen Arbeit, denn ein Teil ihres Frustes geht sicher auch auf die Tatsache zurück, dass sie nicht wissen, was sie den ganzen Tag mit sich anfangen sollen. Für das müssen natürlich zuerst die politischen Rahmenbedingungen geschaffen werden, eine strenge Kontrolle der Kriterien (Ausbildungsnachweise und ähnliches) – aber es ist möglich.

Dieser Artikel erschien zuerst auf dem Blog des Autors.


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