21. Juli 2015

Ökonomen Krugman und Stiglitz Primitiv-Keynesianismus als Kassenschlager

Politische Hasstiraden statt volkswirtschaftlicher Analyse

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Bildquelle: Wikimedia Commons Ewig gestriger Alt-Sozialist: Paul Krugman

Das Euro-Debakel spaltet nicht nur Europa, sondern auch die Wissenschaft. Und als wäre es nicht schlimm genug, dass auch hierzulande eine Reihe von Ökonomen fordern, immer mehr Geld in der Ägäis zu versenken, mischen sich von jenseits des Atlantiks zwei Herren ein, deren Großmäuligkeit inzwischen nicht mehr nur lästig, sondern im Tonfall geradezu unverschämt ist. Sie sind Nobelpreisträger und Bestseller-Autoren, doch nicht nur das verbindet Paul KrugmanundJoseph Stiglitz. Vor allem eint sie ihre große Liebe zum Neo-Keynesianismus, den sie mit ideologischer Blindheit verfechten. Kernstück der Theorie ist, dass eine Volkswirtschaft schon irgendwie floriere, wenn der Staat nur genug Geld unters Volk bringe, weil die Menschen desto mehr konsumierten, je mehr Geld sie zu Verfügung hätten. Der Gedanke ist verblüffend einfach und klingt schlüssig, hat jedoch den Haken, dass das Geld auch irgendwo herkommen muss. Entweder muss also die Gelddruckerei angeworfen werden, oder es wird kräftig von oben nach unten verteilt. Wo immer das eine oder das andere versucht worden ist, endete dies in der totalen Überschuldung des Staates und einem miserablen Lebensstandard für die Bevölkerung.

Doch so sehr das von John Maynard Keynes vor rund 100 Jahren entwickelte Denkmodell längst widerlegt ist, so hartnäckig halten sich romantische Umverteilungsphantasien ewiggestriger Alt-Sozialisten wie Krugman und Stiglitz. Diese maßen sich mittlerweile einen Ton an, der sie als Wissenschaftler diskreditiert. Es verwundert schon, dass sich zwei derart hoch dekorierte Volkswirte so undifferenziert, parteiisch und unwissenschaftlich äußern – und dabei auch noch zahlreiche Anhänger finden. Die beiden Amerikaner greifen sich für ihre kruden Theorien aus der sogenannten nachfrageorientierten Wirtschaftspolitik nur jene Aspekte heraus, die sich besonders plakativ für ihre Angriffsrhetorik nutzen lassen. Seit einiger Zeit haben sie es dabei auf Deutschland abgesehen, was sicher auch mit der eigenen familiären Vergangenheit zu tun hat. Krugman und Stiglitz scheinen Deutschland geradezu zu hassen. Deutlich wird dies vor allem an Krugmans Äußerungen, wenn er Deutschland in Bezug auf Griechenland „Putsch-Absichten“ unterstellt oder gar von einer „Machtergreifung“ spricht. Ganz bewusst assoziiert er das politische Handeln der Bundesregierung mit dem Nationalsozialismus. Ins Bild passt dabei auch, dass er Kanzlerin, Finanzminister und Co stets als „Führer“ tituliert.

Die Forderung der von Deutschlands Steuerzahlern gewählten Bundesregierung, man möge doch bitte im Gegenzug für viel Geld funktionsfähige staatliche Strukturen in Griechenland aufbauen, halten Krugman und Stiglitz für den Versuch, Europa zu zerstören. Statt dem Rest den eigenen Sparfetisch aufzuzwingen, müsse Deutschland hinnehmen, dass man anderswo eben lieber auf Pump lebe – und dies gefälligst bezahlen. Es ist offenkundig, dass hier zwei alte Männer ihre Rachsucht ausleben, die den Zenit ihres Schaffens längst überschritten haben. Nur vordergründig sind es volkswirtschaftliche Überlegungen, von denen sie sich leiten lassen. Ihre Hasstiraden sind vor allem ein politisches Statement: Deutschland soll nun endlich seine moralische Schuld aus der Zeit des Nationalsozialismus begleichen. Es wäre ehrlicher und dem ernsthaften volkswirtschaftlichen Diskurs dienlicher, wenn die ehemaligen Stars der Ökonomie ihre Motive offenlegten und sich nicht mehr mit dem Deckmantel der Volkswirtschaftslehre tarnten. Denn über moralische Fragen kann man in Ethik-Vorlesungen trefflich debattieren. Doch damit könnten Krugman und Stiglitz dann sicher nicht so viel Staub aufwirbeln – und vor allem viel weniger Bücher verkaufen.

Dieser Artikel erschien zuerst auf dem Blog des Autors.

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