17. Juni 2015

Zombies, Hacker und legale Drogen Provozierend und bewegend

Eine Rezension

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Bildquelle: FinanzBuch Verlag Mitdenken: Borg oder Individuum?

Die persönliche Freiheit ist unser höchstes Gut. Auf ihr beruhen alle anderen Freiheiten, vor allem die freie Marktwirtschaft. Dennoch arbeiten wir als „gute Demokraten“ unentwegt daran, unsere Freiheiten einzuschränken für politische Versprechen nach mehr Sicherheit, Wohlfahrt und „sozialer Gerechtigkeit“. Bedroht wird unsere Freiheit nicht von bösen Feinden, sondern lieben Gutmenschen, die nur unser Bestes wollen und uns paradiesische Zustände versprechen.

Es ist ein mutiges Buch, das uns Henning Lindhoff da präsentiert. Mit seinen zwölf Denkanstößen will er bewusst provozieren und zum Mitdenken anregen, damit wir sie wieder höher einschätzen, unsere Gedanken- und Meinungsfreiheit. Wie leichtgläubig sind wir doch bei wohlklingenden politischen Versprechungen wie der nach „sozialer Gerechtigkeit“. Dies ist eine politische Utopie, zumal in einer pluralistischen Gesellschaft. „Soziale Gerechtigkeit“ ist eine Worthülse, sie ist nicht „die faire und mitfühlende Verteilung der Früchte des wirtschaftlichen Wachstums“, um politisches Wohlverhalten zu erschleichen. Sie ist für die Politik „ein Blankoscheck, um unablässig neue Steuern herbeizuphantasieren und durchzusetzen“. Sie ist also weder „sozial“ noch individuell gerecht. Das Recht gilt zwar gleichermaßen für alle, doch die Rechtsansprüche sind je nach Interessenlagen extrem unterschiedlich, wie es das Streikrecht zeigt, das keine Rücksichten auf fremde Rechte kennt. Die Gesellschaft ist ein abstraktes Gebilde, ein Konglomerat extrem unterschiedlicher Interessengruppen, so wie das Klima die Summe allen Wetters ist. Wer uns Sicherheit oder den Schutz des Klimas verspricht, schränkt uns automatisch ein, mindert unsere Freiheit, will uns reglementieren für einen angeblich „guten Zweck“. Das freie Spiel der Kräfte in einer Marktwirtschaft wird erdrosselt von Planwirtschaft.

Wer diesen Trend stoppen und seine Eigenverantwortlichkeit für sein Leben wahren will, wer das Übermaß an Bürokratisierung und staatlicher Reglementierung eindämmen will, der muss das Buch von Henning Lindhoff lesen. Die von ihm gegebenen Denkanstöße und seine Lösungsvorschläge mögen in dem einen oder anderen Punkt zunächst irritieren, weil sie provozieren, aber wer einen Körper bewegen will, muss ihn zuerst aus dem Ruhezustand, aus der Ruhe, bringen.

Wie macht man Menschen „politisch korrekt“? Wie bringt man sie dazu, sich dem „Zeitgeist“ zu fügen? Ein probates Mittel der Manipulation ist dabei die Angst, und das seit Urzeiten. Sind Ängste erst einmal „in den Köpfen und Herzen der Menschen erzeugt, dann steht der Legitimation staatlicher Intervention zur Einschränkung individueller Freiheiten kaum mehr etwas im Wege“. Dies ist einer der Schlüsselsätze des Buches. Die Propagandisten des Wohlfahrtsstaates wissen, wie man die Bürger fängt. Sie wissen, dass für die Mehrheit der Deutschen Sicherheit wichtiger ist als Freiheit. Dies zeigt auch das Bestreben nach einem „bedingungslosen Grundeinkommen“. Die Palette der staatlichen Leistungen wächst, weil die Menschen, deren Gewissen politisch domestiziert wurde, Bequemlichkeit und Sicherheit mehr schätzen als Freiheit und Eigenverantwortlichkeit. Die Freiheit steckt in einer Zange, die uns zunehmend einengt.

Die Bundesrepublik Deutschland ist kein „Raumschiff Enterprise“, wo die Besatzung stets aufs Neue versucht, fremde „Rassen“ zu „assimilieren“ und gewaltsam in ihr kollektives, uniformes Gesellschaftssystem zu integrieren. Möchten Sie ein „Borg“ sein oder nicht doch lieber ein Bürger mit Anspruch auf Individualität und garantierten Freiheitsrechen?

Das Buch kann hier erworben werden.


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