18. Mai 2015

Bundesverdienstkreuz Mit Unterstützung von SED und Stasi?

Herr Gauck verbiegt sich bis zur Unkenntlichkeit

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Bildquelle: shutterstock Frau Klarsfeld und der Gauckler: Ein Kreuz auf Biegen und Brechen

Gestern ging die Nachricht durch alle Medien, dass der sogenannten Nazijägerin Beate Klarsfeld, bekannt geworden durch ihre Ohrfeige, die sie Bundeskanzler Kiesinger verabreichte, das Bundesverdienstkreuz verliehen werden soll. Angeblich soll Bundespräsident Gauck die Urkunde schon unterzeichnet haben.

Leider müssen wir nicht befürchten, dass sich der ehemalige Stasiunterlagenbeauftragte hinterher nicht mehr im Spiegel sehen konnte.

Gauck ist inzwischen ein Musterbeispiel dafür, wie man sich in einem Amt so verbiegt, dass man kaum glauben kann, dass es sich um denselben Menschen handelt, den man gekannt hat.

Mit der Verleihung soll einem langjährigen Wunsch Klarsfelds entsprochen worden sein.

Vor drei Jahren war Klarsfeld auch in allen deutschen Medien präsent. Als Bundespräsidentenkandidatin der SED-Linken.

Damals wurde noch darauf hingewiesen, dass diese Wahl der SED-Linken mehr als zweifelhaft sei. Mehrere Medien brachten Berichte darüber, dass Klarsfeld, von Stasioffizieren intern „Klara“ genannt, von der Stasi und der SED munitioniert wurde.

Partei- und Staatschef Walter Ulbricht gab höchstpersönlich die Anweisung, Klarsfeld jede „sachdienliche Hilfe“ zu gewähren.

Der Chefpropagandist der SED, Albert Norden, bedauerte lediglich, dass Klarsfeld auf Bundeskanzler Kiesinger „reduziert“ war.

Schließlich hatte die Stasi jede Menge manipuliertes und gefälschtes NS- Material gegen andere Bundespolitiker in petto.

Abgesehen davon hat Sven Felix Kellerhoff darauf hingewiesen, dass Verdienste, die sich Klarsfeld zuschreibt, etwa, den Pariser Gestapochef Kurt Lischka aufgespürt zu haben, keine sind. Lischkas Aufenthalt war den Behörden vor Klarsfelds „Enthüllungen“ schon bekannt.

Klarsfeld reiste mehrmals in die DDR, um Material entgegenzunehmen. Von 1966 bis 1989 dauerte ihre Zusammenarbeit mit dem MfS, wie Günter Bohnsack, Mitarbeiter der Hauptverwaltung Aufklärung der Staatssicherheit, bereits 1991 dem „Spiegel“ mitteilte.

Natürlich beteuert Frau Klarsfeld, nicht gewusst zu haben, dass sie in einer legalisierten Außenstelle des MfS Stasimitarbeiter getroffen hatte. Das Gegenteil ist ihr nicht zu beweisen.

Aber allein die durch Äußerungen von SED-Funktionären dokumentierte Unterstützung der SED hätte genügen müssen, den Gedanken, Klarsfeld sei eine geeignete Kandidatin für das Bundesverdienstkreuz, gar nicht erst aufkommen zu lassen.

Dass sich ausgerechnet Gauck anders entschieden hat, ist ein Schlag ins Gesicht all derer, die für ihren Widerstand gegen das SED-Regime mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt wurden.

Was ist dieses Bundesverdienstkreuz wert, wenn es an Profiteure des SED-Regimes verschleudert wird?

Dieser Artikel erschien zuerst auf der Achse des Guten.


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