07. Mai 2015

Kriegsende 1945 Perverse Moral

Pfaffen beim täglichen Geschäft

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Bildquelle: shutterstock Moderne Inquisition: Satire wird unmöglich

„Ein Berliner Verlag hat erstmals eine ‚Bildbiographie‘ über Adolf Hitler veröffentlicht, den schlimmsten Massenmörder des 20. Jahrhunderts“, leichenbergpredigt Spiegel online, das nicht ganz haltbare Attribut „den größten“ pfiffig vermeidend, und zwei Ordensbrüder der Printausgabe stellen der einstigen Vorsitzenden des Bundes der Vertriebenen, die darauf hinweist, dass Millionen von Menschen 1945 mitnichten befreit wurden (wenngleich ein paar Milliönchen immerhin von ihrem Leben), folgende Interview-„Frage“: „Sie rechnen die Untaten Hitlers gegen die Stalins auf. Verbietet sich das nicht? Der Judenmord war ein singuläres Ereignis in der Geschichte.“

Moderne Pfaffen beim täglichen inquisitorischen Geschäft. Von ihren Vorgängern unterscheidet sie, dass sie weder an Theologie noch an Seelenrettung sonderlich interessiert sind.

Freund F. schreibt: „Gestern lief zur Hauptsendezeit (20.15 Uhr) beim ZDF eine ‚Dokumentation‘ mit dem irreführenden Titel ‚Die Verbrechen der Befreier‘ (es ging aber nur um die Amis). Nach volkspädagogischen Ergüssen bis zum Überdruss der Gipfelpunkt: Der alliierte Bombenterror gegen deutsche Zivilisten sei zwar ‚nicht legitim‘ gewesen, aber, weil kriegsverkürzend, habe er ‚Menschenleben gerettet‘. Ausgestattet mit dieser perversen Moral kann man auch einschätzen, das sowjetische Gulag-System sei ein wahrer Segen gewesen, hat doch der millionenfache Tod daselbst die Lebensmittelversorgung der Restbevölkerung erheblich verbessert. – Nein, man kann hierzulande wirklich keine Satire mehr schreiben.“

Dieser Artikel erschien zuerst auf Acta diurna.


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