24. März 2015

Blockupy und die Reaktionen Die Verharmloser

Linke Willkommenskultur für den „Schwarzen Block“

Dossierbild

Zum Abschluss einer Woche, deren Ereignisse alle Demokraten in Alarmbereitschaft versetzen sollten, geht der „Klodeckel des Tages“ an den Vizepräsidenten des Hessischen Landtags und langjährigen Vorsitzenden der hessischen Linkspartei, Ulrich Wilken. Er darf ihn stellvertretend für seine Gesinnungsgenossen entgegennehmen, die am Mittwoch Teile Frankfurts in Schutt und Asche legten. Wilken hatte nämlich die Demonstration zur Einweihung des Neubaus der Europäischen Zentralbank angemeldet, anlässlich derer mehr als 4.000 extrem gewaltbereite Linksfaschisten die Bankenmetropole im Morgengrauen überfallen hatten, um Jagd auf alles zu machen, was sich ihnen in den Weg stellte. Sie spannten – gottlob erfolglos – Stahlketten über die Straße, um Motorradfahrer zu köpfen, schlugen eine Schneise der Verwüstung durch den Ostteil der Stadt und legten Dutzende von Feuern, um die anschließenden Löscharbeiten zu nutzen, arglose Feuerwehrleute anzugreifen. Dabei schreckten sie nicht davor zurück, Polizeifahrzeuge in Brand zu stecken, in denen sich noch Polizisten befanden, wohl in der Hoffnung, nicht nur erheblichen Sachschaden anzurichten, sondern sich gleich auch noch einiger Vertreter der verhassten Staatsmacht zu entledigen.

Aus ganz Europa waren die Teilnehmer des sogenannten Schwarzen Blocks angereist, um sich unter dem Deckmantel der Kapitalismuskritik blinder Zerstörungswut hinzugeben, die auch vor dem menschlichen Leben nicht haltmacht. Der lose Zusammenschluss linker Extremisten hat keine politische Botschaft und verfügt über keinerlei Dialogbereitschaft. Er ist nicht nur deshalb neben dem Islamischen Staat die gefährlichste Bewegung, die Europa kennt. Dennoch wird der „Schwarze Block“ von der Politik totgeschwiegen. Die trotz lockerer Organisationsstrukturen europaweit gut vernetzten Linksterroristen erfreuen sich überdies des Rückhalts weiter Teile des links-grünen Lagers. Sie verstecken sich hinter dem Aktionsbündnis „Blockupy“, das unter anderem von der Gewerkschaft Verdi, der Linkspartei, der Grünen Jugend und einer Reihe weiterer vom Steuerzahler finanzierter linker Nichtregierungsorganisationen getragen wird. Man wartete daher nach dem Frankfurter Terrorangriff vergeblich auf eine klare Distanzierung der Führung der Linkspartei, und auch prominente Grüne wie der Europaabgeordnete Sven Giegold zeigten sich lediglich besorgt darüber, dass die an den Angriff auf das World Trade Center erinnernden Bilder dem „gerechtfertigten Anliegen“ schaden könnten.

Kaum verwunderlich, ist Giegold doch Mitbegründer von Attac, einer ebenfalls durch radikalen Eifer bekannt gewordenen Gruppierung, die zum „Blockupy“-Bündnis gehört. Mitorganisator Wilken wiederum äußerte „großes Verständnis für Wut und Empörung“ der Schlägertrupps. Wie Wilken und Giegold machen sich auch verharmlosende Journalisten zu Mittätern. Der „Spiegel“ trieb es auf die Spitze und erklärte Frankfurts „11. September“ zum Machwerk Rechtsradikaler, die den linken Block unterwandert hätten. Man muss kein Prophet sein, um vorherzusagen, dass die Politik auch nach den Geschehnissen des 18. März weiterhin mit zweierlei Maß messen wird. Wo sie rechten Extremismus auch in Ereignisse hineininterpretiert, bei denen er gar nicht stattfindet, wird der Linksterror folgenlos bleiben. Nur wenige Tage nach der Frankfurter Gewaltorgie sind alle politischen Kräfte daher längst wieder zur Tagesordnung übergegangen. Nirgendwo wurde als Zeichen der Abgrenzung das Licht ausgeschaltet, eine Warnung der Kanzlerin vor „Blockupy“ gab es schon gar nicht. Und man darf bereits heute darauf wetten, dass kein Bürgermeister zu Gegendemonstrationen aufrufen wird, wenn „Blockupy“ und der „Schwarze Block“ zur nächsten Kundgebung anrücken. Leichtes Spiel für den linken Terror.

Dieser Artikel erschien zunächst auf dem Blog des Autors.

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