14. Januar 2015

Mitläufer bei Mahnwache und Pegida Das Zeichen verstehen

Und alle sagen Ja zu unserem Land

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Man muss wissen, dass der Zentralrat der Muslime mit seinen höchstens 20.000 Mitgliedern trotz seines vollmundigen Namens zu den eher marginalen muslimischen Organisationen in Deutschland gehört. Dennoch standen gestern bei der „Mahnwache“ am Berliner Brandenburger Tor, zu welcher dessen medial omnipräsenter Chef Aiman Mazyek geladen hatte, auch Vertreter aller größeren muslimischen Verbände Deutschlands neben Bundeskanzlerin Merkel, Bundespräsident Gauck und diversen Kabinetts- und Bundestagsmitgliedern auf der Tribüne, um „ein Zeichen zu setzen“ für Toleranz und gegen den Terror. „Das ist ein patriotisches ‚Ja‘ zu unserem Land“, rief Gauck den wogenden Menschmassen zu und dankte den muslimischen Gemeinschaften für diese Manifestation ihrer einheitlichen Zustimmung zur Politik der Partei- und Staatsführung. Gekommen waren polizeigeschätzt unglaubliche 10.000 Berliner, in der Mehrzahl, wie Medien melden, Nichtmuslime, und das in der nach Istanbul zweitgrößten türkischen Kommune der Welt und der Hauptstadt der Bunten Republik Deutschland, in welcher jeder vierte Einwohner im Grunde rund um die Uhr Zeit hat für nichtdienstliche Verpflichtungen.

Das Zeichen ist offenbar verstanden worden.

(Man könnte die Sache aber auch ins Positive drehen und konstatieren, dass Berlins Türken beziehungsweise Muslime nicht dressiert genug sind, um auf Geheiß irgendwelcher Funktionäre zur Toleranzerbietung in großer Zahl vorstellig zu werden.)

Auf Spiegel online, der Organisationszentrale des geistigen deutschen Nonkonformismus, spricht heute ein couragierter Guerillero des Nichtdazugehörens von den „Pegida-Mitläufern in Dresden“, denn dort läuft ja weiß Gott inzwischen alles und jeder mit, außer der Kanzlerin, dem Bundespräsidenten, dem Kabinett, sämtlichen Bundes- und Landtagen, allen Ministerien mit dem für Justiz hintenweg, sämtlichen Gewerkschaften, Behörden, gesellschaftlichen Organisationen, Kirchen, Zentralräten, Universitäten, Schulen, Sportvereinen, Zeitungen, TV-Anstalten, Theatern, Opernhäusern, Kindergärten, Pop-Bands, Unterhaltungskünstlern, Kombinaten, Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften, FDJ, Komsomol und Antifa, zu schweigen von Heribert Prantl und Recep Tayyip Erdoğan, Allah erfülle seine Wünsche im Diesseits wie im Jenseits (die vom Heribert, speziell in puncto Bartwuchs, natürlich auch). 

Ernst beiseite: Wie wäre es mit: „die Mitläufer der Leipziger Montagsdemonstration im Oktober 1989“? Bilde weitere Beispiele!

Dieser Artikel erschien zuerst auf Michael Klonovskys Blog „Acta diurna“.


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