07. November 2014

Linke Hoffen auf Mahnwache

Die Schändung des Andenkens an die Mauertoten

Kurz vor dem 25. Jahrestag des Mauerfalls kommt es knüppeldicke: Die SED-Linke wird demnächst wieder Regierungspartei. Vorerst nur in Thüringen, aber der Fahrplan ist schon verkündet. Sachsen-Anhalt soll nach der nächsten Wahl ebenfalls übernommen werden, und dann kommt Berlin. Eine rot-rot-grüne Mehrheit im Bundestag gibt es bereits, die muss nur noch zum geeigneten Zeitpunkt aktiviert werden. Was uns dann erwartet, sollte jeder rechtzeitig im Parteiprogramm und den Strategiepapieren der SED-Linken nachlesen.

Eine „Aktion“ von Linksradikalen am Montag gibt schon mal einen Vorgeschmack darauf, wie der Weg zurück in den Totalitarismus aussehen wird. Unter Führung eines gewissen Philipp Ruch, der sich im Netz mit geschwärztem Gesicht präsentiert, wurden die Gedenkkreuze für mindestens 136 getötete Flüchtlinge gestohlen. Es war eine sorgfältig geplante Tat. Noch ehe der Diebstahl bemerkt wurde, kursierte schon ein Video im Internet.

Darin wurde die Straftat bejubelt und unter demagogischer Verdrehung der Fakten, wie es einst Karl-Eduard von Schnitzler, vom Volk treffend „Sudel-Ede“ genannt, praktiziert hat, zur hehren guten Tat stilisiert. Rauch wörtlich im SED-Jargon: „Es gibt keinen Diebstahl, diese Mauertoten sind von selbst geflüchtet. Die Straftat liegt im Nichtgedenken der Mauertoten an den EU-Außengrenzen.“

Die Botschaft ist klar und einschüchternd zugleich: Wer uns kritisiert, hat etwas gegen Flüchtlinge. Darauf, dass an den EU-Außengrenzen keine Menschen erschossen werden, sondern durch skrupellose „Fluchthelfer“, die ihre maroden Schiffe überladen, um möglichst viel Geld zu verdienen, dem Ertrinken preisgegeben werden, soll nicht diskutiert werden. Das Ganze ist nicht nur eine an Zynismus nicht zu übertreffende Verhöhnung der Mauertoten, sondern eine menschenverachtende Instrumentalisierung des Flüchtlingselends.

Rauch und seine Gesinnungsgenossen treiben seit zwei Jahren ihr Unwesen in der Gerhart-Hauptmann-Schule in Berlin- Kreuzberg. Als Flüchtlinge von ihren Beratern animiert wurden, aufs Dach zu steigen und mit Springen zu drohen, um die erste Räumung zu verhindern, lag plötzlich die widerliche Erwartung in der Luft, wenigstens einer solle die Drohung wahrmachen. Dass es nicht dazu kam, ist jedenfalls nicht Rauch und Co zu verdanken, von denen nicht bekannt ist, dass sie sich um eine Deeskalation bemüht hätten.

Mittlerweile muss sogar die grüne Bürgermeisterin Herrmann eingestehen, dass die Flüchtlinge von den Linksextremisten „schlecht beraten“ werden. Das ist sehr milde ausgedrückt, denn schließlich hat es schon einen Toten und mehrere Verletzte in der Schule gegeben. Das hat die edlen „Aktivisten“ aber nicht gehindert, weiterzumachen. Sie lenken von sich ab, indem sie Schuldzuweisungen an die Gesellschaft am Fließband produzieren.

Das eigentliche Problem sind aber nicht ein paar skrupellose Linksradikale, die keinen Hehl daraus machen, dass sie die offene Gesellschaft zerstören wollen. Das Problem ist, dass Politik und Medien sie in ihrem Treiben gewähren lassen. Der offene Gesetzesbruch veranlasst den Innensenator keineswegs, seiner Pflicht nachzukommen, die Einhaltung der Gesetze durchzusetzen. Die Medien berichteten von der jüngsten Schändung des Andenkens der Mauertoten äußerst zurückhaltend, zum Teil mit kaum versteckten Sympathien.

Wenn man bedenkt, welchen Mediensturm die Hooligan-Krawalle in Köln ausgelöst haben, die, wenn sie in Berlin als revolutionäre 1.-Mai-Demo oder in Hamburg als Florastraßenfest stattgefunden hätten, als „weitgehend friedlich“ bezeichnet worden wären, wirkt die laue Berichterstattung über die kriminelle Tat von Rauch und Co wie ein weiterer Affront gegen die Verfolgten der SED-Diktatur. „Die Mauertoten sind jetzt in Sicherheit vor den offiziellen Gedenkfeiern am 9. November“, tönt es in dem verlogenen Video der Täter. In den Medien hat das keinen Widerspruch erfahren.

Es bleibt zu hoffen, dass am 9. November, wenn die Lichtgrenze inszeniert wird, an der Stelle, wo die Linksradikalen das Andenken der Mauertoten geschändet haben, eine Mahnwache stattfindet.

Dieser Artikel erschien zuerst auf der Achse des Guten.


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