20. Oktober 2014

Skandal Schwarzweiße Weltbild-Witze

Das ist nicht lustig, sondern russisch

„Kürzlich hat der russische Tennispräsident Schamil Tarpischew die afroamerikanischen Tennisschwestern Serena und Venus Williams in einer russischen Late-Night-Show wegen ihrer strammen Muskeln angeblich scherzhaft die ‚Williams Brothers‘, die ‚Gebrüder Williams‘, genannt. Zu Recht wurde das als ‚sexistisch‘ und ‚rassistisch‘ gebrandmarkt. Zu Recht wurde Tarpischew von der Women’s Tennis Association (WTA) für ein Jahr gesperrt und zu einer Geldstrafe von 25.000 Dollar verurteilt. Über weiße Tennisspielerinnen, gar über weiße russische Tennisspielerinnen, hätte er sich nie so herablassend und beleidigend geäußert“, schreibt Martin Klingst in einem „Zeit“-Kommentar vom 20. Oktober.

Da hätten wir also wieder einen handfesten Skandal. Und das in zweierlei Hinsicht. Erstens hätte es überhaupt keiner Erwähnung mehr bedurft, dass es sich dabei selbstverständlich um einen Russen handelt, der bekanntlich unser aller Unglück ist. Das weiß längst jeder. Allein die Erwägung der Möglichkeit, es könne sich nicht um einen Russen gehandelt haben, ist ein veritabler Skandal. Oder haben Sie tatsächlich etwas anderes erwartet? Falls ja: Bitte vermeiden Sie Verschwörungstheorien. Nun gut, ansonsten verhielt Klingst sich aber völlig korrekt, indem er gleich zweimal auf den schäbigen russischen Charakter hinwies: Einmal auf denjenigen des selbstverständlich russischen Rassisten und Sexisten, das andere Mal durch Verweis auf die selbstverständlich russische Talkshow. Man kann das schließlich nie oft genug betonen. Gerade jetzt, wo Russland einen Atomkrieg in der Ukraine führt.

Als hervorragend ausgebildeter, mehrfach diplomierter Psychologe weiß Klingst natürlich auch, dass der selbstverständlich russische Rassist und Sexist sich über weiße Tennisspielerinnen nie so herabsetzend geäußert hätte. Soviel steht doch fest. Denn man kann in diesen Russen lesen wie in aufgeschlagenen Büchern, und in jedem Russen steckt ein deutscher Qualitätsjournalist, der raus will. Außerdem weiß doch längst jeder, dass nur Russen auf die Idee kommen, das Herrengeschlecht in, jaja, angeblich „scherzhaft“ gemeinten Anspielungen mit Untermännern zu vergleichen. Das ist der ganz normale, selbstverständlich russische, schäbig-lumpige Sexismus und Rassismus. Warum Klingst seinen argumentativ sauber und sachlich geführten Schuldbeweis – als hätte es, wie bereits erwähnt, überhaupt noch eines Beweises russischer Schuld bedurft! – selber zu zersetzen droht, indem er durch Verwendung von „angeblich“ den längst Überführten  auch noch zu entlasten und dessen Schuld zu relativieren oder gar verharmlosen droht, muss gerade vor dem Hintergrund des von den Russen in der Ukraine geführten Atomkrieges völlig unverständlich sein, vor allem aber sollte es für Herrn Klingst berufliche Konsequenzen nach sich ziehen.

Der Überführte geht zudem nahezu straffrei aus. Auch das ist ein Skandal, dass ein natürlich russischer Sexist und Rassist nur für ein Jahr gesperrt wird, statt lebenslänglich zu erhalten, und eine Geldstrafe von läppischen 25.000 Dollar bekommt, statt dass sämtliche seiner Vermögenswerte, mobil wie immobil, konfisziert und zur Begleichung der ukrainischen Schulden, der Beseitigung der Schäden, die durch den ganz zweifelsfrei von Russland begonnenen Atomkrieg verursacht wurden sowie zur Rettung Griechenlands und Frankreichs  zum Wohle des europäischen Volkskörpers eingesetzt werden.

Ich werde mich persönlich dafür stark machen, dass Herr Klingst für die Verwendung von „angeblich“ eine angemessene Strafe erhält und für mindestens zwei Jahre von allen journalistischen Aktivitäten ausgeschlossen wird. Schon der kleinste Ansatz der Zersetzung kann sich fatal auswirken, meine Frauen.

Im Auftrag Frau Dr. Axel Streicher, Reichsschrifttumskammer im Wahrheitsministerium

Link:

„Die Zeit“: „Schwarze und weiße Witze“


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