04. Juli 2014

Dokumentation Was ist Gangbang?

Gender-Soziologin präsentiert Übungsbuch für den Schulunterricht

Elisabeth Tuider arbeitet seit 2011 als Professorin für „Soziologie der Diversität“ an der Uni Kassel. Ihre Forschungsschwerpunktthemen sind Gender Mainstreaming, Geschlechterforschung, Migration und soziale Ungleichheit.

In ihrem Buch „Sexualpädagogik der Vielfalt. Praxismethoden zu Identitäten, Beziehungen, Körper und Prävention für Schule und Jugendarbeit“ beschreibt sie Übungen für den Schulunterricht. Die „Hessische/Niedersächsische Allgemeine“ präsentierte am 30. Juni 2014 Auszüge:

„Sex-Quiz

Ab zwölf Jahren. Die Leitung stellt Fragen mit je drei Antwortmöglichkeiten, die die Kinder in Kleingruppen beantworten sollen. Darunter auch diese Fragen:

Was ist eine Vakuumpumpe? a) Ein Gerät zur Zubereitung luststeigernder Lebensmittel; b) Eine Plastikpumpe zum Aufbau und zur Verstärkung der Erektion; c) ein Gummipuppen-Sterilisator.

Was ist Gangbang? a) Sex in einer Gruppe von vielen Männern und Frauen; b) Sex zu dritt; c) Wenn eine Person mit mehreren Männern, die in einer Schlange anstehen, hintereinander Sex hat (ursprünglich Gruppenvergewaltigung).

Das Quiz diene der Wissensvermittlung und Begriffsklärung, heißt es in der Erläuterung. (Auflösung: 1b, 2c)

Das erste Mal

Altersstufe: ab 13 Jahren. Die Jugendlichen bilden Vierergruppen und ziehen vier Karten, auf denen verschiedene erste Male stehen. Neben das erste Mal Eifersucht, Händchenhalten oder Küssen gibt es auch das erste Mal Petting und das erste Mal Analverkehr. Die Jugendlichen sollen dann ein erstes Mal auswählen und es in frei gewählter Form (zum Beispiel als Gedicht, als Bild, als Theaterstück oder Ähnliches) darstellen. Die Zuschauenden müssen dann raten, was dargestellt wird.

Als Ziel der Methode wird genannt, dass Wünsche und Ängste bei unterschiedlichen ersten Malen thematisiert werden können.

3 - 2 - 1 - deins!

Ab zirka 14 Jahren. Bei einer gespielten Auktion sollen die Jugendlichen Gegenstände für sieben verschiedene Parteien in einem Mietshaus ersteigern. Dort wohnen eine alleinerziehende Mutter, ein heterosexuelles kinderloses Paar, ein schwules Paar, ein lesbisches Paar mit zwei Kindern, ein Senioren-Paar, eine Wohngemeinschaft mit drei Behinderten, eine Spätaussiedlerin aus Kasachstan. Ersteigern können die Jugendlichen neben Häkeldeckchen, Windeln und Schraubenziehern unter anderem einen Dildo, Kondome, Potenzmittel, Vaginalkugeln, Lack und Leder, Handschellen und Kamasutra.“


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