13. Juni 2014

Republikaner in Texas haben lange Beine Und deutsche Journalisten nur noch Stümpfe

Wenn Leser um Information betrogen werden

„Republikaner schlagen Therapie für Homosexuelle vor“, titelte Anfang der Woche Spiegel Online. Tageschau.de  wählte für zwei Meldungen die Überschriften „Republikaner in Texas wollen Therapie für Schwule“ und „Republikaner wollen Schwule heilen“.

Sind jetzt die Republikaner im US-Bundesstaat Texas völlig verrückt geworden? Nein, wohl eher die deutschen Medien. Denn die amerikanische Landespartei möchte niemanden therapieren oder heilen. Sie hat noch nicht einmal irgend eine Neuigkeit beschlossen.

Vielmehr haben die Republikaner lediglich festgehalten, dass jene kleine Minderheit unter den Schwulen, die unter ihrer Homosexualität leidet, frei ist, eine Behandlung ihrer Wahl nachzufragen. Und Therapeuten seien auch weiterhin frei, eine solche Hilfestellung anzubieten. Es geht um seltene Einzelfälle und um Freiheit auch für nachgefragte oder angebotene abweichende Methoden, nicht um eine Zwangstherapie für alle Homosexuellen, wie die deutsche Presse uns weismachen will.

Nachrichtenwert haben nicht die Republikaner in Texas, die lediglich Freiheiten für kleinste Minderheiten verteidigen, sonder ihre Kollegen in Kalifornien und New Jersey, die derlei seit Jahrzehnten bestehende Angebote und Nachfragen seit kurzem gesetzlich verbieten. Sie versündigten sich gegen die Therapiefreiheit. Sie sind der eigentliche Skandal. (Und das ganz unabhängig davon, was auch immer man von der einen oder anderen Behandlung oder Therapie hält. Nicht jeder erachtet Homöopathie oder afrikanische Wunderheiler für gut, aber sie sollten angeboten werden dürfen.)

Die Republikaner in Texas wollten lediglich darauf aufmerksam machen und an der Freiheit im Lande festhalten. Da es eigentlich offensichtlich ist, wer sich hier an kleinsten Minderheiten vergeht und wer totalitäre Absichten verfolgt, glauben deutsche Medien in ihrer politisch korrekten Besessenheit offenbar, von leichter Flunkerei zu offener Lüge übergehen zu müssen. Der Zweck heiligt wohl inzwischen jedes Mittel.

Höchste Zeit also für Frischluft und Aufklärung: „Medien im Wandel“ ist das Schwerpunktthema in ef 144. Das Heft erscheint in wenigen Tagen. Es geht darin um wirkliche Nachrichten und Skandale, nicht um die Republikaner in Texas.


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