26. Mai 2014

Wort zum Montag Demodampf und Dödelfunker

Wider die wöstliche Politik

Der denkskeptische Schafshirten-Chauvinismus machtpsychotisch eingetupperter Leidmedien schlug letzte Woche mit dem Kopf auf die nächste Stufe der Kellertreppe Richtung wirtschaftlicher Niedergang und Vergessenheit. Im „Zerrspiegel TV“ leistete man sich einen Beitrag über, nein, Bleischlag gegen die „Montagsdemonstrationen“, den man in dieser Uniform wohl noch nicht mal von der „TILT für eigene Meinung“ erwartet hätte. Die Demos und mit ihnen sämtliche Teilnehmer wurden in eine Unterhose des derzeit kräftig inflationierten Adolf Hitlers gewickelt und in den eingedenk ihres massiven Vertrauensverlustes in Strömen an den Bildschirmen und Zeitungen hinunterlaufenden erregten Speichelfluss der verzweifelt um ihre längst verlorene Deutungshoheit ringenden Schäferhunde des Mainstreams geworfen, die leider noch nicht gemerkt zu haben scheinen, dass sie vor allem und vorrangig Mitmenschen sind, keine zankenden Thronerben, die vor lauter irrationalen Revierängsten ihr Wasser nicht mehr halten können und deshalb irrglauben, ständig das Beinchen an Lesern und Zuschauern heben zu müssen.

Mitmenschen, denen im Falle eines Erfolges der von ihnen schizophrenerweise so passioniert protegierten EUliten, Zentralgangster, politischen Alpha-Vampire der Hunter-Klasse, die sich gerade die Ukraine durch die Nase ziehen, der Krisen-, Konflikt- und Kriegstreiber, Seelenverkäufer und Piraten der Ponzikaribik, Dirigisten und Imperialisten, Turbo-Etatisten, -Interventionisten und XXL-Zentralisten aller beteiligten Parteien des Wostens, der Papierpharaonen und „Ordo Ab Chao“-Chaoten keine wesentlich bessere Knechtschaft beschieden sein wird als ihren planwirtschaftlich planierten, doppelglücklich doofgegenderten, allzeit überwachten und repräsentativ verlachten, technokratisch taxierten, raubtiermonopolistisch rasierten und dödeldemokratisch düpierten Knastbrüdern im Heiligen Römischen Reich ökologisch korrekt klimatisierter europäischer Supernation. Kurz zur Erklärung des Begriffes „Wosten“: Da es in politischer Hinsicht eh kaum noch Unterschiede zwischen Westen und Osten gibt – was dem Iwan sein autoritärer Bärenringer an der Spitze, ist dem Michel seine politische „Es darf gelacht, aber bitte nicht selber gedacht werden“-Korrektheit, was manchem Borschtsch-Säufer seine Sowjetnostalgie, ist manchem Krautfresser seine alternativlose EUdSSR, drüben Krim, hier NATO, dort Wladimir Putin, hier Martin Juncker oder José M. Barrompuy und so weiter –  warum unnötige sprachliche Umstände machen? „Wöstliche Oligarchen“, „Wöstliche Politik“, „Wöstliche Wahlgeschenke“ oder „Wöstliche Machtgelüste“. Gelingt immer und verklebt nicht die Wahrnehmung  mit Dödeldifferenzierung.  

Aus irgendeinem Grund glauben viele Hirtendichter der vorschreibenden Zunft immer noch, sie bekämen für ihr eisernes Festhalten an den Lügen und Täuschungen ihrer ganz gewiss nur ihr Bestes wollenden Souffleure, von denen sie sich regelmäßig zu Geheimpalaver einladen lassen, irgendetwas geschenkt, als würde man sie deshalb bevorzugt behandeln. Sie glauben immer noch, sie wären mehr als „Tools“, nützliche Idioten, die zwar toleriert, aber keinesfalls als auf gleicher Augenhöhe Agierende akzeptiert werden, hilfreiche Hofsänger, verwurstete Vortänzer in reizend raschelnden Röckchen aus Zeitungspapier, des nackten Kaisers Kapaune mit Schlips und gestärktem Kragen vor Aktuellen Kameras. Was ein Kapaun ist? Schauen wir mal schnell bei Wiki nach: „Ein Kapaun, auch Kapphahn oder Masthahn, ist ein im Alter von etwa zwölf Wochen kastrierter und gemästeter Hahn. Sein Fleisch ist besonders mild, weiß und fett und wird in der feinen Küche geschätzt.“ Perfekte Metapher.

Bedenkt man, dass es sich um sogenannte erwachsene Menschen handelt, bei denen man ein gewisses Maß an eigenständigem Denkvermögen und kritischem Bewusstsein eigentlich voraussetzen können sollte, könnte man meinen, monentan in einem der größten Kindergärten zu leben, den die Weltgeschichte je gesehen hat. Aber äußern Sie bitte nie öffentlich die naheliegende Vermutung, es könne ein Zusammenhang zwischen der Mitgliedschaft führender deutscher Meinungsvorkauer in einigen der wichtigsten Entscheidungsgremien geldfälschender und geoschachspielender wöstlicher Machteliten und der diesen merkwürdig zugeneigten Artikelinhalten bestehen. Sonst kann es passieren, dass Sie, wie jüngst im Falle der ZDF-Sendung „Die Anstalt“, von der verlorenen „Zeit“, der wöchentlich ausgegebenen Propagandatröte streng wöstlicher Ausrichtung, mit höflichen, aber bestimmten Bitten um Unterlassung beglückt werden: Bitte vermeiden Sie Offensichtlichkeiten, die mittlerweile jedem Fünfjährigen ins Auge springen, sonst rappelt‘s in der Rechtsabteilung!

Aber zurück zu den Montagsdemos. Zugegeben, da gibt's auch einige „merkwürdige Gestalten“. Ach was. Wenn man in den Bus oder die U-Bahn steigt – oder die etablierten Parteien wählt –, sitzen hin und wieder auch merkwürdige Gestalten vor einem. Wieder mal eine dolle Erkenntnis. Auf diesen Versammlungen  ist eben ein recht breites Spektrum unterschiedlicher Meinungen vertreten (im Gegensatz zur etablierten Politik), die aber der völlig richtige Glaube vereint, dass es, diffus-salopp formuliert, „so nicht weitergehen kann“. Damit dürfte man wohl offene Türen eintreten. Natürlich kann und darf es so nicht weitergehen, weder mit dem Finanzsystem  noch der Poppenspäler-Politik, weder den kontinuierlichen Offenbarungseiden der Masseneinlullungsmedien noch der gefährlichen militärischen Muskelspielerei, die überall explosive Fässchen aufmacht, sei‘s an der Ostfront 2.0, im Nahen und Mittleren Osten (die „Syrien-Option“ ist noch lange nicht vom Tisch...) oder, wie vor kurzem erneut in das immer knapper werdende, längst zerschlissene und zerlumpte Tarnmäntelchen „humanitärer Hilfe“ gehüllt, auf dem afrikanischen Kontinent.

Statt die berechtigten Sorgen und Ängste der Menschen angesichts buchstäblich brandaktueller Entwicklungen aber ernstzunehmen und etwas sauberer zu unterscheiden zwischen einigen wenigen Spinnern, die es auf den Montagsdemos tatsächlich gibt (so wie überall, natürlich auch bei den Etablierten, wie der tragikomisch-restjournalistische Beitrag im Zerrspiegel-TV bewies, oder auch bei eigentümlich frei in Gestalt meiner weltverschwörungstheoretischen Wenigkeit), und der Mehrzahl der Teilnehmer, die einfach nur wissen wollen, „was eigentlich gespielt wird“, geht man wie ein trotziges Kind in Verweigerungshaltung und hält an unhaltbaren Illusionen über das wahre Wesen knallharter Herrschaftsinteressen fest.  Dass wöstliche Machtcliquen womöglich auch anderes antreiben könnte als ausschließlich philanthropische Motive – was früher eine ganz selbstverständliche, einleuchtende Erkenntnis und historisch vielfach belegbare Tatsache war –, ist heute Anti-XYmus und Verschwörungstheorie. Soweit ist die geistige Depravation schon fortgeschritten. Dafür an die Mit-Verantwortlichen ein herzliches Danke, thank you, gracie, merci, spasibo, ihr Informations-Nach- und Hinrichter.  

Mein größter Kritikpunkt an den Montagsdemos wäre die ökonomische Unkenntnis mancher Teilnehmer, vor allem einiger  ihrer prominentesten Wortführer und „Stars“. Yoda würde wohl sagen: „Zuviel Zeitgeist-Blabla und linksjournalistische Wirtschaftsschelte noch in den jungen Padawanen steckt.“ Da war zum Beispiel ständig zu hören, das „kapitalistische Geldsystem“ und sein „Zins“ seien das Problem. Wenn ich gegenfragen darf: Von welchem „kapitalistischen“ Geldsystem redet ihr? Meint ihr dieses raffiniert ausgeheckte technokratisch-planwirtschaftliche Zwangsgeldmonopol, das nicht umsonst von Leuten installiert wurde, die nach der Devise „Competition is a sin!“ („Wettbewerb ist eine Sünde!“) eben jene Wettbewerber dank des geschickten Einsatzes des staatlichen Gewaltmonopols auszuschalten verstanden, diese – wie bitte, Kapitalisten? – Hardcore-Etatisten und Geldsozialisten, die den Staat als eine Art Gottheit betrachten? Macht euch doch bitte mal schlau über den glühenden Neoplatonismus und ‑hegelianismus dieser Weltregierungsfreaks auf der Suche nach dem Baconschen „New Atlantis“, dem „Weltstaat“ ewiger Menschheitsbeglückung.

Also was genau meint ihr nun, wenn ihr vom Kapitalismus redet? Das „Eigentum an den Produktionsmitteln“ vielleicht, das es nun mal geben muss, da nicht jeder die nötigen Grundvoraussetzungen, Fähigkeiten und Kompetenzen besitzt, ein Unternehmen zu führen oder Dinge zu erfinden und herzustellen, die man dann kaufen kann? Die garstige „Ökonomisierung“ der Arbeit, durch die der Kapitalist angeblich auf heimtückische Weise den vom Arbeiter produzierten Mehrwert abschöpft, nachdem er jahrelang knüppelharte Arbeit und viel Geld in den Aufbau seines Ladens steckte und damit sich selbst sowie (falls vorhanden) seine Familie einem nicht unbeträchtlichen Risiko aussetzte? Der zusehen muss, wie er sich „am Markt halten“ und eure Käufergunst erhalten kann, will er wirtschaftlich überleben? Der seinen Angestellten keinen Mehrwert stiehlt und im Kohlenkeller bunkert, sondern Rücklagen bilden, sich absichern und für die Zukunft, sollte es zum Beispiel mal etwas lauer laufen oder sollten Investitionen in neue Produktionsmittel nötig sein, irgendwie absichern und dabei auch an seine Mitarbeiter denken muss? Denn vom Staat wird der ja nicht gerettet, wenn's schiefgeht. Dieses Privileg besitzen nur die größten Banken des staatlich zutiefst verbundenen und bestens vernetzten Geldfälscher-Gesindels. Man sollte schon noch unterscheiden können zwischen Kapitalismus und Turbo-Korporatismus. Letzterer hätte ohne den Macho-Staat, den manche von euch paradoxer- und lustigerweise so lautstark zur „Regulierung“ oder „Zähmung“ des „Raubtierkapitalismus“ ersehnen, nämlich gar nicht auf solche Touren kommen können wie derzeit in den USA oder, sollten die Herrschaften ihren Willen auch in Europa bekommen, demnächst wohl auch in der EU-komm-auch-du-mein-Logenbruder-greif-zu.  

Des weiteren sind nicht Geldsysteme mit Zins das Problem, das ist ein ganz großer, übelriechender Schimmelkäse, sondern Geld-MONOPOLE mit Zins, die, vom Staat gesetzlich geschützt, in Druckerpressen gefälschten und nachgemachten Schein in Umlauf bringen können und dafür mit politischen Posten nicht unter dem Finanzminister oder Präsidentenberater bestraft werden. Ob dieser wichtige Unterschied in manchen Köpfen vielleicht doch nochmal aufpoppt? Also ein solches Geldmonopol, dessen Rädelsführer, Unruhestifter, Abzocker, Betrüger, Kriegstreiber, Blutsauger, Giftschlangen und Diebe und maximalkorrupte, verschwistert-verschwägert-verschworene politische Führungswitze  beispielsweise durch Festlegung des Leitzinses ihrer possierlichen Welt-rauscht-durch-die-Leitplanke-Währung nicht nur die Volkswirtschaft Amerikas, sondern große Teile der Weltwirtschaft fast nach Gusto manipulieren können und das auch schon seit langer Zeit tun. Ein Monopol, das nicht nur mit Zähnen und Klauen, sondern Gewehren, Granaten und Raketen, atomgetriebenen Flugzeugträgern und Kampfjets buchstäblich bis aufs Blut verteidigt wird. Es fehlt an gesundem (Währungs-) Wettbewerb, der, gerade wenn‘s um‘s Geld geht, keinesfalls Sünde wäre, sondern dazu beitragen könnte, den größenwahnsinnigen Gotteswerkverrichtern das Handwerk zu legen. Das Problem ist nicht der Zins, es ist die allzu verlockende Machtfülle eines staatsgewaltsam und -tätig durchgesetzten und geschützten Monopols, das zu (Markt-, Devisen-, Rohstoff- und Edelmetallpreis- sowie Zins-) Manipulationen und Betrug förmlich einlädt.

Abschließend und in diesem Zusammenhang noch schnell ein paar Worte zum Vorwurf des „Antisemitismus“, der gegenüber den Montagsdemos ebenfalls etwas zu pauschal erhoben wurde. Ja, es gibt tatsächlich antisemitische Untertöne bei einigen wenigen Teilnehmern. Um diesen groben Dummfug hiermit hoffentlich ein für alle Mal abwürgen zu können: Weil manche (manche, beileibe nicht alle) der einflussreichsten Banker der Wall Street Juden sind, stößt man hin und wieder auf die unsinnige Behauptung, Bankwesen und Finanzsystem hätten etwas mit „den Juden“ oder „dem Judentum“ zu tun, weil in solchen Köpfen leider keine Chance zu bestehen scheint, sich ganz simple und einleuchtende Fragen zu stellen wie zum Beispiel diejenige, warum dann weltweit Millionen von Juden leben, die nicht an den Schalthebeln großer Banken sitzen. Ich glaube nicht, dass man es noch kürzer und einfacher erklären kann: Wenn solche Banker sich fragwürdig oder gar kriminell verhalten, dann natürlich nicht, weil sie Juden sind, sondern Banker, die um die – aus ihrer Perspektive – Vorteile eines staatlich protegierten Zwangsgeldmonopols sehr genau wissen und diese Monopolstellung auch weidlich ausnutzen. Das ist KEINE Frage der Konfessionszugehörigkeit oder ethnischen Abstammung, sondern ein strukturelles Problem des bestehenden Geldsystems und seines heuer schier bodenlos korrupten staatlichen Dauerpettings.  Es ist völlig schnurz, ob ein Jude, Christ, Buddhist, Aerobic-Fanatiker oder Tamagotchi-Sammler es sich darin gemütlich macht. Wer das jetzt noch immer nicht kapiert hat, wird wohl dumm sterben müssen.

Bevor das wieder falsch ankommt und für Empörung sorgt: Ich wollte euch damit nicht niederschimpfen. Im Gegenteil, man kann ja schon froh sein, dass sich michelseits endlich mal was tut, dass es wackere Streiter gibt, die sich das alles nicht mehr bieten lassen wollen und dagegen antreten. Völlig in Ordnung. Allerdings könnte etwas mehr begriffliche Klarheit zuweilen wirklich nicht schaden. Und lasst euch das Gekotze der Leitlemminge einfach mal egal sein. Wenn die so weitermachen, wird es sie bald eh nicht mehr geben. Legt ihnen einfach ganz friedlich ein paar Lilien und einen poetischen Abschiedsgruß vor die Tür.


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