02. April 2014

Deutschland von Sinnen Zensur oder Partei

Pirinçcis Leser auf der Suche nach der politischen Antwort

Dossierbild

Heute im ZDF-Mittagsmagazin wird Akif Pirinçci erstmals im Fernsehen sein Wutbuch „Deutschland von Sinnen: Der irre Kult um Frauen, Homosexuelle und Zuwanderer“ vorstellen. Die Reaktionen werden nicht wesentlich anders ausfallen als das erste Meinungsbild der Leserrezensionen bei Amazon: Begeisterte Bestnote (5 Sterne) oder entrüstete Schlechtestbewertung (1 Stern) – dazwischen gibt es: nichts.

Bemerkenswert sind zwei typische Reflexe aus beiden Lagern. Die einen, denen das Buch nicht gefallen mag, schreien nach Zensur: „Inzwischen machen die Neonazis auf ihren einschlägigen Internet-Plattformen für dieses rechtsextremistische Werk Werbung und geben dabei Amazon als Kaufquelle an. Weiß Amazon eigentlich, was sich da auf seiner Plattform tummelt?“ Sie sind es, denen Pirinçci im Buch „rot-grün-faschistoide Ansichten“ unterstellt, was sie als „absurde Wortschöpfung“ empfinden. Wie absurd!

Die anderen, die begeistert zustimmen, fordern Pirinçci auf: „Werden Sie Bundespräsident!" – das ist noch halbwegs originell und würde in gewisser Hinsicht auch stringend die Linie Wulff-Gauck zuendeführen – oder, wie bereits bei Sarrazin zuweilen gehört: „Bitte gründen Sie eine Partei!“

Akif Pirinçci wird niemals eine Partei gründen (und hat dies im Interview mit dieser Zeitschrift eindeutig klargestellt). Weil er weiß, dass jede als Tiger gestartete Partei im demokratischen System spätestens bei Erfolg Karrieristen wie verlogene Wahlgeschenkeversprecher anzieht und als politischer Bettvorleger enden wird. Siehe die Grünen auf ihrer kurzen Reise von der „Antiparteienpartei“ zur gemeinsamen Postfachadresse von Finanzamt, Sozialversicherung, Volkserziehungsbehörden, NATO und Europäischer Union.

Könnte es einen besseren Beweis für Pirinçcis Befund „Deutschland von Sinnen“ geben, als die im benachbarten Ausland doch eher seltenen Rufe nach Zensur und Parteigründung?


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