24. März 2014

Günther Jauch über Putin und die Krim Deutschlands Souveränität und Russlands NATO-Mitgliedschaft

Russische und amerikanische Wahrheiten, die heute niemandem so recht auffallen wollen

Dossierbild

Gestern Abend bei Günther Jauch wurden zwei Sensationen verkündet. Den heutigen Rezensenten fielen sie leider nicht auf. Also weisen wir darauf hin.

Erstens

Ursula von der Leyen regte in der Talkrunde an, die Wiedervereinigung der Krim mit Russland hätte – „wenn, dann“ – ähnlich verlaufen sollen wir die deutsche Wiedervereinigung mit ihren damaligen „Zwei-plus-vier-Gesprächen“. Dann, so von der Leyen, hätte sich „Russland mit den USA, Großbritannien und Frankreich sowie der Ukraine an einen Tisch setzen“ müssen, um über das weitere Schicksal der Krim zu verhandeln. Doch dieses Argument ließ der Russe Tultschinski, Leiter des Deutschland-Büros der russischen Nachrichtenagentur Ria Novosti, nicht gelten. Tultschinski antwortete so direkt, wie es vielleicht nie zuvor im deutschen Fernsehen zu hören war: „Man darf nicht vergessen, dass damals die vier Mächte über Deutschland gesprochen und entschieden haben, weil sie nach wie vor Pflichten und Rechte gegenüber Deutschland haben.“ Ja, er sagte „haben“ und nicht „hatten“. Mit anderen Worten: Deutschland war und ist nicht souverän! Frau von der Leyen entglitt an der Stelle ein wenig der Gesichtsausdruck…

Zweitens

Die nächste Sensation verkündete der Amerikaner John Kornblum als ehemaliger US-Botschafter in Berlin. Er ließ uns wissen, dass die Vereinigten Staaten 1996 auch Russland die NATO-Mitgliedschaft anbieten wollten. Aber dieses Ansinnen scheiterte an den Europäern, die Angst davor hatten, dass Russland dann auch in die EU eintreten können müsse und dass dies die „Strukturen der EU überfordern“ würde. Mit anderen Worten: Es waren und sind gar nicht die Amerikaner, die in den letzten Jahren dafür sorgten und sorgen, dass die NATO immer näher an Russland heranrückt. Es ist die EU, die das Motto vorgibt, „alle dürfen und sollen mit dabei sein, nur Russland muss draußen bleiben“. Soviel mal wieder zum „Friedensprojekt EU“…


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