11. März 2014

Uli Hoeneß und Marwa Wie eine Prinzessin

„Beim kleinsten Problem anrufen. Ich bin sofort da.“

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Der Publizist und Friedensaktivist Jürgen Todenhöfer beschrieb gestern auf seiner Facebookseite ein Erlebnis mit Uli Hoeneß: „Vor vielen Jahren war ich mit der schwerverwundeten 13-jährigen Irakerin Marwa im Münchner Seehaus. Am Nebentisch speiste der Vorstand des FC Bayern – darunter Uli Hoeneß. Marwa hatte durch US-Bomben ein Bein verloren. Seit Monaten wurde sie in München qualvoll operiert. Ich wollte ihr wenigstens einmal ein Bayernspiel zeigen. Zur Ablenkung. Doch der Fußweg zum Olympiastadion war für sie viel zu weit. Hoeneß bekam unser Gespräch irgendwie mit. Mit hochrotem Kopf kam er an unseren Tisch und gab mir eine Freizufahrtskarte bis zur Tribüne. ‚Ich werde dort auf euch warten. Wir kriegen das hin.’ Marwa strahlte. Am Tribüneneingang wartete Hoeneß tatsächlich auf Marwa. Vorsichtig ließ er sie zu ihrem Platz tragen. Wie eine Prinzessin. Er gab ihr sogar seine Nummer: ‚Beim kleinsten Problem anrufen. Ich bin sofort da.’ Marwa strahlte vor Glück.“

Es ist traurig, dass dieser große Mann, der nichts verbrochen hat als sein mit ehrlicher Arbeit verdientes Geld vor den Räubern retten zu wollen, dass dieser so sympathische Mensch nun vor einer Meute herzloser Strauchdiebe in die Knie geht anstatt ihnen zuzurufen: „Wer seid ihr, dass ihr es wagt, mir auch noch moralisch zu kommen. Was habt ihr in eurem Leben anderes getan als lügen, erpressen und rauben?“

Jürgen Todenhöfer formuliert das so: „Jener viel mächtigere Richter, vor dem wir nach unserem Tod alle einmal stehen werden, wird Uli Hoeneß vielleicht trotzdem in die Arme nehmen und sagen: ‚Was du dem Geringsten unter den Menschen getan hast, das hast du mir getan.’“


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