28. Februar 2014

Ukraine Klitschko als US-Agent im heiß-kalten Krieg?

Hacker veröffentlichen E-Mail-Verkehr

Dossierbild

Eine Hacker-Gruppe namens „Anonymous Ukraine“ will die E-Mails des litauischen Präsidenten-Beraters Laurynas Jonavicius gehackt haben, wobei auch seine Korrespondenz mit Vitali Klitschko zum Vorschein gekommen sein soll.

Die veröffentlichten Auszüge zeigen Bemerkenswertes. So schrieb Klitschko am 27. November 2013, einen Tag nach dem Aufrtitt der litauischen Politikerin Loreta Graužinienės auf dem Maidan in Kiew, an Jonavicius:  „Lieber Herr Jonavicius, ich schreibe, um mich für Ihre Unterstützung zu bedanken. Das Treffen mit Frau Graužinienė war sehr produktiv. Wir haben Ansichten über die aktuellen Geschehnisse ausgetauscht und diskutierten unsere Pläne für die Zukunft. Frau Graužinienė machte einige interessante Vorschläge bezüglich meiner Zukunft. Ich muss darüber noch nachdenken, aber grundsätzlich bin ich willens ihre Konditionen zu akzeptieren. Besonderen Dank an die litauischen Freunde für die finanzielle Unterstützung. Heute hat mein Assistent Ihre Botschaft besucht und den Konsul getroffen. Sie diskutierten Finanzfragen und Pläne für die zukünftige Kooperation. Mein Assistent besorgte Valentina auch meine Kontodaten in Deutschland.  Ich freue mich auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit in der Zukunft."“

Am 7. Dezember 2013 beschwerte sich Klitschko gegenüber Jonavicius über die mangelnde Unterstützung aus Deutschland: „Nach unserem Telefongespräch bin ich der Meinung, es wäre nützlich den Besuch einiger hochrangiger Funktionäre der EU zu planen. Der Maidan braucht ständige moralische Unterstützung. Es wäre angemessen, jemanden aus Berlin einzuladen. Ich habe einige hochrangige Freunde dort, doch aus irgendwelchen Gründen zögern die. Unsere amerikanischen Freunde haben versprochen, in den kommenden Tagen einen Besuch abzustatten, wir werden wohl auch Nuland und jemanden vom Kongress sehen. Ein anderes Problem das ich ansprechen möchte ist, dass Janukowitsch sich zurückhält. Das sieht verdächtig aus. Was hat er vor? Wir würden einige Informationen mehr in dieser Sache sehr schätzen“

 Am 14. Dezember 2014 folgte ein Dankschreiben gen Litauen: „Ich bin dem Präsidenten und allen litauischen Freunden sehr dankbar für diese starke Unterstützung. Ich werde alles was ich kann dafür tun, den Erwartungen meiner europäischen Partner zu entsprechen. Ihr Kollege ist angekommen und hat mit meinem Team angefangen zu arbeiten. Er ist ein echter Profi und ich denke, seine Dienste werden notwendig sein gerade wenn das Land destabilisiert ist. Ich habe auch Ihre Leute von der Botschaft getroffen. Die übergebenen Informationen über Janukowitschs Pläne sind sehr wichtig für unsere geneinsame Sache. Ich würde diese Art Informationen gerne permanent haben.“

Und am 9. Januar 2014 schließlich befürwortet Klitschko die Eskalation: „Ich denke wir haben den Weg geebnet für eine radikalere Eskalation der Situation. Ist es nicht an der Zeit für entschiedenere Aktionen? Ich möchte auch bitten über die Möglichkeit einer stärkeren Finanzierung nachzudenken, um unsere Unterstützer für ihre Dienste zu bezahlen.“

Sollten sich die Inhalte dieser vermeintlich gehackten E-Mails als authentisch darstellen, wären sie ein weiteres schwerwiegendes Indiz für Klitschkos Rolle als von USA, NATO und EU geführter Agent im heiß-kalten Krieg gegen Russland.

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Die Klitschko-Mails


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