26. Februar 2014

Amazon und Antaios Andersherum betrachtet

Ein kleiner Treppenwitz inmitten einer traurigen Geschichte

Man kann es gar nicht genügend betonen, dass es das gute Recht jedes Unternehmens ist, zusammenzuarbeiten, mit wem es will und nur die Waren im Sortiment zu führen, die es aus freien Stücken führen mag. Insofern ist auch Amazon überhaupt nicht zu kritisieren, wenn der Mega-Buchhändler die Produkte irgendeines Verlages von seinen Seiten löscht und den Verkauf einstellt.

Problematisch wird das alles nur, wenn es lediglich ein Schritt in einer Kette von Einzelfällen ist, an deren Salamiende die Meinungsfreiheit in diesem Lande Geschichte sein wird. Losgetreten von Leuten, die genau das wie selbstverständlich auch wollen, weil für sie die Meinungen von Andersdenkenden seit jeher „Verbrechen“ sind. Nicht aufgehalten von Journalisten und Schriftstellern, die vor Feigheit erstarrt sind und den Wert des freien Worts überhaupt nicht mehr verstehen.

Den Treppenwitz der traurigen Geschichte wollen wir aber nicht verschweigen. Wenn sich nämlich jetzt die Macher und Autoren des Antaios-Verlages über ihren Rauswurf beim kapitalistischen Riesen Amazon beschweren, dann sind es mithin auch jene feisten aristokratischen Geister, die ganz wie die linken proletarischen Brüder seit Jahren gegen Markt, Liberalismus und Kapitalismus wettern. So sind ausgerechnet einige der Anataios-Titel, die es nun traf, von genau diesem antikapitalistischen Furor beseelt.

Die vom Ausschluss durch den Kapitalisten Betroffenen bejammern nun, wie gut und gezielt ihre Bücher einst aus reinem Marktkalkül und Eigeninteresse beim amerikanischen Megaseller beworben und verkauft wurden. Wenn das Wörtchen wenn nicht wäre, dürfte man sich vor Lachen darüber gar nicht mehr einkriegen.


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