05. Februar 2014

Rückblick Die Woche im Zeitraffer

Mit einem attraktiven Zitat zum Schluss

Normalerweise gehe ich ja etwas ausführlicher auf den allwöchentlichen Staffellauf des Irrsinns ein, aber dieses Mal verließ mich die Lust. Da kam einfach zu viel auf einmal zusammen. Verzeihen Sie daher bitte, wenn ich ausnahmsweise nur in Kurzform durch die Korridore der globalen Nervenheilanstalt schlendere. Im Folgenden also einige superlustige Schlagzeilen der Klatsch- und Tratschpresse (Übersetzung in Klartext jeweils in Klammern dahinter):

„Karzai in Geheimverhandlungen mit den Taliban?“ – „FAZ“ („Hamid Karzai, Ex-Berater der US-Ölfirma UNOCAL und CIA-Spook, in Geheimverhandlungen mit den US-gezüchteten Taliban?“)

„Nordkorea: USA und Südkorea bereiten sich auf Atomkrieg vor“ – „RIA Novosti“ („Russlands Rolle als einer der größten Waffenproduzenten und -lieferanten der Welt erwähnen wir nicht so gerne, denn wir sind eine staatliche russische Nachrichtenagentur“, wahlweise auch: „Globale Machtelite von Washington über Moskau bis Peking nimmt Welt mal wieder in Kriegszange, da pleite“, oder: „Peking steckt Kim Jong-Un Hand in den Rücken, um Washington Knutschfleckenwarnung auszusprechen“)

„Ukraine: Steinmeier droht mit Sanktionen“ – „Handelsblatt“ („Korrupte deutsche Bundesregierung sperrt Maul auf wie gähnendes Nilpferd und tadelt korrupte ukrainische Regierung, nachdem vom Ausland unterstützte, mit Bussen nach Kiew gekarrte Gewalttäter höflich, aber bestimmt ihrem Wunsch nach ‚Regime Change‘ Ausdruck gaben, darunter auch CDU-Interessensdurchboxer Klitschko“)

„Amerika will das vernetzte Auto schnell etablieren“ – „FAZ“ („Bekannte und zunehmend beliebte Regierungs- und Fed-Kritiker bei mysteriösen Verkehrsunfällen ums Leben gekommen, Behörden stehen vor einem Rätsel“)

„Trotz positiver Impulse: Arbeitslosenzahlen in Spanien steigen weiter“ – „Handelsblatt“ („Was Mainstream-Wirtschaftsjournalisten nie kapieren werden: Falschgeldschöpfungen und in bodenlosen Spukbilanzen künstlich am Leben erhaltener ‚Too Big To Fail‘-Banken versenkte ‚Rettungspakete‘ schaffen keine Arbeitsplätze, das können nur durch ‚Rettungspakete‘ für bodenlose Spukbilanzen künstlich am Leben erhaltener ‚Too Big To Fail‘-Banken geschröpfte und durch steigende Staatsquoten zunehmend demotivierte Unternehmer“)

„Berliner Kulturstaatssekretär André Schmitz, Alice Schwarzer, Filmproduzent Artur Brauner, CDU-Schatzmeister Helmut Linssen und je nach Zunahme des finanziellen Ungemachs ganz gewiß noch viele weitere VIPs versteckten Geld im Ausland“ – diverse Qualitätsvermeidungsmedien in windelförmiger, übelriechender Zusammenfassung („Nach umstrittenem Bundesbank- und IWF-Vorschlag für möglicherweise notwendige Vermögensabgabe zur staatlichen Insolvenzverschleppung werden gemeine Steuersklaven mit Endlosmeldungen über, huch, rein zufällig erst kürzlich aufgedeckte Steuerhinterziehungen reicher Prominenter (psychologische Signalwirkung!) bombardiert: Wir haben euch doch gesagt, dass ihr nicht mit reichen Schmuddelkindern spielen sollt, denen kann man einfach nicht trauen, das sind alles Betrüger, man sollte die noch viel härter angehen, genau so, wie wir es, huch, rein zufällig immer wieder gerne vorschlagen, also zeigt euch lieber gleich alle selbst an und zahlt jede noch so hohe Steuer ohne zu murren, damit das Kasperletheater seinen Konkurs noch etwas länger hinauszögern kann“, wahlweise auch: „Wir bräuchten dringend Geld, könntet ihr bitte eure Goldzähne ausspucken?“)

„Schwellenländer-Krise greift auf US-Wirtschaft über“ – ebenfalls diverse Feigenblättchen („Jahrzehntelange Kreditbetrugspolitik droht Urheberin Fed nun als Schwellenland-Bumerang bewusstlos zu schlagen“).

Zum Schluss noch ein kleines Schmankerl. Es stammt von Investor und Analyst Marc Faber, aus einem Interview mit dem DAF (Deutsches Anleger-Fernsehen): „Ich mache mir Sorgen, dass die Schweineregierungen weltweit kleine Sparer, die sich was zur Seite gelegt haben, vielleicht sogar ein wenig Gold, enteignen werden, genau wie in den 30er Jahren.“ Danke für den Klartext, Herr Faber. Ist heutzutage selten.


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