08. Januar 2014

Thomas Hitzlsperger ist schwul Na und?

Deutsche Presse legt mit ganz großer Zeremonie eine Opfergabe auf den Altar

Ein ehemaliger Fußballer hat sich ein neues Auto gekauft, quatsch, erzählt, er sei schwul. Die Fraktionsvorsitzende der Grünen Katrin Göring-Eckardt twittert zitternd: „Endlich!“ Und die deutschen Journalisten haben ihr Thema des Tages, ach was: der Woche, des Monats, des Jahres: „Sensation, der Hitzlsperger ist schwul, Wahnsinn, schon gehört?“

Weniger aufgeregt, aber weitaus angemessener, kommentieren es einige Leser auf Welt-Online. Hier ein paar treffende Zitate:

  • Man, mir ist es völlig Latte, welche sexuellen Neigungen ein Fußballspieler hat!
  • Es rennt ja auch niemand durch die Gegend und lässt die Leute wissen, „hey, ich bin heterosexuell!“ Ich meine, wer will sowas wirklich wissen?
  • Wichtig ist, dass er Fussball spielt und nicht, was er in seiner Freizeit so tut – das ist Privatsache. Die Zeiten, in denen Schwulsein etwas Antößiges oder Besonderes war, sind lange vorbei.
  • Thomas Hitzlsperger outet sich. Na und?
  • Dafür hat er aber einen ziemlich starken Schuss gehabt. Respekt!
  • Hat er jetzt Angst, in Vergessenheit zu geraten? Oder warum kommt er jetzt mit einer Privatsache, die keinen etwas angeht? Komplett irre: Die Medien verherrlichen es, wenn sich jemand als schwul outet.
  • Ich habe den Eindruck, dass diese „Outer“ nur in der Zeitung stehen wollen.
  • Können Sie sich vorstellen, dass mich und andere nicht die Bohne interessiert, ob Herr Hitzelsberger schwul oder sonstwas ist?
  • Warum wird in der Presse und in der Politik immer so ein riesengroßes Tamtam gemacht, wenn sich jemand als homosexuell outet?
  • Das Thema Homosexualität wird seit etlichen Jahren zu hoch bewertet, jedes Outing wird auf den Altar gelegt wie eine Opfergabe.

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