18. Dezember 2013

ef-Autor bittet Leserschaft um Vergebung Ich habe gelogen und den Westen zersetzt!

Entschuldigung und Richtigstellung in eigener Sache

Die aktuelle Ausgabe des „Spiegel“ wartet mit einer sensationellen Enthüllungsgeschichte auf: „Der Halbstarke. Wie Putin die Demokratie und den Westen attackiert“, in der die Historie der Putin-Dynastie schlaglichtartig beleuchtet und die politischen Intrigen, listigen Ränkespiele, Betrugsmaschen und globalen Strippenziehereien des kriminellen Clans, der den Westen schon seit einigen Jahrhunderten zu unterwandern und in ein autokratisch-totalitäres System zu transformieren versucht, dank knallharter Recherchen schonungslos aufgedeckt werden.

Ich sehe deshalb keine andere Wahl mehr, als meine antiwestlich-antiamerikanischen Propagandawaffen zu strecken und mich bei allen ef-Lesern für mein schändliches Treiben aufrichtig und ganz herzlich zu entschuldigen. Ich habe – und ich schreibe diese Worte nicht unter dem Einfluss von Psychopharmaka oder Folter, ehrlich – die Geschichte des Freien Westens entstellt und manipuliert, getrieben von nichts als abgrundtiefem Hass auf das abendländisch-christliche Fundament der westlichen Wertegemeinschaft. Ich habe die Leserschaft belogen und getäuscht, durch Fälschung wichtiger historischer Daten heimtückisch in die übelriechende Dunkelkammer eines propagandistischen Geschichtsrevisionismus russischer Provenienz gelockt, die nach bestem Wissen und Gewissen arbeitende Presse unseres Landes angegriffen und ihre Ehre beschmutzt und unsere verdienten Volksführer ins Lächerliche gezogen, die ja gar nicht anders konnten, hatte man ihnen doch durch jahrzehntelange östlich gesteuerte Indoktrinierung die Möglichkeit eigenständigen, freiheitlichen Denkens genommen.

Lassen Sie mich hiermit bitte demütig einige der schlimmsten Lügen richtigstellen.

Sämtliche Verwerfungen, alle Schieflagen und Unpässlichkeiten des westlichen Finanzsystems unserer Tage sind nicht hausgemacht, sondern das Ergebnis einer ausgeklügelten Strategie der Putin-Dynastie. Seit Gründung der kommunistischen Zentralbank Federal Reserve in den nichtsahnenden Vereinigten Staaten von Amerika durch die Putins (zum Beispiel John Putin Morgan, Mitglied der russischen Großfamilie, Gründer des Bankhauses J.P. Morgan), die sich dabei auch chinesischer Schmiergelder in Millionenhöhe bedienten, die in afghanischen Höhlen gewaschen und von irakischen, syrischen, libyschen und iranischen Kurieren tief in der Nacht über die Grenzen des Westens geschmuggelt wurden, hat der Putinsche Geldsozialismus die globalen Finanzströme fest im Griff. Durch wiederholtes Aufblähen und Anstechen gigantischer finanzieller Heißluftballons, durch nahezu monopolistische Kontrolle wichtiger Ressourcen, allen voran Öl, sowie von Schlüsselindustrien wie zum Beispiel der Stahlerzeugung, das Transportwesens (zum Beispiel der Eisenbahnen), des Bankensektors sowie vieler Medienhäuser steuerten sie nicht nur die amerikanische, sondern auch viele andere Volkswirtschaften des Globus. Durch ein von ihnen finanziertes, weit gespanntes institutionelles Netzwerk in Lehre und Forschung, besonders auf dem Gebiet der Ökonomie und in sogenannten „Think Tanks“, die mit nach ideologischen Gesichtspunkten handverlesenen Köpfen besetzt wurden, navigierten sie auch das „Öffentliche Denken“ gemäß ihrem Kurs und beeinflussten die Meinungsbildung von Millionen von Menschen. So wurde zum Beispiel – sieht man von einigen Ausnahmen ab – nur solchen Ökonomen ein Nobelpreis verliehen, die Theorien in ihrem Sinne entwarfen.

Viele Kriege gehen auf ihr Konto, die ohne das von ihnen nach Belieben geschöpfte und vernichtete Geld gar nicht hätten geführt werden können. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzten sie mit List und Tücke ihren euphemistisch „Dollar“ genannten Rubel als Weltreservewährung durch. Mittels finanz- und wirtschaftspolitischer Institutionen wie zum Beispiel des Internationalen Währungsfonds (IWF) oder der Weltbank nahmen sie Einfluss auf die industrielle Dynamik vieler Schwellen- und Entwicklungsländer, manipulierten Rohstoffpreise, um ihre Ziele durchzusetzen oder andere Länder durch großen wirtschaftlichen Druck zu unterwerfen, finanzierten bunte Revolutionen in Ländern, die ihnen zu souverän waren, entwarfen aus Eigeninteresse raffinierte Theorien wie zum Beispiel diejenige über die „Grenzen des Wachstums“, damit das von ihnen kontrollierte Öl die Ressource Nummer eins und somit ihre Vormachtstellung gesichert bleibt. Aus ihrem Kreis stammen auch viele Vorschläge zur Populationskontrolle; es finden sich viele „Malthusianer“ unter den Putins.

In jüngerer Zeit sorgten die Putins auch in Europa für Turbulenzen. So beauftragte Präsident Wladimir Putin, jüngster Spross der Dynastie, seinen Finanzberater Michail Goldman Sachsputin – ein direkter Nachfahre Rasputins, der, sein Name verrät es schon, ebenfalls der Familie der Putins entstammte – mit der Aufgabe, wichtige Regierungsposten vor allem in südeuropäischen Ländern mit seinen Beratern und Mitarbeitern zu besetzen, wohlwissend, dass sich diese Länder aufgrund ihrer ohnehin schon bestehenden wirtschaftlichen Probleme, erst recht in der mit dem Tarnnamen „Euro“ bestickten russischen Währungs-Zwangsjacke, hervorragend für weiteres Herumkokeln eignen. Der Chefposten der Europäischen Zentralbank (EZB), die sich am Vorbild der planwirtschaftlichen Fed orientiert, wurde mit Mario Draghilow besetzt – auch er ein Berater Sachsputins. Sachsputin half außerdem beim Fälschen der Bilanzen Griechenlands – ein hübscher Sprengsatz, der auch plangemäß detonierte. Des weiteren ließ man abhängige Rating-Agenturen, personell mit Leuten aus dem Dunstkreis des russischen Schattenbankenwesens in Amerika bestückt, europäische Länder regelmäßig kräftig herabstufen, damit der Rubel als Ponziprimus noch etwas länger glänzen konnte. Die Putins haben keinerlei Interesse an einem wirtschaftlich unabhängigen, „zu“ starken Europa; auch torpedieren sie aus Leibeskräften jede Bemühung um eine engere wirtschaftliche Zusammenarbeit mit dem von ihnen kontrollierten Amerika.

Sie sehen also, liebe Leser, auf welche heimtückische Art die Putin-Dynastie den Westen seit vielen, vielen Jahrzehnten attackiert, um dessen gesellschaftliches, politisches und wirtschaftliches Leben zu unterwandern und zu kontrollieren und unsere funktionierende Demokratie zu zerstören. Und jetzt stellen sie an ihren Grenzen  auch noch Raketen auf, um der EU, den USA und dem gesamten friedlichen Westen zu Leibe zu rücken!

17.12.2013, Nervenheilanstalt Guantanamo in Sibirien,

Axelej Borodin Kolja Kraussputin


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