06. Dezember 2013

FDP Euro-Realisten stellen Mehrheit an der Parteibasis

Neue dimap-Studie zeigt zugleich klare Wählerpotentiale

Die Meinungsforscher von „dimap“ haben zwischen dem 8. und 14. November 2013 untersucht, welche politischen Themen „FDP-affine“ Wähler von dieser Partei gern wieder nach vorne gebracht wüssten. 48 Prozent derjenigen Befragten, die zugleich erklärten, im Frühjahr 2014 „eventuell“ wieder FDP wählen zu wollen, gaben bei dieser Erhebung an, es sei für sie wichtig, die sogenannte Euro-Stabilisierung zu kritisieren. 56 Prozent dieser Gruppe wünschten sich darüber hinaus sogar generell, den Einfluss Europas auf die deutsche Politik zu begrenzen.

Als wären diese Zahlen nicht für sich allein schon interessant genug, erweist ein weiterer Blick auf die Details Bemerkenswertes: Auch 62 Prozent derjenigen, die im Frühjahr 2014 „sicher“ wieder FDP wählen wollen, erklärten, sie wünschten sich, den Einfluss Europas auf die deutsche Politik zu begrenzen.

Wie man in Ansehung dieses Stimmungsbildes noch davon ausgehen könnte, Kritik an der seit Jahren immer offener kollabierenden Kunstwährung namens „Euro“ wäre für FDP-Parteimitglieder ein minderwichtiges Randthema, erschließt sich folglich nicht im Ansatz. Das genaue Gegenteil ist richtig. FDP-Sympathisanten können rechnen und eher besser als schlechter mit Geld umgehen. Es steht also dringend zu hoffen, dass der Generalsekretär der NRW-FDP, Marco Buschmann, diese von ihm soeben offengelegten Erkenntnisse schnellstmöglich in handhabbare Parteipolitik umsetzt.

Ein FDP-Mann von der Basis fasst es mit einer heute unter Parteimitgliedern kursierenden Mail in die ebenso knappen wie zutreffenden Worte: „Eine Kursänderung bei diesem Thema generell und kategorisch auszuschließen, nur weil Schäffler an der Spitze der ‚Rebellen‘ steht, halte ich inzwischen für einen großen Fehler.“ Und weiter: „Klare marktwirtschaftliche Regeln für den Euro bei einem klaren Bekenntnis zum gemeinsamen Europa wären ein leicht verständlicher Weg für sehr viele Bürger, die wir bei der Bundestagswahl verloren haben.“

Die Delegierten haben es an diesem Wochenende in Berlin in der Hand, ihrer neuen Parteiführung diese reiflich gewachsenen und klugen Botschaften der Basis nun durch einige Wahlentscheidungen mit auf den künftigen Weg zu geben.


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