13. November 2013

ef 138 Editorial

Die Heuchelei linker Gutmenschen

Nach den schrecklichen Bildern vor und auf der italienischen Insel Lampedusa wird über Einwanderung diskutiert – scheinbar ein Problem, das durch künstliche Grenzen und damit erst durch Staatspolitik geschaffen wurde. Eine Zeitschrift wie eigentümlich frei, die stets kritisch gegenüber dem „politischen Mittel“ argumentiert und das „ökonomische Mittel“ – also Eigentum und Freiheit sowie offene Märkte – bevorzugt, müsste die nicht auch konsequenterweise für offene Grenzen plädieren? „Kein Mensch ist illegal“?

Tatsächlich sind es unsere schärfsten Widersacher wie Claudia Roth und Karin Göring-Eckardt, Martin Schulz und die britischen Sozialisten, die gar nicht genug neues Futter für ihre Sozialsysteme bekommen können und die Grenzen nach Afrika nun, in der Gunst der Stunde nach Lampedusa, weit öffnen möchten.

Es ist ja richtig: Kein Mensch kann etwas dafür, an welchem Ort er geboren wurde. Und er kann auch nichts dafür, ob er groß oder klein, Männlein oder Weiblein, schön oder hässlich, intelligent oder dumm ist, reiche Eltern hat oder als armer Vollwaise zur Welt kommt. Menschliche Schicksale können schrecklich sein. Und andere sind oft bevorteilt.

Sozialisten können diese natürliche Ungleichheit nicht ertragen und verlangen politische Ausgleichsmaßnahmen. Umverteilungen, von denen nicht nur die Zukurzgekommenen, sondern vor allem auch die Umverteiler selbst in ihren bürokratischen Apparaten profitieren. Und für die wir anderen deshalb doppelt und dreifach zu Kasse gebeten werden. Deshalb ist das Gutmenschentum der politischen Linken so heuchlerisch, nicht nur in der Einwanderungsfrage

Kein Mensch hat das Recht, überall zu leben, wenn Eigentumsrechte irgendetwas gelten. Das Schlafzimmer selbst von Claudia Roth steht nicht allen offen. Jedenfalls nicht allen gleichzeitig. Nur auf Einladung sind bei freien Menschen auf freien Märkten diejenigen willkommen, die Nutzen bringen und sich höflich benehmen. Oder für die karitativ, aus Mitleid oder welchen Gründen auch immer andere, zum Beispiel die Kirchen, bürgen und in persönlicher, echter Solidarität einstehen. Ausländer dagegen, denen von deutschen Politikern eingeredet wird, sie hätten ein „Recht“ darauf, hier zu leben, werden sich entsprechend verhalten. Die Probleme bei der Einwanderung sind also tatsächlich politisch gemacht.

Alte Einwandererstaaten wie Kanada versuchen deshalb, an ihren Grenzen durch Gesetze so gut wie möglich Marktergebnisse zu imitieren, indem sie Produktive und Gutwillige hereinlassen und die anderen heraushalten. Europäische Politiker bevorzugen eine Negativauslese. Beide Gruppen von Einwanderern sind verdichtet derzeit in Bonn am Rhein zu beobachten, als wissbegierige Kunden einer Sprachschule und als marodierendes, die ersteren belästigendes Sozialstaatsklientel. Täter und Opfer in Deutschland kommen dabei zuweilen aus denselben Herkunftsländern, wie unser Autor Björn Tscheridse zu berichten weiß. Und die politisch-korrekt gleichgeschaltete deutsche Presse weiß nicht, wie sie urteilen soll, wenn Ausländer plötzlich Opfer von Ausländergewalt werden.

Das Thema Einwanderung ist also vielschichtig. Und die vergessene Schuld Afrikas, seiner Herrscher und auch der unheilvollen sogenannten „Entwicklungshilfe“ an der Misere habe ich da noch gar nicht erwähnt. Ich wünsche Ihnen eine spannende Lektüre! Und denken Sie bei Ihren Weihnachtseinkäufen für Ihre Liebsten bitte daran, dass auch ein Geschenk-Abonnement dieser Zeitschrift beglücken kann.

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Diesen Artikel finden Sie gedruckt zusammen mit vielen exklusiv nur dort publizierten Beiträgen in der am 16. November erscheinenden Dezember-Ausgabe eigentümlich frei Nr. 138


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