31. Oktober 2013

No-Go-Areas Bonner Institutsleiter warnt seine Schüler vor Gewalt

Doch die Politik träumt lieber rosarot

Es gibt in Deutschland No-Go-Areas. In Deutschland gibt es Stadtgebiete, die rechtschaffene Bürger nur ungern betreten. Es gibt Stadtgebiete in Deutschland, aus denen Menschen, denen Gesundheit und Glück noch am Herzen liegen, so schnell wie möglich fliehen möchten. Und noch etwas. Es gibt sogar Menschen, die darüber berichten und ihre Mitmenschen warnen wollen.

Einer dieser lobenswerten Menschen heißt David Schah. David Schah leitet das Steinke-Institut in Bonn. Lehrer und Schüler des Instituts haben ihm in den vergangenen Jahren immer wieder von Gewalt, Kriminalität und allen denkbaren Formen der Belästigung erzählt. In manchen Stadtteilen Bonns sei ein Wohnen ohne Gefahr für Leib und Leben nicht mehr möglich. David Schah unternahm also etwas. Er fertigte eine Karte von Bonn an, auf der er gefährliche Stadtteile rot markierte, und die er anschließend an seine Schüler verteilte. In den betroffenen Gebieten sollten sie sich lieber keine Wohnung suchen, warnt David Schah noch heute. Am Besten sollten sie diese gar nicht erst betreten.

Nach einem Bericht des Blogs „PI-News“ im Sommer 2013 wurde auch Bonns Lokalpresse auf den Fall aufmerksam. Doch sie stand vor einem Dilemma. Und sie steht noch heute vor dem großen Problem, das kein politisch korrekter Systemschreiberling ohne Gefahr für Job und Gehalt zu umfahren vermag. Denn David Schah lässt sich nicht ohne dreiste Lügengeschichte in die rechte Ecke schieben – aus vielen verschiedenen Gründen. Vor allem aber aus einem Grund: Die Schüler seines Steinke-Instituts sind Ausländer, die in Deutschland studieren möchten und zur Vorbereitung die entsprechenden sprachlichen Kenntnisse erwerben. David Schah verteilt seine Karte über No-Go-Areas also an Ausländer und warnt sie explizit vor Gewalt von Ausländern.

David Schah erhält noch heute Zuschriften und Berichte von Bewohnern der betroffenen Stadtteile, an denen die lokalen und überregionalen Hauptstrommedien schlicht verzweifeln. Da beschweren sich türkische Familien, die seit vielen Jahren in Bonn wohnen, über die zunehmende Jugendgewalt. Koreanische Studentinnen beschweren sich über Beleidigungen und Belästigungen durch junge türkische Männer. Und eine russische Großmutter klagt über Diebstähle und Pöbeleien durch Kleinganoven mit wahrscheinlich nordafrikanischer Abstammung. Der rot-grüne Lokalreporter weiß anhand solcher Kompliziertheiten weder ein, noch aus. Wo ist links? Wo ist rechts? Was ist gut? Was ist böse? Orientierung geht verloren. Schubladen schließen nicht mehr richtig. Da hilft anscheinend auch kein Pressekodex weiter.

Doch woher rührt nun diese Gewalt und Feindseligkeit, wenn nicht aus einem Konflikt zwischen Ureinwohnern und Einwanderern?

Er begründet sich im Wohlfahrtsstaat. Die Gewalt in deutschen No-Go-Areas fußt nur zu einem kleinen Teil darauf, dass hier unterschiedliche Kulturen aufeinander treffen. Zum viel größeren Teil begründet sie sich auf den Wohlfahrtsstaat. Allerdings nicht etwa erst auf sein exorbitantes Ausmaß. Nein. Schon die schiere Existenz einer staatlich organisierten Fürsorge legt die Saat für Gewalt und Feindseligkeit, letztendlich für die Entzivilisierung der Gesellschaft. Warum ist dies so?

Der Wohlfahrtsstaat zerstört Familien. Er legt den Bürgern finanzielle Werkzeuge in die Hand, die es ihnen ermöglichen, sich von oft anstrengenden, immer aber auch zivilisierenden Familienbünden zu entkoppeln.  Das Leben außerhalb familiärer Strukturen wird finanziell erleichtert und schmackhaft gemacht. Der Wohlfahrtsstaat entreißt damit den Familien Schritt für Schritt ihre ureigenen Aufgaben und Pflichten. Die jungen Wilden werden im Wohlfahrtsstaat kaum noch von treusorgenden und liebenden Vätern gezähmt. Vielmehr werden sie nur noch von den kalten Armen der Staatskrake grundversorgt. Der Staat verteilt zwar gerne das Geld hart arbeitender Individuen und spielt den spendablen Wohltäter. Doch wirklich kümmern kann er sich nicht. Letzten Endes ist Vater Staat die Zukunft seiner „Kinder“ unwichtig. Sie ist ihm völlig gleichgültig, solange nur die Sessel in den Verwaltungsapparaten gemütlich warm bleiben. Im Schoß von Vater Staat werden damit aus jungen Wilden jugendliche Kriminelle. Nur eine Gesellschaft jedoch, in der junge Menschen in natürlich gewachsenen Familien noch Vorbilder und Reibungspunkte finden, kann hoffnungsfroh in die Zukunft schauen.

Auch die auf David Schahs Karte rot markierten Stadtteile sind Gebiete, in denen der Wohlfahrtsstaat besonders schlimm wütet. Doch Bonns Politiker lügen weiterhin von einer rosaroten Welt am Rhein. Die Bürgermeisterin des Bezirks Bad Godesberg Annette Schwolen-Flümann von der CDU lud Herrn Schah gar zu einem Info-Gespräch ein, um ihn von den positiven Auswirkungen der Sozialarbeit in diesem ehemaligen Botschaftsviertel zu überzeugen.

Doch vielleicht sollte Frau Schwolen-Flümann viel lieber einmal selbst das CDU-geführte Bundeskanzleramt in Berlin besuchen. Dort werden seit den gewalttätigen Ausschreitungen in Pariser Vororten im Jahr 2005 Listen über gefährliche Stadtteile in Deutschland geführt, in denen die Sicherheitsbehörden erhöhtes Potential für Gewalt und Kriminalität erkennen. Ganz oben auf dieser Liste steht auch Bonn Bad Godesberg.

Video

efTV Zeitspiegel No-Go-Areas in Bonn


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