18. September 2013

Jakob Augstein Die Kreditkarte wird stecken bleiben

Eine Antwort aus der Schmuddelecke

Lieber Jakob Augstein,

leider war die Diskussion zu Ihrem neuesten SPON- Beitrag schon geschlossen, ehe ich mitbekommen habe, dass ich die zweifelhafte Ehre hatte, von Ihnen zwei Mal erwähnt zu werden.

Wie Sie sehen, habe ich sie nicht mit Sudel-Jakob angeredet, obwohl sie sich im Niveau beträchtlich an den legendären Karl-Eduard von Schnitzler angeglichen haben, dessen Beiträge im „Schwarzen Kanal“ ihm den Spitznamen Sudel-Ede eingetragen haben.

Wie Sie war Schnitzler ein Millionärssöhnchen, das die DDR-Insassen vor den Schrecken des kapitalistischen Konsumterrors gewarnt hat, sich selbst aber nicht in der HO-Kaufhalle versorgte, sondern im KaDeWe, wo seine vierte oder fünfte Frau prompt beim Klauen erwischt wurde. Wie ich kürzlich nachlesen konnte, frequentieren Sie auch lieber Sterne-Restaurants als Imbiss-Buden, was mir herzlich egal wäre, wenn ich von Luxus-Linken wie Ihnen nicht ständig Ermahnungen und Belehrungen serviert bekäme.

Mit der Seriosität nehmen Sie es leider nicht so genau. Sie behaupten, ich hätte die AfD erst in Schutz genommen und wäre dann „brav zurück gerudert“, als ich von meinen „CDU-Genossen gerüffelt“ worden sei. Ich spendiere Ihnen das teuerste Essen im Restaurant Ihrer Wahl, Weinbegleitung inklusive, wenn Sie den geringsten, aus meiner Feder stammenden Beweis dafür liefern können. Ich weiß schon jetzt, dass ich meine Kreditkarte beruhigt stecken lassen kann.

Und dann die „Schmuddelecken des Internets“, in denen ich mich angeblich herumtreibe. Wo wollen Sie mich dort gefunden haben? Liefere ich heimlich die Lautuntermalung für Hardcore- Pornoseiten, treibe ich mich in Pädophilie-Chatrooms herum? Nichts von alledem.

Ich veröffentliche meine Texte ganz brav auf der „Achse“ und stehe zu dem, was ich schreibe, es sei denn ich habe mich geirrt. Was meine Einschätzung der Hetze gegen die AfD angeht, habe ich mich nicht geirrt. Ich habe in dieser Beziehung nichts zurück zu nehmen, eher zu ergänzen. Inzwischen ist es nicht nur zu Verbalattacken , sondern zu tätlichen Angriffen auf die Wahlkämpfer der AfD gekommen. Voran die SAntifa, dicht gefolgt von Grüner Jugend und Jusos, nicht nur in Göttingen und Kreuzberg, sondern auch in Stuttgart und am Pariser Platz, der guten Stube von Berlin. Die herrschende linke Intoleranz hat jede Menge Belege geliefert, die meine Analyse bestätigen.

Erst wurde die AfD im Staatsfernsehen als „rechts“ diffamiert, dann setzten sich die selbsternannten Gesinnungswächter in Bewegung, die sich neben dem Abzocken von Staatsknete auf den kleinen Terror gegen Andersdenkende spezialisiert haben und die ihre Kampftechniken bei Angriffen auf die Polizei üben.

Leider habe ich weder von Ihnen, noch von Spitzenkandidaten der Grünen oder der SPD ein Wort der Distanzierung von den Tätlichkeiten gegen Menschen gehört, die nichts anderes tun, als von ihren verfassungsmäßigen Rechten Gebrauch zu machen. Freiheit ist eben die Freiheit der Andersdenkenden, nicht der Gleichgesinnten.

Mich in die „Schmuddelecke“ zu stellen, nur weil ich dieser Überzeugung treu geblieben bin, ist schon ein starkes Stück. Karl-Eduard hätte das im „Schwarzen Kanal“ genau so praktiziert.

Zu diesem Vorbild kann ich Ihnen nicht gratulieren.

Dieser Artikel erschien zuerst auf der „Achse des Guten".


Artikel bewerten

Artikel teilen

Facebook Icon Twitter Icon VZ Icon del.icio.us Logo Reddit Logo

Anzeigen

Kommentare

Die Kommentarfunktion (lesen und schreiben) steht exklusiv Abonnenten der Zeitschrift „eigentümlich frei“ zur Verfügung.

Wenn Sie Abonnent sind und bereits ein Benutzerkonto haben, melden Sie sich bitte an. Wenn Sie noch kein Benutzerkonto haben, nutzen Sie bitte das Registrierungsformular für Abonnenten.

Mit einem ef-Abonnement erhalten Sie zehn Mal im Jahr eine Zeitschrift (print und/oder elektronisch), die anders ist als andere. Dazu können Sie dann auch viele andere exklusive Inhalte lesen und kommentieren.

drucken

Mehr von Vera Lengsfeld

Über Vera Lengsfeld

Anzeige

ef-Einkaufspartner

Unterstützen Sie ef-online, indem Sie Ihren Amazon-Einkauf durch einen Klick auf diesen Linkstarten, oder auf ein Angebot in der unteren Box. Das kostet Sie nichts zusätzlich und hilft uns beim weiteren Ausbau des Angebots.

Anzeige