16. September 2013

Bayrische Landtagswahl Große Veränderungen bei den kleinen Parteien

Bayernpartei vor den Piraten

Kurz vor Schließung der Wahllokale hatte Spiegel-Online gestern Abend vorsorglich eine Wahlgraphik mit den Vergleichsbalken von CSU, SPD, Freien Wählern, Grünen, FDP und Piraten hochgeladen. Ein paar Minuten später wurde mit dem Einstellen der Prognose der letzte orangefarbene Balken kleinlaut gelöscht. Denn die Piraten belegten nicht einen der ersten sechs Plätze in Bayern, sondern schließlich nur den neunten Rang.

Ohnehin gehen bei den großen Medien die Verschiebungen bei den kleinen Parteien regelmäßig unter, obwohl die gerade im anarchokonservativen Bayernland traditionell besonders stark sind.

Im Bayrischen Landtag verbleiben nach der gestrigen Wahl vier Fraktionen. An erster Stelle die CSU mit knapp der Hälfte aller abgegebenen Stimmen (47,7 Prozent). Dann die SPD (20,6 Prozent), die Freien Wähler (9,0 Prozent) und auf Platz vier die Grünen (8,6 Prozent).

Die stärkste der nichtparlamentarischen bayrischen Parteien ist nun die FDP (3,3 Prozent), auf Platz sechs liegt die Linke (2,1 Prozent) um knapp 4.000 Stimmen hauchdünn vor der Bayernpartei (ebenfalls 2,1 Prozent) auf Rang sieben. Platz acht belegt die ÖDP (2,0 Prozent) mit 5.000 Stimmen vor den Piraten auf Rang neun (ebenfalls 2,0 Prozent). Es folgen auf dem zehnten Platz die Republikaner (1,0 Prozent) vor den Franken (0,7 Prozent) an elfter und die NPD (0,6 Prozent) an zwölfter Stelle. Alle anderen Parteien liegen jeweils unter 0,2 Prozent.

Vergleicht man dieses vorläufige amtliche Endergebnis mit der Rangfolge der Parteien vor fünf Jahren, so werden einige Verschiebungen deutlich. 2008 lagen nur die folgenden zehn Parteien über 0,2 Prozent:

1. CSU (43,4 Prozent)

2. SPD (18,6 Prozent)

3. FW (10,2 Prozent)

4. Grüne (9,4 Prozent)

5. FDP (8,0 Prozent)  

6. Linke (4,4 Prozent)

7. ÖDP (2,0 Prozent)

8. REP (1,4 Prozent)

9. NPD (1,2 Prozent) 

10. BP (1,1 Prozent)   

Wir sehen, dass sich an der Reihenfolge auf den Plätzen eins bis sechs nichts geändert hat, obwohl die CSU immerhin jetzt wieder die absolute Mehrheit der Mandate erreichte, die FDP rausflog und ebenso mehr als die Hälfte ihres Stimmenanteils verlor wie die Linke.

Größter Gewinner der Wahl aber ist neben der CSU die Bayernpartei, die nicht nur ihren Stimmenanteil verdoppelte, sondern sich auch von Platz zehn auf Platz sieben verbesserte und damit an der NPD, den Republikanern und der in Bayern traditionell starken ÖDP vorbeiziehen konnte. Sollte der Bayernpartei in fünf Jahren erneut ein solcher Sprung gelingen, sind für die bayrischen Separatisten nicht nur Linke und FDP fällig, sondern die fünf Prozent in Sichtweite.

Zu den größten Verlierern zählt nebenbei auch die NPD, die wie Linke und FDP die Hälfte ihres Stimmenanteils einbüßte. Der gemeine Bayer wählt mitunter hart aber gerecht.

Internet

Beispiel für Desinformation auf Stern.de

Vorläufiges amtliches Endergebnis des bayrischen Landeswahlleiters


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