10. September 2013

ef 136 Editorial

Deutschland - der Pfau unter den Staaten?

Wir leben in verrückten Zeiten. Unser Autor Michael Klonovsky gewann dem Niedergang unseres Landes kürzlich etwas Faszinierendes, ja „eine gewisse Prächtigkeit“ ab. Die Bundesrepublik sei nämlich so etwas wie der Pfau unter den Staaten. Der Pfau ist als Beutetier biologisch arg gehandicapt mit seinem wundervollen Pfauenrad. Wer trotz einer solchen Behinderung überhaupt auf der Welt sei, signalisiere eine ganz besondere Überlebenskraft, weiß Kollege Klonovsky von den Evolutionsbiologen. Und „wer trotz einer wirtschaftsschädlichen Energiewende samt Atomausstieg, trotz einer absurd selbstlosen Einwanderungspolitik, die nicht Fachkräfte sucht, sondern Sozialhilfe verteilt, trotz Hunderter staatlich alimentierter Gender-Professorinnen, Gleichstellungsbeauftragten und ähnlicher DrohnInnen, trotz zunehmender Vergreisung der Bevölkerung, trotz auf Nimmerwiedersehen geliehener Milliarden an europäische Pleitestaaten und trotz übernommener Milliardenschulden von Pleitebanken immer noch wirtschaftlich an der Spitze des Kontinents“ stehe, so Klonovsky, der „sei eben so etwas wie der Pfau unter den Staaten“.

Der Ausgang der Bundestagswahl wird an diesem Status wenig ändern. Die Terminlage mit dem Erscheinen dieses Heftes kurz vor oder nach der Wahl will es so, dass wir uns mit der Analyse der Wahlergebnisse und ihrer Folgen bis zur November-Ausgabe Zeit lassen dürfen. Der Vorteil wird sein, dass wir Schnellschüsse vermeiden und tiefer schürfen können.

So wie zum Schwerpunktthema dieser Ausgabe: Die Sommerwochen haben zwei unserer Autoren nämlich dazu genutzt, Bandidos und Hells Angels zu besuchen. Wenn man Politik und Massenmedien glaubt, sind sie damit ins miteinander im „Rockerkrieg“ stehende Epizentrum der organisierten Kriminalität eingetaucht. Die beiden ef-Redakteure sehen das Wesen der Rocker inzwischen sehr viel differenzierter. Gewalt und Kriminalität gibt es durchaus, doch greift viel zu kurz, wer nur diesen eher am Rande stehenden Aspekt herausgreift. Machen Sie sich mit dem Schwerpunkt dieser Ausgabe selbst ein Bild von den Motorrad fahrenden „Brüdern“, die uns angeblich ebenso sehr bedrohen wie der Klimawandel und die rechte Gefahr. Von jenen mithin, die für unser Pfauendasein ebenso wenig Verständnis haben wie viele Journalisten für ihre etwas andere Lebensart.

Wir sehen uns wieder nach der Wahl, bleiben Sie uns gewogen! Bis dahin wünsche ich viel Erkenntnisgewinn und Lesefreude mit dem vorliegenden Heft. Sie wissen es: kein Fußbreit! Der Freiheit eine Stimme.

Information

Diesen Artikel finden Sie gedruckt zusammen mit vielen exklusiv nur dort publizierten Beiträgen in der am 14. September erscheinenden Oktober-Ausgabe eigentümlich frei Nr. 136


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