01. September 2013

Grüne Die Volkspartei der Beamten

Eine Metamorphose im Spiegel der Empirie

Dossierbild

Der Deutsche Beamtenbund (DBB) hat seinen Untergebenen auf den fiktiven Wahlzettel geschaut. 2.000 öffentlich Bedienstete wurden befragt. Laut den Ergebnissen der Gewerkschaftsumfrage liegen die Grünen in der verbeamteten Wählergunst auf Platz zwei. 24 Prozent der Staatsdiener würden die Partei wählen. Vor einigen Jahren hatte hier die noch führende CDU keinerlei Konkurrenz zu fürchten. Doch der Wandel vollzieht sich stetig. Im Vergleich zur Gunst in der Gesamtbevölkerung können sich Trittin, Roth und Co. einer prächtigen Reputation unter Beamten erfreuen. Einer rot-grünen Regierung würden schon jetzt die Herzen in größerer Zahl zufliegen als einer schwarz-gelben Regierung. 32 Prozent der deutschen Staatsdiener befürworten Rot-Grün.

Noch zufriedener sind diese mittlerweile mit ihren Jobs. Bei der aktuellen Befragung haben sich von den öffentlich Bediensteten 71 Prozent „zufrieden“ mit der allgemeinen Arbeitssituation im öffentlichen Dienst gezeigt. Bei einer früheren Befragung von 2007 waren dies nur 65 Prozent. 29 Prozent der Befragten erachten ihre Vergütung jedoch auch heute noch als „zu niedrig“. Rot und Grün versprechen hier sicherlich Abhilfe.

Im Interview mit der sozialistischen Tageszeitung „Neues Deutschland“ gab Klaus Dauderstädt, Bundesvorsitzender des Deutschen Beamtenbundes, Einblicke in die Staatsdienerseele: „Wir lassen an der Beamtenversorgung, die verfassungsrechtlich geschützt ist, nicht rühren. Wir wollen auch die Beihilfe nicht geschmälert sehen.“ Erfolge hat er zu verzeichnen, das Klientel wächst stetig: „Der DBB legt als eine der wenigen Gewerkschaftsorganisationen kontinuierlich zu. Seit 2010 wachsen wir wieder von insgesamt 1.260.974 auf 1.271.563 Mitglieder im Jahr 2012.“ Doch auf den Lorbeeren will er sich nicht ausruhen: „Wir müssen in den nächsten Jahren 700.000 Menschen ersetzen, die in Ruhestand oder Rente gehen.“ Der Kuchen wird dabei keineswegs kleiner: „Was jetzt passiert, sind nur kleine Bausteinchen. Die Bundesregierung hat ein Fachkräftegewinnungsgesetz vorgelegt. Damit wird ermöglicht, in Berufen, in denen besonderer Mangel herrscht, eine kleine Zulage zu zahlen, um eine gewisse Wettbewerbsfähigkeit zu gewährleisten.“ Rosige Aussichten also auch in Zukunft für Dauderstädt und die Staatsdienerschaft. Die Steuergelder fließen. Und die Grünen wissen, worauf es ankommt. Ihre Wandlung von der anarchistischen Friedenspartei zur spießbürgerlichen Verbotsorganisation, die staatliche Wucherungen garantiert, erfreut das Beamtengemüt.


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