26. August 2013

Wochenrückblick Gasangriff in Syrien und anderer Wahnsinn

Bitte gehen Sie weiter, es gibt hier nichts zu sehen...

Vor langer, langer Zeit, in einer Galaxie weit, weit entfernt: Es herrscht Vorwahlkrampf. Die etablierten Parteien schicken ihre rhetorischen Sternenkreuzer in die Schlacht, die sich bei näherem Hinsehen jedoch als Hologramme zur Täuschung des Wählers erweisen. In einzelnen gesellschaftspolitischen Fragen mag es disparate Ansichten geben, die Grundsubstanz ist jedoch dieselbe: Staatssalat mit interventionistischen Früchten und einem vollmundig Wahlversprechen gurgelnden Chianti. Man könnte auch sagen: Sith-Lords sind sie irgendwie alle. Es mangelt an echtem Jedi-Nachwuchs.

Irgendjemand drückte einem Sabbelheini von irgendeinem Meinungsfälschungsinstitut auf den Bauch, der daraufhin den weit verbreiteten und nicht ganz unberechtigten Eindruck, man habe es in Deutschland mehr oder weniger mit einem Einheitsparteiensystem oder Parteien-Einheitsbrei zu tun, mit einem teddybärchenhaft krächzenden „Verschwörungstheorie“ quittierte, an die, so erschrak der Besucher aus einer fernen Welt, manche Menschen doch tatsächlich glaubten. Nur warum sie daran glauben, auf diese Frage vermochte das possierliche Stofftier nicht nur keine plausible, sondern gleich gar keine Antwort zu geben. Dieser Glaube hat nämlich seinen guten Grund. Siehe oben. In den großen Fragen – wer zahlt in Europa wie viel wofür – sind sie nämlich alle geeicht. Also, das etablierte Imperium.

Zwar möchte die AfD der fatalen Falschgeldrettung den Geldhahn zudrehen, konnte sich aber leider immer noch nicht dazu durchringen, zwei der wichtigsten Punkte in ihr Parteiprogramm aufzunehmen: Erstens: End the Fed, zweitens: End the EZB.

Oder zusammengefasst: End the Credit Fraud Fiat Money-System. Schluss mit dem Kreditbetrugs-Fiatgeld-Monopol. Und zwar ASAP, wie man in Militärkreisen sagen würde, „as soon as possible“, so bald wie möglich. Denn dieses System ist und bleibt nun mal eines der Hauptprobleme unserer Zeit. Vergessen Sie bitte das in Politik und Presse immer wieder gerne recycelte geistige Leergut von den „Stimulus“-Programmen der Fed. Sie hat nämlich rein gar nichts stimuliert – zumindest nicht auf realwirtschaftlicher Ebene, also dort, wo's drauf ankommt –, sondern Kaugummiblasen aufgebläht, die dann ja auch regelmäßig mit einem satten „Plopp“ als klebriges rosa Zeugs das Wirtschaftsgetriebe höchstens weiter lähmen. Tatsache ist und bleibt: Die Federal Reserve war noch nie Teil der Lösung, sie war schon immer und ist auch heute noch das Problem. Eigentlich sollten das mittlerweile alle begriffen haben. Alle? Nein. Ein kleines Dorf unbeugsamer Experten rätselt immer noch, was schief lief. Oder empfiehlt zu allem Unglück auch noch eine zentraleuropäische Bank nach Vorbild des US-Geldfälschungsinstituts. Obwohl es die längst gibt, siehe Punkt 2 – „End the EZB“.

Unterdessen ereigneten sich einige unschöne Vorfälle auf Wahlkampfveranstaltungen der Blauen. Wie es scheint, berichtet man aber nur ungerne über die Urheber der, äh, Protestaktionen. Denn die sollen aus dem linksautonomen Lager stammen. Da Rinks aber per se keine Straftaten begehen kann, die eine längere Berichterstattung wert wären, schon gar nicht auf dem stets nur am lechten Ufer entlangsegelnden Nazigedenkdampfer NSU Deutschland, zieren sich manche Blättchen noch und schreiben, falls man das so nennen kann, ach sagen wir lieber, krakeln etwas über noch ganz unklare Hintergründe. Nun gut, man sollte ihnen auch kein Unrecht tun. Denn wenn die Hintergründe welcher Straftat auch immer weiterer Klärung bedürfen, gebietet es die journalistische Sorgfaltspflicht in der Tat, etwas behutsamer zu formulieren. Leider wurde dieser Grundsatz aber nicht in der Berichterstattung über die NSU beherzigt. Schon gar nicht ... dazu weiter unten mehr.

Doch zurück zur deutschen Polit-Tragikomödie. Die Sozialdemokraten schwingen zwar ein andersfarbiges Spielzeug-Laserschwert als die Koalition der Endlostransferwilligen, signalisieren aber gleichzeitig durch Äußerungen wie „Deutschland soll für Europa zahlen“ Kollaborationsbereitschaft. Die Grünen leisten ebenfalls keinen ernstzunehmenden Widerstand – schon lange nicht mehr –, sondern tragen diese Politik im Wesentlichen mit und feiern lieber ihren inneren Reichsvegetariertag. Wie viele Restaurants, Kantinen, Imbissbuden et cetera bieten vegetarische Produkte an? Richtig: unzählige. Da man im Schrecknis 90 die realwirtschaftliche Entwicklung jedoch gerne zu vertrödeln scheint, meinte man, einen fleischlosen Tag einführen zu müssen. Obwohl sich jeder nahrungssuchende Hominide längst entscheiden kann, ob er nun Tiere oder Grünzeug futtern möchte.

Wie es scheint, hält man in der grün lackierten Neureichen-Partei den verkümmerten Bio-Salat im eigenen Kopf für einen Mangel an realem, gesund und kräftig gewachsenem. Überhaupt scheint sich immer mehr der Verdacht zu bestätigen, dass man bei den politsystemisch längst eingetupperten Öko-Droiden eigentlich nur an die Fleischtröge, Designerschuhe, Promifrisuren und Sitzplätze in Talkshows wollte. Hatte man das einmal erreicht und konnte sich wichtig fühlen, passte man sich ganz schnell an: Senken Sie Ihre Anti-Establishment-Schilde und bereiten Sie sich auf die Assimilation vor. Wir werden Ihre politischen Protesthaltungen dem Mainstream hinzufügen. Widerstand ist zwecklos und mündet in eine Beraterposition bei Großkonzernen. Siehe Joschi. Irgendwann, seufzte der große Weltveränderer Fischer einst, werden wir wohl alle Pragmatiker, pfff. Nun die Übersetzung in Klartext: Ich habe das, was ich eigentlich schon immer wollte, aber nie öffentlich einzugestehen wagte, endlich erreicht: Macht und‘n Haufen Geld.

Apropos Veggie, ich hatte es bei den letzten Sightseeing-Flügen durch den allwöchentlichen Irrsinn ja völlig verschlampert: Für kurze Zeit geisterten Berichte über angeblich ganz übles Gedankengut aus dem näheren Umfeld der Rassenlehre durch die Medien. Einige ultrafeministisch-fundamentalistische Harpyien sollen zur Musik von Richard Wagners „Ritt der Walküren“ versucht haben, Kinderköpfe mit menschenverachtenden Parolen zu vergiften: Männer, so hieß es, führen mit Vorliebe dicke Autos und äßen mehr Fleisch als Frauen, belasteten die Atemluft unseres Planeten also deutlich stärker als die holde Weiblichkeit. Ich verstehe die Aufregung nicht, wurde die Richtigkeit dieser These doch längst wissenschaftlich bestätigt, nämlich von medizinischer Seite: Schon Die Ärzte sangen, es handele sich bei den Beschniedelten vorwiegend um Paarhufer, die im heimischen Schlafgemach bevorzugt klimaschädliche Gase emittieren. In einer Studie in Liedform kamen sie zu dem erschreckenden Ergebnis, dass – nein, diesmal nicht wie bei deutschen Studien üblich jedes zweite, sondern schlicht – jedes gemeine männliche Hausschwein im Ehebett „rülpst und furzt“. Na also.

Auf der großen geopolitischen Bühne war unterdessen eine höchst erstaunliche Koinzidenz merkwürdiger Ereignisse zu beobachten. Meisterstratege Assad soll kurz nach dem Eintreffen von UN-Inspekteuren in Syrien – also genau zum richtigen Zeitpunkt, könnte man sagen – mit Chemiebaukästen um sich geworfen haben. Obwohl noch gar nicht feststeht, wer nun dafür verantwortlich war, brachten England und Frankreich sogleich ihre außenpolitischen Penispumpen zum Glühen. Nötigenfalls, hieß es aus Paris, werde man auch ohne UN-Mandat tätig werden, hassu Problem damit oda was? Die üblichen verdächtigen Dummköpfe aus dem Generalstab einer bekannten Frankfurter Werbeagentur für kriegsindustrielle Dienstleistungen, sich nie zu schade, bequem vom Schreibtisch aus den Tod Tausender im NATO-Auftrag ratz-faz herbeizuagitieren und propagieren, beeilten sich sogleich, alles sofort Moskau in die Schuhe zu schieben.

Warum wir nicht längst durch den Weltraum reisen? Weil der Kreml den intergalaktischen Fortschritt mittels der von russischen Wissenschaftlern erfundenen Erdanziehungskraft stark behindert, deshalb. Assad, so hieß es in der Pentagon-PR-Broschüre aus der Hellerhofstraße, werde vom Kreml gestützt, pfui, wobei man natürlich regelmäßig und ganz aus Versehen übersieht, dass freiheitliche Vorzeigeregime wie Saudi-Arabien, Katar und Bahrain von Zentralbankerica zärtlich gestreichelt werden. Ganz zu schweigen von der langen, traurigen Tradition der Einsetzung und nachhaltigen Unterstützung übelster Dikatoren oder, um im Heute zu bleiben, gewisser Terrorgruppen, die – wiederum zeitlich bestens passend zum Streit um die Schnüffelitis im US-Kongress – mitten auf der Wiese vor dem Bürokomplex der NSA mit Transparenten wie „Nieder mit europäischen Schnellzügen!“ oder „9/11 war erst der Anfang!“ für ihr Anliegen warben.

Nur als kleine Gedächtnisstützen: Wer setzte Saddam Hussein auf den Thron? Auf wessen Gehaltsliste stand Ajatollah Khomeini während seiner Zeit im Pariser Exil (siehe dazu auch die Enthüllungen des israelischen Journalisten Dr. Ronen Bergman in seinem Buch „The Secret War with Iran“ sowie F. William Engdahls „Anglo-American Oil Politics and the New World Order“)? Wem hat die Welt Pinochet zu verdanken? Aus wessen Herstellung stammte nochmal ein gut Teil des von Hussein eingesetzten Giftgases? Ooops, are they doing it again? Möglicherweise? Damit soll nicht behauptet sein, sämtliche dieser Informationen seien nichts als die absolute Wahrheit. Natürlich sollte man sich immer eine gesunde kritische Distanz bewahren und prüfen, bevor man sich an Lager bindet, die eventuell ganz andere Interessen verfolgen als nur ehrliche Aufklärung. Skandalös ist allerdings, dass solche Informationen im Mittelmaßstrom erst GAR nicht diskutiert, sondern Lesern regelmäßig vollständig verschwiegen werden.

In der Auslandspresse scheint man diesbezüglich schon etwas reifer zu sein. So brachte die Zeitung „Jerusalem Post“ einen recht interessanten Artikel, Überschrift: „Report: Syrian rebel forces trained by West are moving towards Damascus“ („Bericht: Vom Westen trainierte Rebellen rücken auf Damaskus vor“), in dem es hieß, diese „Rebellen“ seien monatelang in einem Trainingslager an der syrisch-jordanischen Grenze von CIA-Mitarbeitern sowie jordanischen und israelischen Sicherheitskräften ausgebildet worden – unter anderem im Gebrauch von Panzer- sowie Luftabwehrraketen. Die englische „Daily Mail“ veröffentlichte einen ähnlichen Artikel, Schlagzeile: „U.S. ‚backed plan to launch chemical weapon attack on Syria and blame it on Assad's regime‘“ („Die USA ‚unterstützten ein Plan für einen Angriff mit Chemiewaffen in Syrien, der dem Assad-Regime in die Schuhe geschoben werden sollte‘“). Der Artikel wurde kurz nach Erscheinen gelöscht. Nicht überarbeitet, eventuell falsche Angaben korrigiert beziehungsweise mit einer Erklärung der Redaktion versehen, wie es sich für guten Journalismus gehört, sondern gleich ganz geschreddert. Glücklicherweise war er im Google-Cache aber noch zu haben, wo ich sofort einen Screenshot anfertigte – siehe untenstehender Link. Na, immerhin haben sie ihn überhaupt veröffentlicht. In Täuschland ist sowas ja undenkbar, es sei denn, es handelt sich um „Enthüllungen“ über amerikanische Fehltritte aus ferner Vergangenheit, die eigentlich schon seit Jahren, manchmal sogar seit Jahrzehnten bekannt sind, dummerweise aber nie gemainstreamt wurden. Praktisch, nicht? Man verschweigt etwas jahrelang, lacht diejenigen, die darauf hinweisen, in die Verschwörungsecke – und brüstet sich irgendwann später – viel, viel später – selber damit. Schlingel.

Die französische Zeitung „Le Figaro“ berichtete letzte Woche in einem Artikel, ein Team aus CIA-Mitarbeitern sowie US-Spezialeinheiten sei in Syrien aufgeschlagen – und zwar nur wenige Tage vor dem angeblichen Gasangriff durch das Assad-Regime. Das weckt unheimliche Erinnerungen an die Zeit kurz vor dem Militäreinsatz in Mali. Denn mehr und mehr offenbart sich dasjenige interventionistische Muster, das in den Jahrzehnten seit dem Zweiten Weltkrieg immer und immer wieder zur Anwendung kam: Schicke Sonderkommandos in das Land, das du aufmischen willst. Kurz danach geschieht irgendetwas, ein Putsch, ein Terrorangriff, Autobomben explodieren, ein gewählter Staatsmann läuft mit dem Kopf vor eine Kugel, Geiseln werden genommen oder ähnliche Nettigkeiten verstreut. Auch in Mali waren vor Kriegsausbruch monatelang US-Spezialeinheiten unterwegs. Was genau sie dort zu suchen hatten, wurde nie wirklich aufgeklärt. Zu diesen Einsätzen befragt, beeilte sich US-Präsident und Friedenshobelträger Jim Knopf natürlich, der Weltöffentlichkeit zu erklären, sie seien im Rahmen des „Kampfes gegen den internationalen Terrorismus“ erfolgt. Der für den Putsch gegen Präsident Touré verantwortliche Captain Amadou Haya Sanogo erhielt übrigens eine intensive militärische Ausbildung – in den USA.

Zur selben Zeit, da Baschar al-Bössad UN-Inspekteure mit der Nase ins Gas gestoßen haben soll, berief Präsident Knopf eiligst eine Sondersitzung zur Finanzlage Bankericas ein. Es nahmen teil: Vertreter der US-Bundeseinlagenversicherung FDIC (Federal Deposit Insurance Company), der Aufsichtsbehörde FHFA (Federal Housing Finance Agency) sowie ranghohe Zentralbanditen aus den Reihen der Fed. Man braucht wirklich nicht viel Phantasie, um sich ausmalen zu können, was auf dieser Konferenz eventuell beschnackt wurde. Wobei es keine Rolle spielt, ob es gleich morgen früh rummst, in einer Woche, sechs Monaten oder fünf Jahren. Fakt ist: Es wird rummsen. Das ist eine mathematische Gewissheit. Man kann sich allerdings darüber streiten, wie laut der Knall nun genau ausfallen wird. Man muss schon einigermaßen schlecht informiert sein, um zu glauben, die Heizer der Fed könnten unbegrenzt Kohlen in den Kessel schaufeln, um den Crash-Boliden unter Volldampf zu setzen, ohne dabei eine Entgleisung zu riskieren. Und das alles koinzidiert auf wundersame Weise mit ominösen Vorgängen in Syrien. Ob man ein Vorgehen gegen das Assad-Regime nun deshalb „näher in Betracht zieht“ und ordentlich Druck macht, weil daheim die Lunte so gut wie niedergebrannt ist? Weil die Nebelwand sich immer schneller auflöst und den Blick auf einen splitterfasernackten Kaiser freigibt?

Abschließend etwas zum Lachen. Nach dem Motto „dumm, dümmer, erste Seite“ gab man sich auf selbiger mal wieder alle Mühe, Kriegsverbrechen der uneingeschränkt guten Befreier schönzutuschen. Bradley Manning habe „Menschenleben riskiert“, so Reinhard Müller, beinhart das skandalöse Urteil gegen den jungen Abweichler von hinten durch die Tastatur ins Kleinhirn krümmend. Deshalb, wollte Müller den Lesern wohl suggerieren, sei die Strafe wahrscheinlich gar nicht so ungerechtfertigt, wie? Wenigstens, könnte man frotzeln, hat er sie nur riskiert, statt sie gleich massenhaft auszulöschen.

Ein gut gedrilltes amerikanisches TV-Nachrichtenmännlein fragte gar, wie Manning überhaupt dazu komme, als Einzelner solche Entscheidungen zu fällen. Das stehe ihm nicht zu. Er hätte doch die Befehlskette rasseln lassen müssen, Massa. Leider kam sein Gesprächspartner nicht auf die Idee, den glühenden Kollektivisten durch trockene Kommentare wie zum Beispiel: „Verstehe: Halt‘s Maul, Solschenizyn!“ zu verblüffen. Wer aus der Geschichte wirklich etwas lernen will, kann sich dazu gerne nochmal den im Internet erhältlichen Blockbuster „Die Hard – Ein guter Tag, im Irak zu sterben“ anschauen, in dem eine amerikanische Helikopterbesatzung lachend und scherzend Unbewaffnete niedermäht. Oder zu den Fotos dank des Einsatzes von Uranmunition merkwürdig verklumpter Neugeborener greifen. Und um die erwartbaren Kommentare aus Weltbild-Puppenhäuschen gleich zu beantworten: Ja, ich glaube auch an UFOs – nämlich diejenigen, in denen manche deutschen Journalüftchen über solche und zahlreiche andere Kriegsverbrechen gerne völlig bekifft und amerikaselig hinwegschweben. Aber das sind doch gar keine Kriegstoten, du Idiot. Sie wurden doch nur von patentiert guten US-Streitkräften aus ihren physischen Gefängnissen in die transzendentale Freiheit entlassen.

Dazu durchaus passend, wenn auch in einem anderen thematischen Zusammenhang, schrieb Günter Lachmann, man versuche in Deutschland wohl, die Zeit anzuhalten. Völlig richtig. Die Propagandamethoden sind – zumindest in manchen Verlagshäusern – noch dieselben, da ist kein Fortschritt zu erkennen. Vor allem, was Hurra-Militarismus und die Vorliebe für Regime mit starken autoritären Neigungen betrifft, womit hier ausnahmsweise nicht Russland gemeint ist. 35 Jahre Haft (bei guter Führung eventuell weniger als zehn) für einen 25-Jährigen, der sich mit Kriegsverbrechen wohl nicht anfreunden konnte. Leider keine Haft für die Verantwortlichen des Debakels im gründlich ruinierten Irak (im Gegenteil, man benennt sogar eine Bibliothek nach ihnen), über den natürlich niemand mehr spricht, wie auch, man kommt vor lauter neuen Krisen, Kriegen und Konflikten ja gar nicht zur Besinnung – und so wie‘s bisher aussieht, scheint man wohl schnell noch ein neues Fass in Syrien aufmachen zu wollen. Prösterchen. Auch diejenigen deutschen Mitmarschierer, die das alles schön theoretisieren, rationalisieren und unter erstaunlich ignoranter Ausblendung sämtlicher eventuell störender Informationen lautstark mitgrölen: „Wollt ihr den totalen Krieg im Mittleren Osten?“, laufen erschreckenderweise weiter frei herum. Warum wurde Mollath nochmal psychiatrisiert?

Ob sich das amerikanische Volk die außenpolitischen Frech- und Dummheiten ihrer außer Rand und Band geratenen Elite dauerhaft bieten lassen wird, ist allerdings fraglich. Denn eine unaufhörlich steigende Zahl von Amerikanern ist dank der unermüdlichen Aufklärungsarbeit in alternativen Medien bereits „zu wach“ und schluckt die von den bezeichnenderweise kontinuierlich an Auflage beziehungsweise Quote verlierenden US-Massenmedien täglich verabreichten Anästhetika (Action, Sex and Football, Wer wird der neue Batman?, Ist Lindsay Lohan endlich trocken?) nicht mehr. Americans, take back your country.

Link:

Screenshot aus dem Artikel der „Daily Mail“


Artikel bewerten

Artikel teilen

Facebook Icon Twitter Icon VZ Icon del.icio.us Logo Reddit Logo

Anzeigen

Kommentare

Die Kommentarfunktion (lesen und schreiben) steht exklusiv Abonnenten der Zeitschrift „eigentümlich frei“ zur Verfügung.

Wenn Sie Abonnent sind und bereits ein Benutzerkonto haben, melden Sie sich bitte an. Wenn Sie noch kein Benutzerkonto haben, nutzen Sie bitte das Registrierungsformular für Abonnenten.

Mit einem ef-Abonnement erhalten Sie zehn Mal im Jahr eine Zeitschrift (print und/oder elektronisch), die anders ist als andere. Dazu können Sie dann auch viele andere exklusive Inhalte lesen und kommentieren.

drucken

Mehr von Axel B.C. Krauss

Über Axel B.C. Krauss

Anzeige

ef-Einkaufspartner

Unterstützen Sie ef-online, indem Sie Ihren Amazon-Einkauf durch einen Klick auf diesen Linkstarten, oder auf ein Angebot in der unteren Box. Das kostet Sie nichts zusätzlich und hilft uns beim weiteren Ausbau des Angebots.

Anzeige