04. Juli 2013

Antifa Katholiken werden in Frankreich zur verfolgten Minderheit

Der Justizapparat verhöhnt die Opfer

Einst galt Frankreich als „Roms älteste Tochter“, das heißt als das europäische Land, in dem das Christentum römischer Provenienz zuerst Fuß fasste. Man braucht nicht zurückzugehen bis zur Legende über die Zuflucht der heiligen Maria Magdalena in einer Grotte der Provence. Historisch bezeugt ist dagegen das Wirken des Kirchenvaters Irenäus von Lyon im zweiten Jahrhundert nach Christus. Heute gehört Frankreich zu den am weitesten entchristlichten Ländern Europas. Nicht nur die philosophische Aufklärung und die blutigen antiklerikalen Ausschreitungen im Zuge der französischen Revolution von 1789 bis 1794, sondern auch die im Jahre 1905 per Gesetz eingeführte strikte Trennung von Kirche und Staat („Laïcité“), verbunden mit dem Verbot religiöser Symbole im öffentlichen Raum und der faktischen Enteignung der Kirchen, haben ihre Spuren hinterlassen. Dennoch behielt die Kirche bis in die jüngste Zeit einen beachtlichen Einfluss auf das geistige Leben Frankreichs – nicht zuletzt über die als Alternative zu den immer weiter herunter kommenden staatlichen Schulen geschätzten katholischen Privatschulen. Etwa 20 Prozent der Schüler besuchen diese Schulen. In den finanziell weitgehend auf sich gestellten Kirchengemeinden versammelt sich ein harter Kern von tiefgläubigen Christen.

Doch diese bekommen in letzter Zeit immer mehr das Gefühl, einer verfolgten Minderheit anzugehören. Im Gefolge der Großdemonstrationen gegen die von der sozialistischen Regierung eingeführte Gleichstellung der homosexuellen Partnerschaft mit der Ehe zwischen Mann und Frau ist es in Frankreich zu einer scharfen Polarisierung zwischen Konservativen und linken Progressisten gekommen. Dafür werden in den überwiegend staatlich kontrollierten Massenmedien in erster Linie die Katholiken mit ihrem biblischen Verständnis von Familie verantwortlich gemacht, obwohl sie bei den Millionen-Demonstrationen nur eine Nebenrolle spielten. Unter dem Antifa-Label auftretende jugendliche Aktivisten richten deshalb ihre Aggressionen immer öfter gegen katholische Einrichtungen: Die Mauern katholischer Privatschulen und die Schaufenster katholischer Buchhandlungen werden mit antichristlichen Parolen wie „Tod den Katholiken!“ beschmiert beziehungsweise besprüht. In Bordeaux wurden kürzlich die Schaufenster und die Auslagen einer katholischen Buchhandlung zum 27. Mal hintereinander zerstört!

Im Mai wurde im südfranzösischen Avignon ein Ordenspriester auf offener Straße krankenhausreif geschlagen. Anfang Juni drangen Unbekannte nächtens in die Kathedrale von Nantes, der Heimatstadt des sozialistischen Premierministers Jean-Marc Ayrault, ein und sprühten satanische beziehungsweise Sexsymbole und Hitlerbärtchen auf die Statuen. Fast zur gleichen Zeit fanden sich auch auf der Kathedrale von Limoges antikatholische Parolen. Auf die Kirche von Ferrières in der Gegend von Marseille wurde ein Brandanschlag verübt. Die Außenmauer der Kirche von Gennevilliers in der Nähe von Paris wurde mit der Parole „Vive l’Islam!“ verziert. Das Portal der Kathedrale von Montpellier wurde mit Antifa-Graffitis beschmiert. Der sozialistische Bürgermeister von Abbeville in Nordfrankreich ließ die historische Kirche St. Jacques gegen den Protest der Gläubigen gleich ganz abreißen. Ähnlich erging es der Kirche der Kleinstadt Gesté. Da klingt es wie Hohn, wenn der sozialistische Innenminister Manuel Valls den Katholiken die Unterstützung der Polizei und des Justizapparats zusichert.


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