24. Juni 2013

Mario Vargas Llosa grüßt die Alternative für Deutschland Politik als Charaktertest

Erregung oder Ekel?

In der aktuellen Ausgabe der Schweizer „Weltwoche“ wird der peruanische Schriftsteller Mario Vargas Llosa interviewt, der 1987 für drei Jahre in die Politik gegangen war und als Präsidentschaftskandidat für freie Marktwirtschaft und einen radikalen Liberalismus warb. Der führende Intellektuelle Lateinamerikas hielt „unterbewusst die Politik für ein erregendes Abenteuer“ und musste lernen, dass „ich als Politiker völlig untauglich bin“.

Denn: „Sie können die hehrsten Ideen haben, aber sobald es an deren Verwirklichung geht, sind Sie Intrigen, Verschwörungen, Paranoia, Verrat und Abgründen an Schmutz und Niedertracht ausgesetzt. Wenn ich eins über den Morbus der Politik gelernt habe, dann dies: Der Kampf um die Macht lockt die Bestie in uns hervor. Was den Berufspolitiker wirklich erregt und antreibt, ist das maßlose Verlangen nach Macht. Wer diese Obsession nicht hat, wird der kleinlichen und trivialen Praxis der Politik angeekelt den Rücken zukehren.“

Bisherige Professoren, Juristen, Unternehmer und Journalisten, die sich in der Alternative für Deutschland nun auf den Weg in die Parlamente machen, sollten diese Worte wägen und entscheiden, ob sie wirklich für das große „Abenteuer“ geeignet sind. Gute Absichten werden nicht reichen, den Ekel zu unterdrücken, so er sich denn regt.

Oder anders gesagt: Schaut Euch die Gesichter von Merkel, von der Leyen, Westerwelle, Lindner, Gabriel, Steinbrück, Roth, Özdemir, Gauck und Co. gut an. Nur wer sie morgens im Spiegel ertragen kann, wird den Charaktertest bestanden haben. Oder eben auch nicht.


Artikel bewerten

Artikel teilen

Facebook Icon Twitter Icon VZ Icon del.icio.us Logo Reddit Logo

Anzeigen

Kommentare

Die Kommentarfunktion (lesen und schreiben) steht exklusiv Abonnenten der Zeitschrift „eigentümlich frei“ zur Verfügung.

Wenn Sie Abonnent sind und bereits ein Benutzerkonto haben, melden Sie sich bitte an. Wenn Sie noch kein Benutzerkonto haben, nutzen Sie bitte das Registrierungsformular für Abonnenten.

Mit einem ef-Abonnement erhalten Sie zehn Mal im Jahr eine Zeitschrift (print und/oder elektronisch), die anders ist als andere. Dazu können Sie dann auch viele andere exklusive Inhalte lesen und kommentieren.

drucken

Mehr von André F. Lichtschlag

Über André F. Lichtschlag

Anzeige

ef-Einkaufspartner

Unterstützen Sie ef-online, indem Sie Ihren Amazon-Einkauf durch einen Klick auf diesen Linkstarten, oder auf ein Angebot in der unteren Box. Das kostet Sie nichts zusätzlich und hilft uns beim weiteren Ausbau des Angebots.

Anzeige