04. April 2013

Greenpeace Der Abakus läuft heiß

Lebenszeit und Kraftwerksnähe in teuflischer Korrelation

Die „Wissenschaftler“ im ökologisch korrekten Auftrag haben erneut die Taschenrechner gezückt. Heraus kam bemerkenswertes.

Rainer Friedrich von der Universität Stuttgart prangerte nach zahlreichen Rechenoperationen „verlorene Lebensjahre“ als vermeintliche Folge eines Wohnortes in Kohlekraftwerksnähe an. Der „Experte für Technikfolgenabschätzung“ errechnete für Greenpeace, dass pro Jahr mehr als zehn Minuten Lebenszeit bei 50 Kilometern Entfernung zu einem Kohlekraftwerk verloren gingen. Kohlekraftwerke führten noch im Umkreis von bis zu zweihundert Kilometern zu Gesundheitsschäden – vor allem, weil sie giftige Metalle wie Quecksilber, Blei und Cadmium in die Luft ausstoßen.

Deutschlands Lebenszeitreduzierer Nummer eins sei das Kraftwerk Jänschwalde. Pro Jahr seien laut Friedrich und Greenpeace allein durch diese Anlage in Brandenburg fast 4.000 Lebensjahre gefährdet. Das entspreche 373 vorzeitigen Todesfällen.

Energiekonzerne wehren sich derweil gegen die Verballhornung Adam Rieses und bezeichnen die Studie als grob irreführend. Greenpeace verfolge mit der Untersuchung die Absicht, „den Energieträger Kohle zu diskreditieren und den Menschen Angst zu machen“, urteilte Vattenfall-Vorstand Hubertus Altmann. Die Luftqualität im Umfeld der eigenen Kraftwerke werde insgesamt „praktisch nicht oder nur unwesentlich“ durch deren Emissionen beeinflusst, teilte sein Konzern zudem mit. Das zeigten die Überwachungsmessungen der Behörden.


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