19. März 2013

ef 131 Editorial

Viele Menschen suchen nach Alternativen

Kürzlich jährte sich die Tsunami-Katastrophe von Fukushima zum zweiten Mal. Im März 2011 riss 130 Kilometer vor der Insel Honshu die Erdkruste auf 400 Kilometern Länge auf. Ein Gebiet von der Fläche Schleswig-Holsteins hob sich um mehrere Meter an und löste eine Flutwelle aus, die 16.000 Opfer das Leben kostete. 2.700 Menschen gelten bis heute als vermisst. Während der Stromausfall im Atomreaktor von Fukushima für Verzweiflung, Angst und Hamsterkäufe im 9.000 Kilometer entfernten Deutschland sorgte, begannen die Japaner die Aufräumarbeiten und Reparaturen mit stoischer Ruhe. Die Panik der deutschen Politelite und ihrer willfährigen Helfer in den Medien hält bis heute an. Die Staatsfunker der Tagesschau meldeten zum Jahrestag: „Japan gedenkt der Opfer der verheerenden Erdbeben- und Tsunamikatastrophe vor zwei Jahren. Ein Erdbeben hatte damals den Nordosten des Landes erschüttert und eine bis zu 20 Meter hohe Tsunamiwelle ausgelöst. In der Folge kam es zu einem Reaktorunfall im Kernkraftwerk Fukushima. Dabei kamen ungefähr 16.000 Menschen ums Leben. Tausende gelten immer noch als vermisst.” Tote durch Reaktorunfall? Dass dank gewaltsam eingetriebener Finanzmittel journalistische Qualität auf der Strecke bleibt, ist selbstverständlich. Doch die Kumpels von der Politik gehen noch weiter. Auch die weiblichen. Claudia Roth griff besonders tief in die Panikkiste der Apokalypse: „Heute vor zwei Jahren ereignete sich die verheerende Atom-Katastrophe von Fukushima, die nach Tschernobyl ein weiteres Mal eine ganze Region und mit ihr die ganze Welt in den atomaren Abgrund blicken ließ. Insgesamt starben bei der Katastrophe in Japan 16.000 Menschen, mehr als 2.700 gelten immer noch als vermisst. Hunderttausende Menschen leben heute fernab ihrer verstrahlten Heimat. Unsere Gedanken sind bei den Opfern und ihren Familien. Die Katastrophe von Fukushima hat uns einmal mehr gezeigt, wie unkontrollierbar und tödlich die Hochrisikotechnologie Atom ist. Wir müssen deshalb alles daran setzen, den Atomausstieg in Deutschland, aber auch in Europa und weltweit so schnell wie möglich umzusetzen und die Energiewende voranzubringen. Fukushima mahnt.“

Tatsächlich ist seit dem Tsunami kein einziger Strahlentoter zu beklagen. Die Weltgesundheitsorganisation WHO berichtete zuletzt von einer erstaunlich geringen Erhöhung der Strahlenbelastung. Das Krebsrisiko sei zuvor deutlich zu hoch eingeschätzt worden. Doch Claudia Roth und die ARD missbrauchen Tausende Opfer einer Naturkatastrophe für ihre politischen Spielchen. Geht es noch niederträchtiger?

Klar ist, dass viele Menschen nach Alternativen suchen. Als ich Roland Baader, den im letzten Jahr verstorbenen großen Freiheitsautor, 1997 erstmals persönlich kennenlernen durfte, vertraute dieser mir an: „Der Bund Freier Bürger ist die einzige und vielleicht letzte Chance, die wir noch haben.“ Der BFB, eine vom ersten Eurorebellen und einstigen FDP-Politiker Manfred Brunner gegründete Anti-Euro-Partei, war kurz darauf endgültig gescheitert. Roland Baader wurde mit den Jahren immer pessimistischer. Wer nicht hören will, muss fühlen, war am Ende seine Überzeugung. Oder besser: „Was wir in den letzten Jahrzehnten im Kreditrausch vorausgefressen haben, werden wir in den nächsten Jahrzehnten nachhungern müssen. Es wird furchtbar werden.“

Doch nun startet eine neue Anti-Euro-Partei. Und teilweise sind es dieselben Mitstreiter. Kommt die Alternative für Deutschland (AfD) zu spät? Ist es überhaupt eine echte oder nur eine Scheinalternative? Wird sie Erfolg haben? Lesen Sie erste Einschätzungen dazu in diesem Heft. Unter anderem von Bruno Bandulet, der im BFB federführend mit dabei war – und der nun auch in der AfD noch einmal mithilft.

Einen ersten Sieg hat die Alternative für Deutschland bereits errungen: Kurz vor Redaktionsschluss verdrängte sie zwei große Musiker vom ef-Cover. Ob Parteigründer und Neupolitiker Bernd Lucke am Ende genauso erfolgreich wie Heino und Johnny Cash sein wird, muss sich zeigen.

Zum Schluss ein Hinweis in eigener Sache: Immer wieder werden wir gefragt, ob man eigentümlich frei nicht auch in elektronischer Version bequem auf dem Computer, Smartphone oder Tablet lesen könne. Selbstverständlich können Sie! Infos und Wege zum entsprechenden PDF-Abo bietet die Bestellseite auf unserer Homepage an.

Was bleibt? Was immer gilt: Kein Fußbreit den neosozialistischen Ausbeutern aller Parteien! Mehr Freiheit!

Information

Diesen Artikel finden Sie gedruckt zusammen mit vielen exklusiv nur dort publizierten Beiträgen in der am 25. März erscheinenden April-Ausgabe eigentümlich frei Nr. 131


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