05. März 2013

Jetzt im Skandalturbo Ochs vorm Schuldenberg

Wenn's nicht mehr lange dauert - schnapp' dir 'n Trickser

Landet Falschgeld auf dem Tisch, misch' doch einfach Gift in Fisch! Ja meine Damen und Herren, nicht nur uns Europäern ist das gezielte Hochkochen von Lebensmittelskandalen zur Ablenkung vom immer strenger sich den Nasen aufdrängenden Geruch kokelnder Papierberge ein Begriff, auch in den USA bedient man sich gerne des „Smokescreenings" (Nebelkerzen-Weitwurf), um die Aufmerksamkeit vom bisher größten Kreditbetrug der Geschichte etwas abzulenken. Denn auch dort gibt es jetzt pünktlich zur Sprengung aller Schuldenobergrenzen einen Skandal – giftige Fische! Womit natürlich nicht gesagt sein soll, es handele sich durchweg nur um inszenierte Skandale ohne jede reale Grundlage.

Aber ein bisschen fischig riecht es ja schon, wenn just zu einem Zeitpunkt, da die Ponzi-Patienten in den Völkern Europas sowie immer mehr Bürger auch in den Vereinigten Staaten komatöser Geldmengenausweitung sich den Mega-Desinfotainment XXL-Brainbuster-Sand aus den Augen reiben und deutlich vernehmbare, bohrende Fragen zu Funktionsweise und personellen Hintergründen des internationalen Fiat-Terrorismus stellen, ein Lebensmittel nach dem anderen es in „24"-Manier (Alles was sie essen, vergiftet sie in Echtzeit!) auf die Titten- und Titelseiten der Massenlobotomedien (We love to desecrate truth) schafft. Selbst die hübschesten Nachrichten-Cheerleader und am besten frisierten Dressmen von CNN bis Fox News vermögen die Aufmerksamkeit nicht mehr nur auf ihre makellose Maske zu konzentrieren wie bisher. Die Catwalk-Masche zur Erleichterung der Desinformationsosmose funktioniert nicht mehr, weder drüben noch hüben.

Von der Glaubwürdigkeit der politischen Wurst- und Quarkverkäufer ganz zu schweigen. Ob also nun Angela Merkel die Fingerspitzen aufeinanderlegt, um scharf fokussiertes Problembewältigungsbewusstsein zu suggerieren oder irgendeine Finanzgröße von B wie Blankfein bis S wie Soros dem teuren Anzug mit dem netten Lächeln hinter dem Schreibtisch im Oval Office einen Schlüssel in den Rücken steckt und kräftig aufzieht, damit er seine Daily Soap- und Sitcom-Verse runternudelt, ist auch schon egal. Da hilft wohl wirklich nur noch ein belastetes Ei auf dem Rücken eines giftigen Fisches zwischen den Ohren eines Pferdes, das auf einer verstrahlten Weide grast. Man kommt ja wieder gar nicht mehr hinterher. Kann man überhaupt noch irgendetwas essen? Oder müssen wir jetzt alle im Wald Pilze sammeln, Moos ernten oder Biber schießen, um zu überleben?

Vielleicht sollte die P.R.E.S.S.E. (Propagandaleitstelle zur Retardierung eventuell suboptimal subordinierter Erdenbürger) das Tempo lieber wieder etwas drosseln. Denn selbst dem allergrößten Deppen auf diesem Erdenrund dürften allmählich berechtigte Zweifel kommen angesichts des auffällig hochfrequenten Handels mit #Aufschreiderivaten von Fisch bis Fleisch und Eierstich. Warum gerade jetzt diese erstaunliche Häufung reiner Zufälle, wo von den USA über England und Italien bis Spanien und Portugal (und demnächst vielleicht auch in einem Tageslichtspieltheater in ihrer Nähe) Menschenaufläufe die Stabilität von Papier feiern und dabei komische Fratzen schneiden? Steckt das Gift erst tief im Fisch, ist der große Hai vom Tisch? Hat der Bürger zuviel Mut, hilft nur frisches Pferdeblut? Und da wir es ja gerade auch von Falschdeklarationen haben, also der neusprachlichen Etikettierung von Euro- zu „Europa-Skepsis" und vor allem in Deutschland: Stinkt der Euro stark nach Dung, hilft nur Kriegserinnerung?

Davon muss man wohl ausgehen. Und kein Hellseher sein, um vorherzusagen, daß man Lebensmittel- und andere Skandale (egal ob echt oder kräftig aufgepumpt) auch in naher Zukunft als Tageskarte aus dem Ärmel ziehen wird, damit alle sich erschrocken um den vergifteten Hering versammeln statt um den gestrandeten Wal. Mein Tipp: Tomaten. Die kommen wahrscheinlich als nächstes dran. Warum? Na, wenn Eier UND Tomaten vergiftet sind, werden sie ja rechtzeitig entsorgt, bevor sie geworfen werden können. 


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