Athanasios

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Athanasios die Glosse: Nicht mehr ganz sauber

von Athanasios

Altmaiers Waschgang jetzt ab Werk

Männer werden wunderlich, wenn sie zu lange als Junggesellen leben. Vielleicht liegt es ja an diesem Umstand, dass Umweltminister Altmaier den Bundesbürgern in einer Anzeigenkampagne zwanghaftes Verhalten im Haushalt empfiehlt: Kontrast und Helligkeit beim Fernseher herunterschalten; die Herdplatte schon abschalten, wenn der Topf noch draufsteht, und wenn man das vergessen hat – schnell noch eine Dose Ravioli auf der Restwärme aufkochen. Vor allem aber: Wäsche bei 40 statt 60 Grad waschen!

Ob da die Jumbo-Feinripp-Unterwäsche auch richtig sauber wird? Egal, kriegt ja sowieso keiner zu Gesicht. Und wenn man die Elefantenwindeln nicht nur samstags, sondern auch noch mittwochs wechselt, lohnt sich die kältere Wäsche immer noch. Warum auch heiß waschen, was sowieso niemanden heiß macht... So grübelte ich und genoss den kalten, koffeinfreien Kaffee, als mich eine europäische Vision übermannte: in einer glücklichen Zukunft könnten Waschmaschinen so hergestellt werden, dass die Wäsche im 60-Grad-Gang automatisch nur bei 40 Grad gewaschen wird! Und was lese ich heute im „Stern“? Die Hersteller haben Altmaiers Empfehlung bereits in die Tat umgesetzt. Um das Effizienzrating „A+++“ zu bekommen, machen sie „60 Grad“ zu einer verlängerten 40-Grad-Wäsche. Dabei bleiben zwar viele „Krankheitserreger und Keime“ am Leben, aber was in meiner Wäsche keimt und Krankheiten erregt, das habe ich ja sowieso schon.

Da kann man sehen, wie das EU-Energielabel den Erfindergeist anregt: Viele Hersteller bieten nun Maschinen an, die zwei 60-Grad-Gänge haben, einen mit und einen Öko-Gang ohne 60 Grad. Es ist sicher kein Fehler, eine solche Waschmaschine zu kaufen, vielleicht findet man eines Tages einen Lebenspartner, der innere Schönheit zu schätzen weiß. Und dann will man die Waschmaschine nicht entsorgen, wäre ja umweltfeindlich. Bis dahin kann man den echten 60-Grad-Gang nehmen, um die Ravioli zu erhitzen.

30. Dezember 2012

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