15. November 2012

FernbusmarktMini-Liberalisierung

Die Bahn fröstelt in der warmen Brise

eigentümlich frei berichtete schon in Print-Ausgabe 119 über den Hauch von Markt, den die neue Konkurrenz auf der Straße, der sich die Deutsche Bahn seit 2009 zu stellen hat, verbreitet. Das Internetportal Deinbus.de wurde 2010 gar vom Schienenverkehrsmonopolisten verklagt. Grundlage war eine 80 Jahre alte gesetzliche Verordnung, nach der parallel zu Strecken der Deutschen Bahn keinerlei gleichwertige Konkurrenz auf der Straße zugelassen werden dürfe. „Zum Glück hat uns die Bahn verklagt. Damals haben wir gesagt: Tot oder Weltmeister", so Christian Janisch, einer der drei studentischen Gründer von Deinbus.de, im Rückblick. Zu Zeiten der Klage habe sein Unternehmen keine guten Karten gehabt. Doch nach dem Erfolg vor Gericht ginge es nun stetig bergauf. Und auch der Gesetzgeber scheint ein Einsehen gehabt zu haben. Bundestag und Bundesrat lockerten zuletzt die gesetzlichen Hürden für den Fernbusverkehr. Auf Strecken von mindestens 50 Kilometern dürfen bald die Fernbusse rollen. Was dem freien Marktteilnehmer Freud ist dem dreiviertelstaatlichen Monopolisten Leid. Die Deutsche Bahn bangt im Zuge der Mini-Liberalisierung um sicher geglaubte Einnahmen. Prognosen der Bahn, nach denen Züge auf Randstrecken 20 Prozent der Fahrgäste an die Konkurrenz verlieren könnten, machen aktuell die Runde. Ab dem 1. Januar 2013 wird der Hauch von Markt also vielleicht schon zu einer warmen Brise. Und es wird spannend zu beobachten sein, ob ihr die staatstragende, hochsubventionierte Bahn standhalten kann.


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