16. August 2012

Kapitalismus und Planwirtschaft Lasst Millionen Berufe blühen!

Statt Millionen Regulierungen

Jüngst lernte ich zwei junge Frauen kennen, die mir zuerst durch ihr eigentümliches Automobil aufgefallen waren. „Afghanistan-Food“, war darauf in hübscher Designerschrift zu lesen und auch, unter welcher Internetadresse dieses zu beziehen sei.

Wenn man Kinder fragt, was sie denn einmal werden wollen, kommen kaum mehr als ein Dutzend verschiedener Berufe zutage. Später, bei der ernsthaften Berufsberatung sind‘s dann schon mehrere Dutzend. Trotzdem strebt jedes zweite Mädel in den Öffentlichen Dienst, weil es da schön warm und sicher ist und man sich nicht die Finger schmutzig machen muss.  Bei soviel Einfalt erschienen mir die zwei jungen Frauen geradezu exotisch, als sich herausstellte, dass sie nach einem Afghanistanaufenthalt auf die Idee gekommen waren, ihre Beziehungen zu Land und Leuten zu einem einträglichen Geschäft zu machen. Sie importieren Waren, insbesondere Lebensmittel, und verkaufen sie an interessierte Liebhaber der afghanischen Küche. Und leben offensichtlich gut davon.

Warum erzähle ich das?

Meine deutschen Landsleute sind ja inzwischen schon zu zwei Dritteln davon überzeugt, dass der Kapitalismus  schlecht und der Sozialismus gut sei. Tendenz steigend. Mit Kapitalismus meint man den Raubtierkapitalismus und mit Sozialismus die Sozialdemokratie beziehungsweise die Soziale Marktwirtschaft (von Ludwig Erhard). Ich würde dem Raubtierkapitalismus den stalinistischen Kommunismus gegenüberstellen, um eine Konkurrenz auf Augenhöhe zu inszenieren.  Lassen wir das aber einmal unbeantwortet.

Der Sozialismus beruht ja auf Planwirtschaft. Kluge Planer sorgen sich um das Wohl der Gemeinschaft. Zentral. Von oben. In Europa: die Kommissare in Brüssel. Für Amerika: die Banker in der Wall Street. O.K. Wünschen wir ihnen viel Glück bei ihren Planungen.

Frage: Wer glaubt, dass einer oder eine in Brüssel auf die Idee gekommen wäre, afghanische Lebensmittel in Deutschland zu importieren, um einer Handvoll Liebhaber eine Gaumenfreude zu bereiten? Na? Keiner? Keine?

Das könne man nicht verallgemeinern? Warum denn nicht? Im Sozialismus mag es hundert, vielleicht tausend Berufe geben. Im Kapitalismus gibt es so viele (freie) Berufe, wie es (freie) Menschen gibt: Millionen? Milliarden?

Ich weiß, das ist den Sozialisten ein Dorn im Auge. Das muss reglementiert werden. Wo käme man hin, wenn jeder machen würde, was er will? Hunderttausend Reglements ersticken bereits Millionen unternehmerischer Initiativen im Keim. Die zwei Frauen haben sich nicht davon beeindrucken lassen. Ich gratuliere ihnen und wünsche ihnen viel Glück.

In Ewigkeit

Amann


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Hartmut Amann

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