26. März 2012

Rezension Höre Deutschland

Ein Buch von Klaus Rainer Röhl

„Die heute in Deutschland aufwachsenden Kinder und Jugendlichen wissen nur noch vage, was links ist“, ef-Autor und „Oldie“ Klaus Rainer Röhl dafür umso besser. Der einstige „Empörungskommunist“ mit „nachwachsendem Verstand“ kennt die linksutopische Propagandamaschinerie aus eigener ideologischer wie literarischer Unterstützung, weiß um deren verheerende Folgen nach ihrem langen Marsch durch die Institutionen und hat nach eigenem Bekunden von alledem „nichts vergessen“. Sein jüngstes Buch „Höre Deutschland – Wir schaffen uns nicht ab“ verfasste der 1928 in Danzig geborene Röhl unüberlesbar als Reminiszenz an Thilo Sarrazins Bestseller „Deutschland schafft sich ab“, dessen öffentliche Rezeption ihn 43 Jahre nach 1968 endlich Morgenluft wittern lässt. Ausgehend von den Eindrücken eines ausgedehnten Spaziergangs quer durch die „Berliner Bronx“ reflektiert Röhl in „Höre Deutschland“ wider die politische Korrektheit Persönliches wie Politisches, Vergangenes, Gegenwärtiges und Künftiges in der ihm ganz eigentümlichen Art und Weise. Thematisch spannt der ehemalige Verleger des sozialistischen Kampfblatts „konkret“ den Bogen vom „heute wenig beachteten Müsliflügel“ der Nationalsozialisten über die K-Gruppen, den zum Scheitern verurteilten „Kommunismus mit menschlichem Antlitz“, bis hin zu Alice Schwarzer, Antifaschismus, Demographie, Günther Grass, Holocaust, Klimaschwindel, Marcel Reich-Ranicki, Schweinegrippe, Taliban und Wirtschaftskrise. Dementsprechend vielschichtig kommt auch sein episodenhaft verfasstes Buch daher. Es ist Abrechnung und Bestandsaufnahme, Biographie, Polemik und Handlungsempfehlung zugleich, vor allem aber eine Prophezeiung, verlängerter Vorbote der sarrazinschen Epochenwende. Der Niedergang der kulturellen Hegemonie der 68er, ihre Lufthoheit über die öffentliche wie veröffentlichte Meinung, ist in vollem Gange und unumkehrbar eingeleitet: „Für die Deutschen ist eine gute Zeit angebrochen.“

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Diesen Artikel finden Sie gedruckt zusammen mit vielen exklusiv nur dort publizierten Beiträgen in der am 31. März erscheinenden April-Ausgabe eigentümlich frei Nr. 121


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