Andreas Tögel

Jg. 1957, Kaufmann in Wien.

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Rezension: Der Wettbewerb der Gauner

von Andreas Tögel

Ein Buch von Hans-Hermann Hoppe

26. März 2012

Nach „Demokratie, der Gott der keiner ist“ legt Hans-Hermann Hoppe mit „Der Wettbewerb der Gauner“ erneut ein Werk vor, das mit dem System des demokratischen Staates radikal abrechnet. ef-Kolumnist Thorsten Polleit bringt es in seinem Vorwort auf den Punkt: „Der demokratische Staat zerstört die produktive und kooperative soziale Ordnung“. Er „verursacht Wohlstandsverluste und führt in die Ent-Zivilisierung.“ Gestützt auf John Lockes Gedanken zum rechtmäßigen Eigentumserwerb baut Hoppe seine Attacke auf den Staat auf, den er als „territorialen Machtmonopolisten mit dem Recht zur Letztentscheidung in Konfliktfällen – einschließlich derer, in denen er selbst Partei ist“, definiert, der „mit dem Privileg ausgestattet ist, Steuern zu erheben“. Zunächst wird mit den Intellektuellen abgerechnet, die Hoppe der Korruption und der Verteidigungsrede des Leviathans beschuldigt. Beinahe alle Personen dieser Gruppe leben von Mitteln, die der Staat den produktiv Tätigen abpresst. Kaum einer davon erbringt seine Leistungen unter Marktbedingungen. Daher überrascht es wenig, dass diese privilegierte Kaste das Hohelied des Staates singt und hohe Steuern als Ausweis einer hochstehenden Kultur preist. Danach kritisiert Hoppe den „Wettbewerb der schlechten Menschen“. Monopole sind aus Sicht des Konsumenten abzulehnen, da sie schlechtere Dienste zu höheren Preisen liefern als im Wettbewerb stehende Anbieter. Während aber unter Güterproduzenten herrschende Konkurrenz dem Konsumenten zum Vorteil gereicht, ist ein Wettbewerb unter Gewalttätern, den der Rücksichtsloseste gewinnt, dem Bürger nicht zuträglich. Der Staat als Stehler und Hehler wird nicht besser, wenn die Konkurrenz um seine Führung von den Brutalsten gewonnen wird. Im nächsten Kapitel werden die im demokratischen Staat wirkenden Dynamiken analysiert. Es folgt der Schluss: Demokratie und Unverletzlichkeit privaten Eigentums sind unvereinbar. Dass die Schweiz in vielerlei Hinsicht besser dasteht als ihre Nachbarn, führt Hans-Hermann Hoppe auf ihre Kleinräumigkeit und die Dezentralisierung politischer Entscheidungen zurück. Diese begünstigen die Achtung von Individualrechten, weil hier eine „Abstimmung mit den Füßen“ leichter fällt. Die politische Führung eines Kleinstaates muss ihre Ausbeutungs- und Regulierungsaktivitäten stärker zügeln als jene eines Imperiums. In der Folge widmet sich Hoppe der Frage, „warum der Staat die Kontrolle über das Geld und das Bankwesen beansprucht“. Das Teilreservesystem der Geschäftsbanken hat den Traum der mittelalterlichen Alchemisten wahr werden lassen, etwas aus Nichts zu schaffen. Die Vergabe von aus dem Nichts geschaffenen Krediten – ohne also Mittel dem Konsum entziehen (sparen) zu müssen – schafft die Grundlage für jenen Konjunkturzyklus, der in einer dem künstlich entfachten Boom folgenden Rezession sein Ende findet. Ohne Diskriminierung, also das Recht zur Unterscheidung, kein Eigentumsrecht! Dieses aber bildet die Basis jeden zivilisatorischen Fortschritts. Im Dualismus von öffentlichem und privatem Recht, der sich immer mehr zugunsten des ersteren verschiebt, manifestieren sich jene Privilegien, die Staatsagenten auszeichnen. Abschließend stellt Hoppe jene Privatrechtsordnung vor, die er als Alternative zu ins Chaos führenden staatlichen Ordnungen aufzeigt. An die Stelle eines „vertragslosen Zustandes“ zwischen Beschützer und Beschützten, wie er für staatliche Systeme typisch ist, tritt ein System von mit privaten Rechts- und Sicherheitsanbietern abgeschlossenen Verträgen, das dem Bürger klar definierte Rechte und Leistungen garantiert. Während Staaten zur Aggression neigen, da sie deren Kosten ungestraft auf die Steuerzahler abwälzen können, sind private Sicherheitsanbieter sehr auf Ruhe und Frieden bedacht, da sie die mit jeder Aggression verbunden Kosten zu vermeiden trachten. Wer eine Kritik an der behaupteten Überlegenheit unseres politischen Systems sucht, findet diese hier kurzweilig präsentiert.

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Diesen Artikel finden Sie gedruckt zusammen mit vielen exklusiv nur dort publizierten Beiträgen in der am 31. März erscheinenden April-Ausgabe eigentümlich frei Nr. 121

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