02. Februar 2012

Gestern im EU-Parlament Nigel Farage ärgert Reinhard Bütikofer und Martin Schulz

Neues vom letzten Europäer

Der Ron Paul Europas kommt aus England. Nigel Farage ist der unangefochtene Chef der Opposition im Europaparlament gegen den EU-Sozialismus. Immer wieder treibt er die Funktionärskaste der EUdSSR in ihrem eigenen hohen Haus mit Mut, britischem Sarkasmus und schlitzohriger Gewitztheit vor sich her. Gestern war es mal wieder soweit. Und wie so oft hieß sein Gegner Martin Schulz (SPD), der in Brüssel und Straßburg seit Jahren den hässlichen Deutschen noch ein Barthaar besser mimt als Daniel Cohn-Bendit oder Elmar Brok, und der, hört, hört, seit kurzen nun als Parlamentspräsident Hochwürden spielt. Schulz, so Silvio Berlusconi einmal, wäre eigentlich prädestiniert „für die Rolle des KZ-Aufsehers in einem Film über die Nazis“.

Gestern nun also sagte der Abgeordnete Farage, er habe gedacht, es müsse ein Witz sein, „dass das deutsche Finanzministerium vorschlägt, dass ein EU-Kommissar, manche mögen sagen: ein Gauleiter, und seine Leute ein Gebäude in Athen besetzen und die Verwaltung des Landes übernehmen“. Tatsächlich hatte die meistverkaufte britische Sonntagszeitung das Wort Gauleiter in diesem Zusammenhang benutzt. 

Die kleine Provokation verfehlte ihre Wirkung nicht. Erinnern Sie sich noch an den ehemaligen Grünen-Chef Reinhard Bütikofer? Der gemütliche Pfälzer wurde irgendwann ins EU-Parlament abgeschoben. Nun beschwerte er sich laut, aufgebracht, ja geradezu hysterisch, wie es sonst nur sein Fraktionskollege Cohn-Bendit zelebriert, über den Vorwurf des Briten Farage. Er, Bütikofer, sei – er fuchtelt wild mit den zarten Fingern – entsetzt, dass Farage das demokratische Deutschland mit Nazi-Deutschland auf eine Stufe stelle.

Der so Angesprochene, der übrigens mit einer deutschen  Frau verheiratet ist, wäre nicht er selbst, würde er diese Vorlage nicht nutzen: Farage lehnte eine Entschuldigung ab, erklärte, dass er das böse Wort nur in der britischen Zeitung gelesen habe, und verwies darauf, dass „deutsche Zeitungen die Griechen als faul und unnütz und die Italiener als Feiglinge herunterputzen, während italienische und griechische Zeitungen führende Verantwortliche in Deutschland in Nazi-Unformen darstellen“. Und dann fügte er hinzu: „Der Punkt hier ist, dass dieses Projekt entworfen wurde, um uns alle in Frieden und Harmonie zusammenzuführen. Tatsächlich reißt es uns auseinander und treibt und in den Nationalismus zurück.“

Bütikofer fiel daraufhin nichts mehr ein, still schmollte er auf seinem Platz. Doch „Capo“ Schulz nutzte seine herausgehobene Stellung, den Kollegen Farage mit Rauswurf zu drohen. Und dann sagte Schulz als nun immerhin Aufseher des Parlaments: „Den Nationalismus in diesem Haus propagieren diejenigen, die ihre Flaggen auf ihre Sitze stellen, um ihrem Nationalismus hier zu dokumentieren, soweit ich weiß, gehören Sie auch dazu.“

Der Hass zwischen den Nationen in Europa eskaliert. Schuld daran ist, so Genosse Schulz, nicht die dahinterstehende Eintopf-Politik der EUdSSR, welche die einen für die anderen erst milliardenstark zwangsbezahlen und dann ein Stückweit über sie bestimmen lässt und sich dann wundert, dass dies überall zu Missgunst und Hass führt. Schuld seien vielmehr kleine britische Wimpel auf den Tischen der Abgeordneten der United Kingdom Independence Party im Europaparlament. Atemberaubend!

Doch die Wahrheit lässt sich auch vom totalitärsten Charakter auf dem höchstem Posten nicht ewig unterdrücken: Politik hetzt Menschengruppen gegeneinander. Hass ist die logische Folge. Alte gegen Junge im Eintopf-Rentensystem. Männer gegen Frauen durch Diskriminierungsgesetze. Raucher gegen Nichtraucher mittels Gesundheitsfaschismus. Fleißige gegen Faule in einem Sozialstaat, der den einen nimmt und den anderen sowie vor allem der Bürokratie gibt. Und jetzt eben der wuchernde Europäische Superstaat, der dasselbe Prinzip mit noch gigantischeren Beträgen auf die nächst höhere Ebene hebt.

Interessanter als der Eklat selbst ist wieder einmal die Berichterstattung. Die BBC sendet heute über den Vorfall, die Tagesschau schweigt. Auch Spiegel-Online schweigt. Fast alle schweigen in Deutschland. Lediglich der „Focus“, die „Welt“ und das „Handelsblatt“ berichten. Sie nennen Bütikofer, Schulz und Farage. Doch den entscheidenden Punkt des Briten über das Projekt, das Hass säht, gemeint ist das EU-Europa im Allgemeinen und der Euro im besonderen, wird von allen deutschen Medien „versehentlich vergessen“ zu erwähnen.

Ganz anders die Leserkommentare, etwa bei der „Welt“. Längst ist auch hierzulande Nigel Farage ein mehr als nur heimlicher Volksheld. Seine Youtube-Videos in der Höhle des Löwen seien „legendär“, schreibt einer, er sei schlicht „Kult“ ein anderer. Und ein dritter: „Wir lieben Nigel Farage, der einzige, der diesen EU-Apparatschiks die Stirn bietet. Polemische Artikel machen ihn nur noch beliebter.“

Internet

Das Video zum Vorfall, man achte auf den Nebendarsteller Bütikofer


Artikel bewerten

Artikel teilen

Facebook Icon Twitter Icon VZ Icon del.icio.us Logo Reddit Logo

Anzeigen

Kommentare

Die Kommentarfunktion (lesen und schreiben) steht exklusiv Abonnenten der Zeitschrift „eigentümlich frei“ zur Verfügung.

Wenn Sie Abonnent sind und bereits ein Benutzerkonto haben, melden Sie sich bitte an. Wenn Sie noch kein Benutzerkonto haben, nutzen Sie bitte das Registrierungsformular für Abonnenten.

Mit einem ef-Abonnement erhalten Sie zehn Mal im Jahr eine Zeitschrift (print und/oder elektronisch), die anders ist als andere. Dazu können Sie dann auch viele andere exklusive Inhalte lesen und kommentieren.

drucken

Mehr von André F. Lichtschlag

Über André F. Lichtschlag

Anzeige

ef-Einkaufspartner

Unterstützen Sie ef-online, indem Sie Ihren Amazon-Einkauf durch einen Klick auf diesen Linkstarten, oder auf ein Angebot in der unteren Box. Das kostet Sie nichts zusätzlich und hilft uns beim weiteren Ausbau des Angebots.

Anzeige