Andreas Tögel

Jg. 1957, Kaufmann in Wien.

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Ländervergleich: Index of Economic Freedom 2012

von Andreas Tögel

Österreich im Sinkflug

12. Januar 2012

Eben wurde die Ausgabe 2012 des von der amerikanischen Denkfabrik „Heritage Foundation“ zusammen mit dem „Wall Street Journal“ erstellten „Index wirtschaftlicher Freiheit“ veröffentlicht. Wie im Vorjahr liegt die Zahl der in die Wertung aufgenommenen Länder bei 179. An der Spitze gibt es keine Veränderungen. Unangefochten auf Platz eins liegt erneut Hong Kong, gefolgt von Singapur, Australien und Neuseeland. Die Führungsrolle des pazifischen Raumes im Hinblick auf die wirtschaftliche Freiheit bleibt damit erhalten. Rang fünf geht wieder an die Schweiz, die sich damit als Oase der Freiheit in einer immer mehr zur Regulierungswüste verkommenden Alten Welt präsentiert.

Auch am Ende der Tabelle hat sich wenig getan: Wieder sitzen die „üblichen Verdächtigen“ – afrikanische Kleptokratien und südamerikanische Bananenrepubliken – im letzten Waggon. Absolutes Schlusslicht bildet das Paradies der werktätigen, hungernden und frierenden Massen, Nordkorea.

Der internationale Durchschnittswert des auf einer hundertteiligen Skala gemessenen Index liegt nunmehr bei 59,5 und damit um 0,2 Punkte unter dem Vorjahresergebnis. Die dank der Verschuldungsexzesse der letzten Jahre explodierenden Zinsverbindlichkeiten und die im Zuge der Eurokrise kräftig angezogenen Regulierungsschrauben zeigen ihre Wirkung.

Folgende Kriterien gehen – gleich gewichtet – in die Statistik ein:

 ► Eigentumsrechte

► Korruptionsfreiheit

► Steuerliche Freiheit

► Staatsausgaben

► Geschäftsfreiheit

► Arbeitsfreiheit

► Währungsfreiheit

► Handelsfreiheit

► Investitionsfreiheit

► Finanzfreiheit

Österreichs größter Nachbar und zugleich wichtigster Handelspartner Deutschland rutscht von Platz 23 auf Platz 26 ab – eine Folge der Eurokrise. Österreich setzt neue Maßstäbe und stürzt gleich um sieben Ränge, nämlich von 21 auf 28, ab (minus 1,6 Punkte – von 71,9 auf 70,3). Die regierenden Neidgenossen und die ihnen zuarbeitenden Herz-Jesu-Sozialisten von der ÖVP haben ganze Arbeit geleistet!

Dass es sich bei dem im Index gesammelten Datenwust nicht um bloße Fingerübungen gelangweilter Ökonomen und Statistiker handelt, wird bei der Betrachtung ausgewählter Volkswirtschaften deutlich. So konnten etwa Chile (Platz 7) und Mauritius (Platz 8) ihr Ranking in den zurückliegenden Jahren dramatisch verbessern und in die Weltspitzengruppe vorstoßen. In beiden Ländern gelang das durch konsequente Freimarktpolitik und Deregulierung. Parallel dazu kam es in beiden Ländern zu einer deutlichen Erhöhung des allgemeinen Wohlstandsniveaus.

Die mit verstärkter Zentralisierung stets einhergehende Zunahme der Regulierungsdichte hat dagegen einen hohen Preis – wie man etwa am Beispiel Frankreichs erkennen kann, das sich ebenso zentralistisch organisiert wie sozialistisch durchseucht präsentiert (Verlust von 1,6 Punkten gegenüber 2011 und um drei Ränge auf Platz 67 abgerutscht).

Dass wirtschaftliche Freiheit stark mit unternehmerischen Aktivitäten korreliert, ist keine Überraschung. Und dass unternehmerische Aktivitäten die Basis des Wohlstands bilden, sollte ebenfalls einleuchten. Breiter Wohlstand entsteht eben als Folge von Kapitalakkumulation und die dadurch ermöglichte kostengünstige Produktion marktfähiger Produkte und Dienstleistungen – nicht aber durch hohe Steuern, Regulierungsmaßnahmen und Umverteilungsexzesse. Man braucht daher kein Prophet zu sein, um mit Blick auf das dräuende „Sparpaket“ der Bundesregierung einen weiteren Rückgang unternehmerischer Aktivitäten (und damit des Volkswohlstandes) für unser Land zu prognostizieren. Eine politische Führung, die in einem beinahe schon zu Tode regulierten Hochsteuerland weiterhin neue Steuern erfindet und damit die produktive Elite systematisch entmutigt oder außer Landes treibt, leistet besonders dem in Sonntagsreden so gerne beschworenen „kleinen Mann“ einen Bärendienst.

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