09. Juni 2011

Aktuelle Meldung – Akte EHEC Deutsche Gurkenpresse ohne Biss

Hinweise auf Bioterror bloße Verschwörungstheorien?

(ef-DS) Nach den Sprossen wieder zurück zur Gurke: Aus der Biotonne einer erkrankten Magdeburger Familie ist erstmals der tödliche EHEC-Stamm 0104:H4 in einer Salatgurke nachgewiesen worden. Mit einem vom chinesischen „Bejing Genomics Institute“ (BGI) entwickelten Schnelltest kann der Erreger nun binnen drei Stunden identifiziert werden. Das BGI hatte auch das Genom des Killerbakteriums entschlüsselt. Demnach handelt es sich um eine Kreuzung aus einem harmlosen Darmbakterium (7%) mit einem gefährlichen Keim (93%) namens EAEC 55989. Was die deutschen Mainstream-Medien bislang nicht für erwähnenswert halten, ist der Umstand, dass der gefährliche Teil der Bakterienkreuzung aus Zentralafrika stammt, wie einem Bericht auf der Webseite des BGI zu entnehmen ist. Eine zufällige Kreuzung ist also unwahrscheinlicher, als man ohne diese Zusatzinformation vermuten könnte.

Ein absichtliches In-Umlauf-Bringen würde auch erklären, dass zwar sämtliche Indizien auf eine Sprossenzucht in Bienenbüttel hinweisen, dort aber selbst nach gründlichster Untersuchung kein EHEC gefunden werden konnte. Es liegt also nahe zu vermuten, dass die gefährliche Zutat auf dem Transportweg zugesetzt wurde, kurz nachdem die Sprossen die Farm verlassen hatten. Es ist zu hoffen, dass alle beteiligten Institutionen, von der Kriminalpolizei, BKA und BND bis hin zu den zahlreichen involvierten Gesundheitsbehörden, diese Spur nicht links liegen lassen. Und möglicherweise sind die Erreger an mehreren miteinander nicht zusammenhängenden Stellen in Umlauf gebracht worden, wie das gestrige Gurkenbeispiel aus Magdeburg zeigt.

Dass Terroristen nur zu gerne größtmöglichen Schaden durch Chemie- oder Biowaffen anrichten würden, weiß man nicht erst seit dem U-Bahn-Anschlag der Aum-Sekte 1995. Auch die britische Regierung warnte bereits, wie die „Daily Mail“ am 05.06.2011 meldete, Lebensmittelhersteller und Supermärkte vor Bio-Anschlägen, die von Islamisten oder Tierschützern ausgehen könnten. Die „Bild“-Zeitung meldete am 03.06.2011, dass der Berliner Hygiene-Expeerte Klaus-Dieter Zastrow einen Bio-Terroranschlag für nicht unwahrscheinlich hält, während das Schwesterblatt „Welt“ solche Vermutungen als verschwörungstheoretische Hirngespinste abtut. Indes berichtet der Geheimdienst-Experte und Bestseller-Sachbuchautor Udo Ulfkotte, dass die Bundeswehr ein geheimes Biowaffen-Forschungsprojekt unterhält, bei dem auch mit EHEC-Keimen experimentiert wird. Es wäre nicht das erste mal, dass Armeen bei hochgefährlichem Material gewisse Sicherheitslücken aufweisen.

Die Medienmeute stürzt sich indes lieber auf unschuldige Sündenböcke, wie auf ein Lübecker Restaurant, das mit den Sprossen beliefert worden war und dessen Besitzer vorgestern in der Talkshow von Markus Lanz berichtete, dass aufgehetzte Bürger ihn und sein Personal seitdem massiv bedrohen oder als „Mörder“ beschimpfen und er infolge der Hetzberichterstattung einen massiven Umsatzeinbruch hinnehmen musste.

Internet:

„Daily Mail”, 05.06.2011: Terrorists 'could lace British food with poison': Government's terrifying warning to supermarkets.

"Bild“, 03.06.2011: Killer-Keim mit Absicht in Umlauf gebracht?

BGI (Bejing Genomics Institute), 02.06.2011): Information über die zentralafrikanische Herkunft der neuen EHEC-Kreuzung

„Kopp News“, 03.06.2011: Udo Ulfkotte über ein geheimes B-Waffen-Forschungsprojekt der Bundeswehr


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