08. März 2011

Aktuelle Meldung – Rauchverbot Rock gegen Grün in Ulm

Wutbürger fordern Recht auf Selbstbestimmung

(ef-DS) Der Staat missbilligte den Tabakkonsum und förderte „Untersuchungen zur Wirkung des Rauchens auf die Gesundheit“. Es wurden „Rauchverbote in Straßenbahnen, Bussen und S-Bahnen“ eingeführt. Die Tabaksteuer wurde erhöht, und es wurden, so Wikipedia, „Beschränkungen bei der Tabakwerbung und beim Rauchen im öffentlichen Raum und in Restaurants und Cafés“ verhängt. Ein führender Politiker meinte sogar, dass „jeder Deutsche verantwortlich ist für seine Taten und Emissionen gegenüber der Volksgemeinschaft“. Da schließlich Vater Staat sein Gesundheitssystem finanziere, habe der Bürger „nicht das Recht, seinen Körper mit Drogen zu schädigen.“

Die deutschen Bürger leisteten passiven Widerstand: Der Zigarettenkonsum stieg sogar an statt wie befohlen zurückzugehen. Mehr als siebzig Jahre später wiederholt sich die Geschichte: Viele Bürger nehmen die Bevormundung des Staates nicht länger hin und tragen ihren Protest in die Öffentlichkeit, zumindest solange sie dies noch straflos tun dürfen:

In Ulm haben sich acht Kneipiers zusammengeschlossen, um ab dem 18. März drei Musik-Abende unter dem Motto „Rock gegen Grün“ zu organisieren. So möchte man ein Zeichen setzen gegen das grünerseits drohende totale Rauchverbot im schwäbischen Ulm, das im bayerischen Stadtteil Neu-Ulm bereits von den schwarzen Brüdern im Geiste von der CSU eingeführt worden war.

Aktionssprecher Klaus Schlecker hält die Grünen für einen „verlogenen Haufen“ und fürchtet eine grüne Mehrheit bei den bevorstehenden Landtagswahlen in Baden-Württemberg. Dann drohe der Ulmer Kneipenszene das gleiche Schicksal wie dem raucher-unfreien Neu-Ulm: Menschen, die sich aus freien Stücken in ein Lokal begeben, um dort aktiv oder passiv zu rauchen, haben dort keine Ausgehmöglichkeiten mehr und müssen in das noch freie Ulm ausweichen.

Die „Südwestpresse“ berichtet, dass der führende Ulmer Grüne, Jürgen Filius, sich verärgert und verständnislos gegenüber der antitotalitären Kulturveranstaltung der Ulmer Wirte gezeigt habe, und zitiert den Satiriker Wiglaf Droste mit den Worten: „Ein Grüner ist erst dann richtig glücklich, wenn er anderen etwas verbieten kann.“


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