Yorck Tomkyle

Jg. Jahrgang 1959, geboren als Kind deutscher Eltern in Litauen, aufgewachsen im Norden Deutschlands, pendelt seit geraumer Zeit als Arzt und Züchter von Seeadlern zwischen Südafrika und seiner deutschen Heimat.

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Doktorarbeit: Der Plagiator und der Große Lümmel

von Yorck Tomkyle

Wählerverdrossenheit wegen falscher Popularitätswerte

Jetzt ist es also passiert: der Gehetzte ist erlegt. Der politisch-mediale Komplex hat gesiegt. Aber um welchen Preis? Es ist ein Pyrrhus-Sieg, denn es dürfte ziemlich klar sein, dass die geifernden Attacken der unübersehbaren Gegnerschar des Freiherrn, die teilweise an Heuchelei nicht zu überbieten waren, der Demokratie weit mehr geschadet haben, als dessen Fehlverhalten.

Mal ehrlich: können Sie das Wort Doktorarbeit noch hören? Ödet Sie das Gezerre um die verlorene Ehre des coolen Freiherrn auch so an? All die Facetten dieses Schauspiels wurden bereits beleuchtet: Der gefallene Engel, der sich einfach nicht schämen mochte. Die geifernden Neider des Politbetriebs, die sich plötzlich um die Moral sorgten, obwohl sie eben diese bislang doch eigentlich immer verhöhnten. Eine Uni, die das eklatante Versagen ihrer Kontrollmechanismen nun mit einem besonders lauten „Haltet den Dieb“ zu kaschieren sucht. Die einschlägigen Massenmedien, deren Gezeter mit jedem Tag, an dem der Sünder widerstand, schriller wurde. Die Kanonen, die sich nun – wer hätte das gedacht: kurz vor der Wahl in Baden-Württemberg – gegen Merkel und Co. richten und bei der innerlich kraftlosen Union die übliche opportunistische Panik auslösen. Der Plagiator-Terminator Andreas Fischer-Lescano, ein „Bremer Professor“ und so nebenbei zufällig Gründungsmitglied des linken „Institut Solidarische Moderne“ der notorischen Andrea Ypsilanti – ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Gähn.

Doch dann ganz klein in der Provinzzeitung ein paar Sätze eines CSU-Mitglieds der oberen Ränge, das „namentlich nicht genannt werden möchte“. Angesichts der trotz der Schwere der Vorwürfe schockierend guten Umfragewerte könne man den Freiherrn einfach nicht fallen lassen. Aber diese Umfragewerte würden bei ihm, dem Politiker, zu einer zunehmenden Wählerverdrossenheit führen. Aha. Soso.

Da ist also einer unserer Eliten, der des Großen Lümmels überdrüssig wird, weil dieser sich trotz des Dauerfeuers aus allen Kanälen einfach nicht so verhalten will wie gewünscht. Lassen wir das doch einmal sacken. Da ist also ein Vertreter von denen, die in ihrer grenzenlosen Beschränktheit seit Jahren dafür sorgen, dass diese Land mittels massenhafter zivilisationsferner Unterschichteneinwanderung, fortwährenden bildungs- und gesundheitspolitischen Katastrophen, ruinöser Staatsverschuldung und Zerstörung des Eigenen durch einen exzessiven Negativ-Erinnerungskult gegen die Wand gefahren wird.

Einer von denen, die auch gerade jetzt wieder in dieser Affäre dafür sorgen, dass sich immer größere Teile des Volkes mit Grausen von diesem Land, von diesem System abwenden. Der also dreht den Spieß um und beschimpft sein Volk, weil es trotz größter Anstrengungen des politisch-medialen Komplexes einfach nicht von dem Sünder lassen mag.

Man möchte ihm, dem mutigen Anonymus, gerne folgendes zur Antwort geben: Vielleicht, lieber Politiker, geht es gar nicht um Guttenberg. Vielleicht geht es nur darum, dass wir, Dein Volk, von dem Du Schaden abwenden sollst, uns nicht mehr von Euch verwalten und manipulieren lassen wollen. Vielleicht hat der ungebrochene Beliebtheitsgrad des Freiherrn weniger mit ihm selbst zu tun als vielmehr mit der zunehmenden Wut der Bürger über Politiker und Journalisten, die ihnen vorschreiben wollen, wie sie zu denken haben.

Je mehr Ihr wollt, dass wir ihn fallen lassen, umso höher heben wir ihn. Nicht, weil er es verdient hätte. Aber weil es in unserem Land nicht mehr viele Möglichkeiten gibt, Nein zu sagen zu dem, was ihr uns aufdrängt.

So gesehen wären die Beliebtheitswerte des K.-T. – auch – eine Skala, an dem man die Wut des Volkes über ein politisch-mediales System ablesen kann, das mit wirklicher Demokratie immer weniger zu tun hat.

Dieses Ende schadet mit Sicherheit allen, vor allem aber wird die Akzeptanz des politisch-medialen Komplexes weiter erodieren. Der Widerstand formiert sich bereits seit längerem. Er wird durch diese Affäre wieder großen Zulauf erhalten.

Bis auf weiteres gilt aber: Der nächste Skandal kommt bestimmt und auch da werden „die da oben“ sicher versuchen, uns ihre Meinung aufzudrängen. Ich hätte da auch schon eine Idee: Knut, der arme Eisbär, vegetiert, wie ich aus zuverlässiger Quelle erfuhr, weitgehend unbeachtet in einem lichtlosen Winkel seines Zoos unter Braun(!)Bären dahin.

Unvorstellbar müssen seine Qualen sein. Sein Patenonkel könnte ihm helfen. Aber der kümmert sich nicht um sein armes Patenkind. Liebe SpiegelSueddeutscheZeitBild-Redaktion, daraus könnte man doch was machen, oder?! Schließlich heißt der Patenonkel Sigmar und ist ziemlich bekannt.

01. März 2011

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