21. Januar 2011

Aktuelle Nachricht – Bofinger Marshall-Plan für den Euro

So soll Griechenland endgültig gerettet werden

(ef-DF) Peter Bofinger fordert einen „EU-Marshall-Plan" für am Abgrund stehende Euro-Länder. Statt einzelner Rettungseingriffe solle ein umfassender Plan geschaffen werden, aufgrund welchem Hilfen gewährt würden. Bofinger gehört den Wirtschaftsweisen an und vertritt eine besonders keynesianische Wirtschaftspolitik. Er gehört zu den Kritikern der Sparprogramme, die etwa Griechenland hat auflegen müssen. Dementsprechend sieht sein Marshall-Plan ein „umfassendes europäisches Investitionsprogramm für die Problemländer vor, damit ihre Wirtschaft nach der Radikalkur der IWF-Programme wieder auf die Beine kommt“.

Ähnlich äußer sich Jorgo Chatzimarkakis (FDP). Er schlägt vor, dass die EU für Griechenland vorgesehene aber nicht abgerufene Gelder in Höhe von rund 20 Milliarden Euro verwendet, um der griechischen Wirtschaft auf die Beine zu helfen. Denn so könne im „Sinne eines kleinen EU-Marshall-Plans bis zum Jahr 2013 rasch das Wachstum angekurbelt werden.“

Die eine wie auch die andere Maßnahme würde alle Anstrengungen konterkarieren, die bisher unternommen wurden um Griechenland zu sanieren. Statt das griechische Sparen, das tatsächlich keinen Schuldenabbau bedeutet, sondern nur eine geringfügige Verringerung des jährlichen Haushaltsdefizits zur Folge hat, zu forcieren, ginge man einen weiteren Schritt in Richtung europäische Wirtschaftsregierung. 

Überdies handelt es sich um einen Mythos, dass der Marshall-Plan den wirtschaftlichen Aufschwung bewirkt habe. Interessanterweise wuchsen Deutschland, Österreich und Italien wesentlich schneller als Großbritannien, Schweden und Griechenland, die als vorherige Allierte viel größere Summen von  den USA erhielten. Viel bedeutender für den deutschen Weg aus der wirtschaftlichen Nachkriegsmisere war die Erhardsche Deregulierung von Preiskontrollen.

Quellen


Artikel bewerten

Artikel teilen

Facebook Icon Twitter Icon VZ Icon del.icio.us Logo Reddit Logo

Anzeigen

Kommentare

Die Kommentarfunktion (lesen und schreiben) steht exklusiv Abonnenten der Zeitschrift „eigentümlich frei“ zur Verfügung.

Wenn Sie Abonnent sind und bereits ein Benutzerkonto haben, melden Sie sich bitte an. Wenn Sie noch kein Benutzerkonto haben, nutzen Sie bitte das Registrierungsformular für Abonnenten.

Mit einem ef-Abonnement erhalten Sie zehn Mal im Jahr eine Zeitschrift (print und/oder elektronisch), die anders ist als andere. Dazu können Sie dann auch viele andere exklusive Inhalte lesen und kommentieren.

drucken

Mehr von Redaktion eigentümlich frei

Über Redaktion eigentümlich frei

Anzeige

ef-Einkaufspartner

Unterstützen Sie ef-online, indem Sie Ihren Amazon-Einkauf durch einen Klick auf diesen Linkstarten, oder auf ein Angebot in der unteren Box. Das kostet Sie nichts zusätzlich und hilft uns beim weiteren Ausbau des Angebots.

Anzeige