15. Januar 2011

Aktuelle Nachricht – Ökonomie Milton Friedman „ein Linker“

Keynesianer und Monetaristen sitzen in einem – sinkenden – Boot

(ef-RG) Der sich selbst als „klassischen Liberalen“ bezeichnende Ökonom Milton Friedman war in Wahrheit ein Linker. Das behauptete gestern der US-Ökonom und Nobelpreisträger Paul Krugman. Der Kolumnist der „New York Times“ tritt regelmäßig für staatliche Eingriffe in die Wirtschaft ein, um damit angebliches „Marktversagen“ zu korrigieren. Der sich selbst als „marktwirtschaftlichen Keynesianisten“ einstufende Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität Princeton wird daher allgemein auf der linken Seite der ökonomischen Debatte eingeordnet. Der 2006 verstorbene Friedman, Autor des Bestsellers „Kapitalismus und Freiheit“, ebenfalls Nobelpreisträger und zusammen mit John Maynard Keynes einer der einflussreichsten Ökonomen des 20. Jahrhunderts, wurde bislang eher als „rechts“ eingestuft.

Am 14. Januar 2011 meinte Krugman jedoch in zwei kurzen Blogbeiträgen: „Auf fundamentaler Ebene befinden sich Milton Friedman und John Maynard Keynes auf einer Seite der Debatte“. Beide stünden für eine Geldpolitik, „die anhand von Ergebnissen bewertet werden kann.“ Auf der anderen Seite stehe Ron Paul, der republikanische Kongressabgeordnete, der die US-Zentralbank Federal Reserve abschaffen will, „und Leute wie er“, womit Krugman nur die Vertreter der Österreichischen Schule der Ökonomie meinen kann. Diese nämlich argumentierten nicht anhand von Ergebnissen und Fakten, so Krugman, sondern „moralisch“, denn sie betrachteten das inflationäre Drucken von ungedecktem Papiergeld durch eine von der Regierung gestützte Zentralbank als „konfiskatorisch“.

Friedman sei durchaus für das Gelddrucken gewesen, führt Krugman aus und verweist darauf, dass der führende Vertreter der Chicagoer Schule die Federal Reserve dafür kritisierte, während der Weltwirtschaftskrise in den 1930er Jahren den Dollar nicht hinreichend entwertet zu haben. Es sage etwas über unsere Zeit aus, beendet Krugman seinen Gedankengang, dass Friedman, zumindest in geldpolitischen Fragen, „links von der Mitte zu stehen scheint“.

Robert Wenzel kommentiert dazu im Blog „EconomicPolicyJournal“: „Es ist interessant, aber nicht überraschend, dass Krugman sich nicht der linken intellektuellen Wurzeln bewusst ist, die eine Menge zur Erklärung der wahren Positionen Friedmans beitragen“. William L. Anderson ergänzt unter Wenzels Eintrag: „Man beachte, dass sich Krugman gar nicht mit den Sachverhalten auseinandersetzt. Statt dessen sagt er dies: Jeder weiß, dass Milton Friedman für die freie Marktwirtschaft war, und er befürwortete das Gelddrucken. Daher müssen diese Österreicher extrem rechts sein, weil sie Friedman widersprechen.“ Wieder einmal greife Krugman auf Trugschlüsse zurück, in diesem Fall auf eine „Berufung auf eine Autorität“. Er verwende gerne auch „ad hominem“-Angriffe. Anderson: „Was dieser Typ überhaupt nicht kann ist argumentieren. Er weiß nicht, wie das geht, und damit sagt er mehr über den Zustand der modernen akademischen Ökonomie aus als über irgend etwas anderes.“

Quellen:

 Paul Krugman: Monetary Morality

Paul Krugman: Friedman and the Paleomonetarists

Robert Wenzel: Paul Krugman Exposes Milton Friedman (Thanks to Ron Paul)


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