01. Dezember 2010

Ökoindustrieller Komplex, nackig Ziviler Ungehorsam gegen die grüne Selbstgerechtigkeit

Ein kleines liberales Institut zeigt Gelben und Schwarzen, wie man sich wehrt

Das Bild muss man sich vorstellen, wie sie da saßen, die Truppen der heiligen grünen Inquisition: Chefanklägerin Bärbel Höhn war außer sich, zornig. Adjutantin Dorothea Steiner blickte besorgt. Dem gefürchteten Hans-Josef Fell lief – schon aufgrund der drückenden Erderwärmung – eine Schweißperle von der hohen Stirn, während er die Folterinstrumente noch säuberlich sortierte. Er grinste. Der Grund ihrer eiligen Zusammenkunft: Dem grünen Tribunal wurde zugetragen, dass „bekannten Leugnern des Klimawandels in den Bundestagsfraktionen der CDU und FDP ein Diskussionsforum gegeben wird und einige Abgeordnete der CDU- und FDP-Fraktion offen mit den Thesen des Klimawandelleugners Fred Singer sympathisieren“.

Also taten sie nur, was zu tun war. Eine Drucksache wurde hergestellt. Sie nannten sie verniedlichend „Drucksache 17/3613“. In seinen Innern entpuppte sich das Werk als „kleine Anfrage an die Bundesregierung“ zu deren „Position zur Leugnung des Klimawandels“. Und also fragten sie mit viel Nachdruck: „Ist der Bundesregierung bekannt, für welche Themen Fred Singer sich bisher sonst eingesetzt hat? Wie beurteilt sie, dass er zum Beispiel die Gefahren des Passivrauchens in Frage gestellt, oder die Schädigung der Ozonschicht durch FCKW bestritten oder den sauren Regen verharmlost hat?“ Und sie fragten weiter: „Wie bewertet die Bundesregierung vor diesem Hintergrund die Glaubwürdigkeit seiner Argumente?“ Und bohrten: „Ist der Bundesregierung bekannt, von wem Fred Singer in der Vergangenheit für seine Aktivitäten finanziert worden ist?“ Und sie erhöhten den Druck noch einmal: „Gibt es auch innerhalb der Bundesregierung Stimmen, die die menschliche Ursache des Klimawandels in Frage stellen?“ Und fragten, ja frugen gar: „Ist der Bundesregierung bekannt, ob Veranstaltungen von Klimawandelleugnern auch von öffentlichen Mitteln finanziert werden, zum Beispiel über das Liberale Institut der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit?“ Und dann: „Befürwortet die Bundesregierung grundsätzlich die Aufwendung von öffentlichen Mitteln zur Verbreitung der Thesen von Klimawandelleugnern wie Fred Singer?“ Sie fragten und bohrten immer tiefer und immer lauter. Grelle Zahnarztgeräusche schallten aus dem grünen Folterkeller.

Vor ihnen saßen die beiden Ketzer: Guido aus Bonn und Angela aus der Uckermark hockten da, angeklagt, zusammengekauert, entwürdigt, in die Enge getrieben. Sie bekamen keinen Ton heraus. Vier Wochen waren nun schon vergangen, und immer noch schwiegen sie. Sie zitterten nach wie vor. Erschrocken noch angesichts der grünen Selbstgerechtigkeit, die Guido und seine Angela doch nicht wirklich infrage stellen konnten. Ja, sie wollten sich gar nicht wehren. Stockholm-Syndrom. Blöde Situation.

Ihre eigenen Truppen, das war den beiden klar, sitzen längst mit unter den Selbstgerechten, den Anklägern und ökoindustriellen Lobbyisten. Also schweigen sie bis heute, knapp einen Monat nach dem Einsatz der Drucksache, und hoffen, dass auch die Folgen dieser Tortur verheilen mögen.

Doch was ist das: Links und rechts an den Institutionen vorbei marschieren zwei edle Ritter. Kaum einer kannte sie. Freiherr Wolfgang vom Berlin Manhattan Institut und Junker Achim vom Antibürokratieteam sind es. Wozu Union und FDP in ihrem historischen Niedergang nicht mehr in der Lage sind, die beiden kühnen Recken tun es einfach: Sie schubsen die grünen Gesellen beiseite und drehen den Spieß um. Und siehe da, die sind gar nicht so mächtig, wie es allen schien. Ja, wer genau hinsieht, erkennt: Kaiserin Höhn ist splitternackt! Au weia.

Und also fragen die Rebellen nun die Selbstgerechten mittels einer so feinen wie „kleinen Anfrage an die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen“: „Sind den Grünen die etwa 800 wissenschaftlich publizierten und einem Peer Review unterzogene Arbeiten beziehungsweise die etwa 4000 im NIPCC Report Climate Change Reconsidered als Literaturhinweise aufgeführten Arbeiten bekannt, die den vom Menschen verursachten Klimawandel in Frage stellen und dies entsprechend mit wissenschaftlichen Daten untermauern? Wenn nein, beabsichtigen die Grünen, ihren wissenschaftlichen Dienst so auszubauen, dass ihnen in Zukunft eine solche Zahl an Veröffentlichungen nicht mehr entgeht? Wenn ja, warum leugnen die Grünen die Existenz dieser Papiere?“ Und sie fragen: „Wenn die Grünen der Auffassung sind, dass die Frage des Klimawandels und seiner möglichen menschlichen Ursachen bereits endgültig geklärt sind, werden sich die Grünen dann für einen sofortigen Stopp der Finanzierung von Forschungsarbeiten zu diesem Thema einsetzen, die ja dann keine neuen Erkenntnisse mehr bringen könnten? Ist den Grünen noch ein weiteres Forschungsfeld bekannt, auf dem weiteres wissenschaftliches Arbeiten überflüssig wäre, weil bereits alle Fragen endgültig geklärt sind?“ Und fragen: „Ist den Grünen außer ihrer eigenen Partei und dem Papst, sofern er ex cathedra entscheidet, noch eine andere Institution bekannt, die Unfehlbarkeit für sich in Anspruch nimmt?“ Und fragen: „Ist die Fraktion der Grünen bereit, anzuerkennen, dass auch in der Klimatologie ein Spektrum theoretischer Auffassungen existiert, wie in jedem Forschungsbereich?“ Und fragen: „Wie stehen die Grünen zu dem Umstand, dass ihre Politik der extremen Subventionierung von Solar- und Windenergie einhergeht mit Parteispenden unter anderem der IBC Solar AG, der SMA Solar Technology AG, der Ostwind-Verwaltungsgesellschaft mbH, der Umweltkontor Renewable Energy, der EWO Energietechnologie GmbH, der Conergy AG, Pro Vento, der Nordex AG, der Windpark G. W. Meerhof GmbH & Co. KG, der Ersol AG, der Windpark wohlbedacht GmbH & Co. KG, der Wind Projekt Development GmbH, der Solarworld AG, der SMA Technologie AG, der Solon AG für Solartechnik, der AGU Energie- und Elektrotechnik GmbH?“ Und fragen: „Bei welchen Unternehmen und in welchem Umfang haben Abgeordnete der Grünen-Fraktion in die durch gesetzliche Regelungen hoch subventionierte und dadurch sichere Renditen abwerfende Industrie der erneuerbaren Energien investiert?“ Und fragen: „Beabsichtigen die Grünen, mit dem ständigen Gebrauch des Ausdrucks Klimawandelleugner eine Konnotation zu Holocaust-Leugnern herzustellen? Wenn ja, beabsichtigen die Grünen, den Tatbestand der Volksverhetzung dahingehend zu erweitern, dass künftig Äußerungen zur Klimawandelfrage dann mit Strafe belegt werden, wenn sie nicht mit der Parteilinie von Bündnis90/Die Grünen übereinstimmen?“ Und fragen noch mehr und schließlich: „Sind sich die Grünen bewusst, wo ihre mit teils begrüßenswerten Zielen gestartete Partei heute angekommen ist, wenn ihnen derartige Fragen gestellt werden müssen?“

Dann lachen sie über ihre gelungene Aktion. Laut. Scheckig. Fürchterlich.

Ganz Deutschland würde mitlachen, wären die hiesige Medienritter nicht das, was sie sind: Humorlose Lakaien im Dienst der rotgrünen Selbstgerechtigkeit. Dennoch, dem Internet sei Dank, verbreitet sich die frohe Botschaft. Und das Grüne Tribunal sitzt nun wieder zusammen; die Bärbel, die Dorothea und der Hans-Josef. Sie hocken da, nackig, und beraten, wie sie rauskommen aus dem Zustand selbstverschuldeter Unmündigkeit.

Wir empfehlen: Zieht euch warm an, räumt endlich das Feld und wartet ab bis zum nächsten Zeitgeistwandel in gut 40 Jahren! Dann sitzen die selbstgerechten Hüllenlosen vielleicht wieder auf der anderen Seite der Barrikaden. Bis dahin, liebe satte Grüne: Strahlt doch bitte nicht noch mit euren Energiesparfunzeln auf eure Glashütte, legt Steine und Folterinstrumente aus der Hand und geht solange Mate-Tee trinken, bis wir schlimmen Andersdenkenden euch wieder ertragen können.  

Die Nacktfotos

Bärbel Höhn

Dorothea Steiner

Hans-Josef Fell

Die Informationen

ef-Meldung über die Aktion des Berlin Manhattan Instituts sowie des Antibürokratieteams

Der Link für alle, welche die Anfrage an die Grünen unterzeichnen möchten


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