30. Oktober 2010

ef 107 Editorial

Schwerpunktthema „Ökonomie des Sozialismus“

Sie glauben auch an den „Bürgerprotest“ gegen Stuttgart 21? Sie meinen, nun würden all die ausgebeuteten Nettosteuerzahler, die bei den milliardenschweren Bailouts für die Großbanken, für Griechenland und für den Euro oder zuletzt bei der anfänglichen Hatz auf Thilo Sarrazin zuhause geblieben sind, plötzlich für den Juchtenkäfer auf die Straße gehen?

Ich halte die Aufregung um Stuttgart 21 für eine riesige Inszenierung von Politik und Medien. Angela Merkel – man darf sie eben nicht unterschätzen – hat das verstanden und positioniert sich plötzlich streitlustig und mit klarer Kante zugunsten des Projekts, gegen das da angeblich die Bürger wüten. Eigentlich hatte die CDU die drei Landtagswahlen im kommenden Frühjahr – unter anderem im Ländle selbst – bereits so gut wie verloren. Parteivorsitz und Kanzlerschaft Merkels wackelten bedrohlich. Doch jüngste Umfragen belegen: Die Zustimmung zu Merkel und Mappus steigt. Gegen das Anliegen des Bürgertums? Kaum!

Wie Helmut Kohl in seinen besten Zeiten läuft Angela Merkel in größter Bedrängnis zu höchster Form auf. Sie lässt sich wie einst ihr Ziehvater keine eingefleischten Wackersdorf-Veteranen oder notorischen Nachrüstungsgegner, die auf den Juchtenkäfer gekommen sind, als „Bürger“ verkaufen. Ausgerechnet sie hält plötzlich Kurs. Oder besser: Sie hält weiterhin ihr Fähnchen in den Wind, nur spürt sie den dieser Tage besser als fast alle anderen.

Für unser Schwerpunktthema „Ökonomie des Sozialismus“ zieht Theodore Dalrymple eine Bilanz seiner Aufenthalte in Nauru und Tansania. Gérard Bökenkamp untersucht menschliche Strategien im Allgemeinen und betrachtet im Besonderen die unterschiedliche Wirkung von Anreizen durch Staat und Markt. Bei der Lektüre der Beiträge zu diesem Schwerpunkt wie zu den vielen Einzelthemen wünsche ich wie immer viel Lesefreude und Erkenntnisgewinn!

Bereits seit dem letzten Heft haben wir zwei neue Kolumnisten mit an Bord: Thorsten Polleit verstärkt mit seiner Kolumne „EinBlick“ den eigentümlich freien ökonomischen Durchblick. Und Benno Ohm lobt nun jeden Monat eine Facette des bürgerlichen Lebens. Herzlich willkommen!

Wenn Sie uns einmal persönlich kennenlernen möchten, so besteht dazu Gelegenheit am 5. und 6. November in München anlässlich der internationalen Edelmetall- und Rohstoffmesse, auf der eigentümlich frei mit einem Stand und einigen Autoren vertreten sein wird. Ich würde mich freuen, Sie dort persönlich begrüßen zu dürfen!

In den Messehallen im Gedränge, aber auch ganz allgemein, gilt wie stets: Kein Fußbreit den neosozialistischen Ausbeutern aller Parteien! Mehr netto!

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Dieser Artikel erschien zuerst in eigentümlich frei Nr. 107


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