30. September 2010

Aktuelle Nachricht – Tschechien Parlament-Pinups

Gäbe es Motive im Bundestag?

(ef-DF) Zu den im Oktober anstehenden Kommunalwahlen in Tschechien bedient sich die Partei für öffentliche Angelegenheiten (Věci veřejné) einer Methode, die man in Deutschland eigentlich nur aus Italien kennt. Sie verkauft für das Jahr 2011 einen Kalender, in dem ihre führenden weiblichen Mitglieder wenig verhüllt und in reizenden Posen zu sehen sind. 

Die Wahlen zum Unterhaus hatten zuvor einen nie dagewesenen Frauenanteil im Parlament gebracht. 44 von 200 Mitgliedern des Parlaments sind weiblich. Die Partei für öffentliche Angelegenheiten zog erstmals ins Parlament ein. Mit fast 11 Prozent der Stimmen kam sie auf 24 Sitze. Aus der Partei sind nun Katerina Klasnova, Kristyna Koci, Marketa Reedova, Lenka Andrysova, Karolina Peake und andere im Kalender zu sehen.

Das in Deutschland bekannteste Beispiel der Nutzung weiblicher Reize für politischen Profit ist wohl Ilona Staller. Doch während "Cicciolina" ihren Hintergrund als Porno-Star dazu nutzte, sich für damit zusammen hängende und ihr am Herzen liegende Themen einzusetzen, geht es bei den tschechischen Politikerinnen wohl nur um die Erlangung politischer Macht.

Das muss indes nichts Schlechtes sein. Vielleicht ist der Verkauf eines Pin-Up Kalenders gegenüber den sonst üblichen Wahlplakaten die ehrlichere Variante. Mehrfach haben Studien gezeigt, dass das Aussehen von Politikern einen ganz entscheidenden Beitrag zum Wahlerfolg hat. Mancher Wähler belügt sich selbst, wenn er meint, eine objektive Entscheidung zu treffen. Statt falscher Fassaden und leerer Versprechen zeigen die tschechischen Politikerinnen weitgehend unverhüllt und damit fast ehrlich, was sie zu bieten haben.

Quellen


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